Schönberg. Hoch erfreut und begeistert über das Engagement und die Bio-Zertifizierung des „Pleintinger Metzger‘s“ zeigten sich die Bürgermeister der Ökomodellregion Ilzer Land. Auch Abteilungsleiter Werner Weny vom Amt für Ländliche Entwicklung in Niederbayern ließ es sich, trotz seines Urlaubs, nicht nehmen dem Ehepaar Max und Jutta Pleintinger sowie ihrem Sohn Simon Pleintinger seine Anerkennung und Freude über den Mut und das Engagement hin zu diesem Schritt in die Zukunft auszusprechen.

Metzger aus Tradition
Auf die Frage, was die Pleintinger’s zu diesem Schritt in Richtung „bio“ bewogen habe antwortete Metzgermeister Max Pleintinger: „Wie sind ja Metzger mit Tradition. Mein Großvater war schon Metzger in Zenting. Mein Vater hat dann nach dem Krieg die Metzgerei in Schönberg, direkt neben der Kirche, gekauft und 1968 haben wir dann am Marktplatz Nummer eins neu gebaut. In der hauseigenen Schlachtung werden die Tiere mit Sorgfalt zerlegt und seit Jahren ohne Einsatz von jeglichen künstlichen Geschmacksverstärkern verarbeitet.“

Qualität an erster Stelle
„Der Schritt hin zur Biozertifizierung“, ergänzt Sohn Simon Pleintinger, „war uns wichtig. Neben der traditionell handwerklichen Schlachtung und Verarbeitung ist die Qualität der Tiere von ausschlaggebender Bedeutung für das spätere Produkt in unserer Theke. Die Qualität steht bei uns an erster Stelle“, bekräftigt der junge Metzgermeister. „Ein natürlich gefüttertes Rind von der Weide, ohne viel Kraftfutter, ist uns am liebsten. Sicher werden wir nicht alles von heute auf morgen komplett in Bioqualität anbieten können. Das muss und soll jetzt langsam aber kontinuierlich wachsen.“

Natürliches aus Region für die Menschen in der Region
Gerhard Falter, Projektmanager in der Ökomodellregion ergänzt: „Ein Tier soll langsam heranwachsen. Qualität braucht Raum bzw. Platz und Zeit! Das ist entscheidend für die Qualiät auf dem Teller: Natürlich erzeugtes Futter, Weidehaltung oder Auslauf und eine handwerkliche, natürliche Verarbeitung, das ist der Schlüssel für höchste Qualität“. Landwirte, Verarbeiter und Kunden sollten sich im idealerweise „kennen“, so der Agraringenieur lächelnd. Damit wir diesem Ziel näher kommen, gibt es die Modellregion Ilzer Land. Ich sehe meine Arbeit als regionale Netzwerkarbeit. „Das Beste für die Region und das Beste aus der Region“, sieht er als Chance und Herausforderung für Landwirte, Verarbeiter, Handel und Gastronomie und Verbraucher.

Familie Pleintinger (Foto: ILE Ilzer Land e.V.)

Herausforderung an Mensch und Tier
„Sehr geehrte Familie Pleintinger, wir freuen uns“, so der erste Vorsitzende des Ilzer Land Vereins, Manfred Eibl, abschließend, dass sie diesen Schritt gewagt und gemacht haben. Als Zeichen der Anerkennung für sein handwerkwerkliches Engagement und zur Zertifizierung, überreichte Manfred Eibl im Namen aller Bürgermeister eine Urkunde des Ilzer Land Vereins an Simon Pleintinger, dem ersten Biometzger in der Ökomodellregion. „Wir freuen uns, zusammen mit Ihren Kunden, in den nächsten Wochen mehr und mehr Biospezialitäten aus ihrer Metzgerei genießen zu dürfen, so Manfred Eibl.

Chance auch für Landwirte, Gastronomie und Tourismus
Wie uns Metzgermeister Pleintinger erklärt, hat er bereits einen Bio-Weideochsen geschlachtet und verarbeitet. Der Aufpreis, den er den Biobauern für Qualitätsweidefleisch zahlt ist gerechtfertigt. „Jeder braucht einen gerechten Preis“, den auch das Produkt im Laden haben muss. Und das ist es auch Wert! Die handgemachte Biorindersalami, die er den Gästen kredenzte, war jedenfalls ein Genuss. Bleibt zu hoffen, dass der Metzger künftig genügend Bio-Weidefleisch aus der Region beziehen kann und sich die Kunden von der Qualität begeistern lassen. Uns hat „Der Pleintinger Metzger“ jedenfalls schon überzeugt…

: Simon Pleintinger vor seinem „Dry Aged“ Bioweidefleisch (Foto: ILE Ilzer Land e.V.)