Nationalpark braucht Unterstützung für Pilzforschung

Grafenau. Seit 2005 wird im Nationalpark Bayerischer Wald intensive Pilzforschung betrieben. Viele verschiedene Arten konnten seitdem entdeckt, erfasst und beschrieben werden. Darunter Seltenheiten wie die Zitronengelbe Tramete oder der Duftende Feuerschwamm. Für eine genauere Untersuchung des Erdsimmerlings, auch Bohtzenschwamm genannt, bittet die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald nun um die Unterstützung von Pilzexperten.

Derzeit wächst der Fruchtkörper des Pilzes nämlich wieder und in der Nähe von Altschönau konnte vor wenigen Tagen ein Exemplar gefunden werden. Der Pilz soll auf Quarzadern wachsen und ist nur von wenigen Stellen bekannt. Der stattliche, büschelig aus einem Strunk wachsende, bei Kennern beliebte Speisepilz gehört zur Arten-Gruppe der Raslinge. „Die Hüte sind silbrig-grau, das Fleisch ist weiß und fest“, beschreibt Pilzexperte und Nationalparkmitarbeiter Peter Karasch das Aussehen. Seine Wuchsform war teilweise auch namensgebend – der lokale Begriff „Bohtzen“ bedeutet Batzen. „So ein Batzen kann schon mal bis zu 30 Zentimeter groß werden“, erläutert Karasch. Der Wortteil „Simmerling“ kommt von simmern, dem Garen unterhalb des Siedepunkts. Das könnte von der Zubereitungsart stammen oder daher, dass die Pilze „aus der Erde gegart“ hervorbrechen.

Das Sachgebiet Forschung bittet alle Kenner dieser Pilzart im gesamten Bayerischen Wald zwischen Passau und der Oberpfalz um Unterstützung. „Über den Erdsimmerling ist noch wenig bekannt, deshalb wollen wir ihn genauer analysieren“, erklärt der Pilzexperte. Hilfreich sind aussagekräftige Bilder sowie ein kleiner, frischer Fruchtkörperteil zur Laboruntersuchung. Die Fotos können zunächst zur Begutachtung an Peter Karasch (peter.karasch@npv-bw.bayern.de) gesendet werden.

Foto oben: So sieht der Erdsimmerling in natura aus. Foto: Peter Karasch / Nationalpark Bayerischer Wald

×

(Anzeige)

×