Manfred Eibl, MdL wendet sich mit ‚Offenen Brief‘ an das Staatsministerium

Die Entscheidung des Bayerischen Verkehrsministeriums, den Bahnbetrieb zwischen Viechtach und Gotteszell einzustellen, stößt auf großen Unmut. Mehrere Millionen Euro wurden bereits in dieses Projekt investiert; dennoch soll mit dieser Waldbahn-Strecke in einiem Jahr Schluß sein.

Manfred Eibl, MdL (FW) und u.a. Stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Bauen, Wohnen und Verkehr hat sich nun bereits letzte Woche mit einem ‚Offenen Brief‘ an das Staatsministerium, zu Handen von Frau Schreyer, gewandt:


Sehr geehrte Frau Staatsministerin Schreyer,

Seit Jahren setzt sich die gesamte Region gemeinsam mit den politischen Akteuren für die Wiederaufnahme des Regelbetriebe der Bahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach ein. Zuletzt wurde nach langen Verhandlungen die Verlängerung des Probebetriebes bis September 2021 beschlossen im Anschluss sollte dann über die Weiterführung entschieden werden.

Mit dem derzeit laufenden Pilotprojekt für die Landkreise FRG, Regen und Passau „Mobilität neu Denken“ wird zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern der Region ein Mobilitätskonzept für die Zukunft entwickelt. Das Ziel, den Individualverkehr zu reduzieren und in Zukunft alternativ unterwegs zu sein, teilen viele Bürgerinnen und Bürger der Region. Damit das möglich ist, haben sie aber klare Anforderungen.

Im Projekt zeigt sich, dass ein schlüssiges Mobilitätskonzept, das die verschiedenen Verkehrsträger landkreisübergreifend koordiniert, transparent Informationen zu Reise- und Umsteigezeiten sowie zu Preisen aufweist und auch flexible und spontane Mobilität möglich macht, von hoher Bedeutung ist. Zwar gab es in der Bedarfserhebung einige Stimmen, die die Bahn dem Bus vorziehen, eine grundsätzliche Bevorzugung von Zügen gegenüber Bussen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Vor diesem Hintergrund und den bestehenden Aktivitäten in der Region, sich für die Mobilität der Zukunft aufzustellen, scheint eine alleine an dem 1000-Personen/ Tag-Kriterium ausgerichtete Bewertung der Waldbahn nicht ausreichend. Vielmehr sollte bewertet werden, inwieweit sich die Waldbahn in bestehende und in der Entwicklung befindliche Konzepte im Landkreis aber auch landkreisübergreifend eingebettet ist.

Sollte sich bei dieser Bewertung zeigen, dass die Waldbahn nicht in ein größeres Mobilitätskonzept eingebunden ist, es also beispielsweise keine Möglichkeit gibt, schnell und komfortabel in die Waldbahn umzusteigen, sie nicht zuverlässig und regelmäßig fährt und auch der Ticketerwerb aufwendig ist, so ist hierin eine Ursache der zu geringen Fahrgastauslastung zu sehen. Aus Sicht der Forschung liegt somit eine Möglichkeit, die Nutzung der Waldbahn zu erhöhen, darin, sie besser mit dem restlichen ÖPNV zu koordinieren. D.h., es müssten Umsteigezeiten optimiert werden, der Fahrkartenkauf auch über ein einheitliches Landkreisübergreifendes ÖPNV-Portal möglich sein. Letztendlich wäre eine vielversprechende Maßnahme, sie in einen regionalen Verkehrsverbund einzubetten.

Eine vorzeitige Beendigung dieser Aktivitäten ohne ausreichende Alternativen hingegen könnte ein falsches Signal senden, da Nutzende und Unterstützende der Waldbahn in der Region Vorreiter und Vorreiterinnen für eine alternative Mobilität abseits des Autos sind.

Für ein persönliches Gespräch in Ihrem Hause gemeinsam mit Landrätin Rita Röhrl sowie dem Kollegen Max Gibis wäre ich Ihnen dankbar.

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