MdL Roos: Regionale Unterschiede sind eklatant

Das vermeintlich schwache Geschlecht muss sich weiterhin hinter dem Mann verstecken, zumindest was die Lohnhöhe angeht. Wie jedes Jahr weist der Equal Pay Day am 18. März 2018 auf den Einkommensunterschied zwischen Mann und Frau von 21 Prozent hin. Vor allem im regionalen Vergleich ist die sogenannte Gender Pay Gap eklatant, wie MdL Roos einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) entnimmt.

„Trauriger Spitzenreiter ist der Landkreis Dingolfing-Landau mit einem GPG von 38 Prozent bei Vollzeitbeschäftigten.“ Gründe sieht das Institut in den industriellen Gegebenheiten, etwa der mit BMW stark vertretenen KFZ-Branche. Aber auch das Betreuungsgebiet des Abgeordneten hat mit Lohnlücken von 22,1 Prozent im Landkreis Rottal-Inn, 24,1 Prozent im Landkreis Freyung-Grafenau und 25,3 Prozent im Raum Passau zu kämpfen. „Es ist traurig, dass Frauen auf ihre körperlichen Eigenschaften reduziert werden. Angefangen von berufsspezifischen Anforderungen wie Kraft und Stärke bis hin zum Ausfall durch Geburt und Kindererziehung.“, kritisiert MdL Bernhard Roos. „Wir müssen das Bild der Hausfrau und des arbeitenden Mannes aufbrechen. Da Frauen oftmals höher qualifiziert sind als Männer, ist es ein ganz natürlicher Schritt, das Männer zukünftig viel häufiger für die Kindererziehung zuständig sind.“ Karriere und Beruf müssen endlich vereinbar werden, meint der SPD-Politiker und verweist auf die Forderung seiner Fraktion nach kostenfreien Kitas und Kindergärten.
Als Vorbild in der Angleichung der Lohnunterschiede sieht Roos Frankreich. Das Land setzt sich dafür ein, dass in den kommenden Jahren die Lohnlücke geschlossen wird und verhängt Geldstrafen an Unternehmen, die sich nicht daran halten. „Deutschland steht in Sachen Gender-Pay-Gap im Europa-Vergleich schlecht da. Eine Regelung wie in Frankreich wäre für ganz Europa sinnvoll und zu begrüßen.“, meint der Landtagsabgeordnete.

MdL Bernhard Roos (Quelle: bernhard-roos.de)

Abschließend fordert Roos auch Nachbesserung in Sachen Frauenquote. Allein im Bayerischen Landtag läge diese bei lediglich 29,4 Prozent. „Die CSU-Fraktion führt die Liste der niedrigsten Frauenquoten mit 20,8 Prozent an.“, kritisiert der SPD-Abgeordnete. Marketing-Kampagnen in Facebook mit dem Hashtag ‚Frauenpower‘, wie beispielsweise am Weltfrauentag, seien vor diesem Hintergrund lachhaft und tragen keineswegs zur Besserung bei, so Roos. Die SPD-Fraktion ist mit einem Frauenanteil von 42,9 Prozent im Bayerischen Landtag vertreten.