Oberbürgermeister Jürgen Dupper besucht Aufzuchtstation

Passau. Schon seit 2007 engagiert sich die Stadt Passau für die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel, seit 2015 im Rahmen eines Bundesprojekts. Da dieses 2021 ausläuft, hat der Ausschuss für Klima und Umwelt kürzlich beschlossen, sich auch beim Nachfolgeprojekt einzubringen. Oberbürgermeister Jürgen Dupper machte sich nun zum wiederholten Male in der dazu betriebenen Aufzuchtstation für Flussperlmuscheln in der Nähe von Fürstenstein ein Bild von der aufwändigen Arbeit des Projektmanagers Dr. Marco Denic.

„Artenschutz erfordert oftmals einen langen Atem. Das kann man an der Flussperlmuschel sehr gut feststellen, da die Nachzucht mit großem Aufwand verbunden ist. Wir unterstützen diese Bemühungen aber gerne, weil die Weichtiere auch in der Ilz heimisch sind und das auch bleiben sollen. Ich bin sehr froh, dass man derartige Belange auch auf Bundesebene verstärkt im Blick hat und entsprechende Maßnahmen mit den notwendigen Geldmitteln überhaupt erst möglich macht“, so Dupper.
Durch das Nachzuchtprogramm konnte das vollständige Verschwinden der Muschelbestände in der Region verhindert werden. Konkret wurden zwischen 2014 und 2018 rund 3.200 und im Jahrgang 2019 zwischen 4.000 und 5.000 Jungmuscheln reproduziert. Die bereits ausgesetzten Tiere haben sich in den Gewässern gut etabliert, sodass sich die Bestände nachhaltig verjüngen können. Bis sich die Populationen jedoch selbst erhalten, ist ein langwieriger Prozess zu durchlaufen, da die Geschlechtsreife erst mit zirka 15 Jahren erreicht wird. Die 2018 ausgewilderten Jungmuscheln sind jetzt drei Zentimeter groß, die Maximalgröße liegt bei etwa 15 Zentimetern. Sie werden 80 Jahre und älter, wobei das Wachstum mit zunehmendem Alter nachlässt.

Bei der Nahrungsaufnahme filtern die Flussperlmuscheln das Wasser und tragen damit zur Gewässerreinigung bei. Diverse Einflüsse wie Pestizide, Gülle, Abwässer, Flächenversiegelung und Gewässerbegradigungen sorgen aber dafür, dass sie ersticken. Daher werden neben der Nachzucht auch Maßnahmen zur Verbesserung ihres Lebensraums unternommen.

Erste Erfolge sind schon zu verzeichnen. Nach den derzeitigen Erkenntnissen konnte der Rückgang des Bestands erstmals gestoppt werden. Um diesen Trend zu verstetigen, sind allerdings weitere Anstrengungen notwendig.

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