MdL Taubeneder und MdL Waschler besuchen Fachakademie für Sozialpädagogik

Passau. Die Fachakademie für Sozialpädagogik in Passau, unter der Trägerschaft des Provinzialat der Deutschordensschwestern Passau, hat die Ausbildungskapazität deutlich erhöht. „Es werden immer mehr Erzieher gebraucht – hier bestand dringend Handlungsbedarf“, erklärt Schulleiterin Sr. Maria-Franziska Meier bei einem Austausch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler.

Allein zum neuen Schuljahr erwarten die insgesamt 22 Lehrkräfte der Fachakademie 170 Studierende und Erzieherpraktikanten. „Leider ist die Ausbildung mit insgesamt fünf Jahren sehr lang und auch für höher Qualifizierte eine echte Herausforderung“, schließt sich die stv. Schulleiterin Gertraud Fuchsberger-Zirbs an. Natürlich sei eine ausführliche Ausbildung sinnvoll und auch nötig. „Grundsätzlich brauchen wir diese Zeit, weil wir unseren Studierenden eine sehr breit gefächerte Ausbildung bieten möchten – das ist uns wichtig“, so Fuchsberger-Zirbs weiter. Vor allem für Bewerber aus den Realschulen sei eine umfassende Ausbildung von Vorteil. „Die jungen Menschen fangen bei uns mit erst 16 Jahren an zu studieren. Wir wollen ihnen nicht nur das berufliche Know-How vermitteln, sondern ihnen auch die Möglichkeit bieten die eigene Persönlichkeit zu entfalten und zu reifen – kognitiv, aber auch seelisch“, betont Sr. Maria-Franziska Meier. Hier sei eine fünfjährige Ausbildung, gegliedert in ein zweijähriges Seminar und die dreijährige Ausbildung, sehr hilfreich. Anders gestalte sich die Situation jedoch bei Abiturienten und Studienabbrechern: „Hier haben die Bewerber bereits eine längere Schulbildung vorzuweisen – diese Studierenden müssen wir daher anders fördern“, so Meier weiter. Ziel müsse es sein, die Erzieherausbildung attraktiver zu gestalten und neue Bewerbergruppen zu erreichen. „Uns allen ist klar, dass wir mehr und vor allen Dingen auch schneller Erzieher brauchen – jedoch nicht auf Kosten der Ausbildungsqualität.“

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst bietet ab dem Schuljahr 2016/2017 verschiedene Modellversuche und öffnet damit die Tore zu neuen Ausbildungswegen in der Erzieher-Branche. Unter dem Motto „Erzieherausbildung mit optimierten Praxisphasen“ stehen den Fachakademien bayernweit insgesamt drei Modelle zur Auswahl. „Unsere Akademie hat sich für die sogenannte Variante 2 entschieden – dies können wir uns gut vorstellen und dafür möchten wir uns noch bis Dezember 2015 bewerben“, erklärt die Schulleiterin. Bei dieser Variante sollen Bewerber mit Fach-/Abitur und dem Nachweis eines sechswöchigen Praktikums in einer sozialpädagogischen Einrichtung direkt in die dreijährige Erzieherausbildung einsteigen können. „Damit würden sich entsprechende Bewerbe ganze zwei Jahre sparen.“ Noch sei nicht klar, ob auch die Partner der Einrichtung diesen Weg mitgingen – „Momentan stecken wir in einer spannenden Situation mit vielen Perspektiven“, erklärt Sr. Maria-Framziska Meier. Die Fachakademie für Sozialpädagogik ist momentan die einzige Schule in Niederbayern, die sich für Variante 2 des Modellversuchs des Bildungsministeriums bewerben wird.

Die Abgeordneten begrüßten die Erläuterungen der Schulleitung. „Wichtig ist, dass bestehende Varianten der Ausbildung nicht ersetzt werden, sondern lediglich die Möglichkeit geschaffen wird, mit anderen Modellen neue Bewerberzielgruppen anzusprechen“, betont MdL Dr. Gerhard Waschler. „Das Berufsbild der Erzieher muss attraktiv bleiben und mit der Zeit gehen, deswegen sind hier Nachbesserungen nur zu begrüßen“, schließt sich MdL Walter Taubeneder an.

(Pressemitteilung; Büro Landtagsabgeordnete)