Mit einem großen Staats- und Festakt haben vor einer Woche in der Schweiz Politik, Wirtschaft, Verantwortliche und die An-/Einwohner den Gotthard-Basistunnel eröffnet. Dazu waren auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus dem Ausland eingeladen; so auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverkehrsminister Dobrindt.

17 Jahre hat es gedauert, bis dieses „Bauwerk der Superlative“ fertiggestellt werden konnte – sogar noch ein Jahr früher als geplant. Mit einer Länge von 57 Kilometer handelt es sich um den längsten Tunnel der Welt, ebenso was die Tiefe anbelangt (bis zu 2300 Meter). 2400 Arbeiter haben daran ‚geschaffen‘, Tag und Nach über 28,2 Millionen Kubikmeter Gestein abgetragen. Um die Elf Milliarden Euro hat sich die Schweiz dieses Bauwerk kosten lassen.

Hocher Besuch aus allen Landen (Quelle: gottardo2016.ch)

Hocher Besuch aus allen Landen
(Quelle: gottardo2016.ch)

Der Gotthard-Basistunnel gilt als Herzstück der neu ausgebauten Bahnstrecke zwischen Nord- und Südeuropa, durch das Gotthardmassiv in der Zentralschweiz von der Ortschaft Erstfeld im Norden nach Bodio im Kanton Tessin im Süden.

Zwei getrennte Röhren für den Zugverkehr findet man im Inneren, auch eine Fluchtröhre wurde gebaut. Durch mehrere Quertunnel sind die Röhren miteinander verbunden. Diese Röhren haben einen Durchmesser von knapp acht Metern und sind durch 178 Querstreben miteinander verbunden.

Mit der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnel erfüllt die Schweiz eine umwelt- und verkehrspolitische Mission. Denn per Volksabstimmung haben die Eidgenossen schon vor vielen Jahren darüber abgestimmt und beschlossen, dass der Transport von Menschen und Gütern mehr und mehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden soll. Schon jetzt werden am Gotthard über 69 Prozent der Gütermenge per Bahn befördert.

CH-Bundespräsident Johann Schneider-Ammann bei der Eröffnungsrede

CH-Bundespräsident Johann Schneider-Ammann bei der Eröffnungsrede

Laut Angaben der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wird mit dem Gotthard-Basistunnel die Reisezeit zwischen Zürich und Mailand um rund eine halbe Stunde verkürzt. Ab 2020 ist es sogar eine Einsparung von einer Stunde.

Bis zum regulären Bahnbetrieb wird aber noch etwas Zeit vergehen müssen. Über 3000 Testfahrten stehen noch an, bis dann kurz vor Weihnachten 2016 diese Strecke offiziell freigegeben wird.

Die erste Durchfahrt. Nicht Promis, sondern GewinnerInnen, die sich im Vorfeld für die erste Fahrt bewerben konnten. (Foto: gottardo2016.ch)

Die erste Durchfahrt. Nicht Promis, sondern GewinnerInnen, die sich im Vorfeld für die erste Fahrt bewerben konnten.
(Foto: gottardo2016.ch)