Neues und Bewährtes bei der vierten Ausgabe des Passauer IMPULS Festivals

(von Tobias Schmidt)

Alles bleibt anders, alles fließt. Das ist so eine Grundweisheit auf dem Planeten Pop. Und die gilt auch für das Passauer IMPULS Festival, das heuer zum vierten Mal vom gleichnamigen Verein mit enger Anbindung an Musiker und Veranstalter in der Dreiflüssestadt organisiert wird.

'DOTA' (Foto: Annika Weinthal)

‚DOTA‘ (Foto: Annika Weinthal)

Ein Festival mit Anliegen, denn: Popmusik und Popkultur ist heute mehr denn je durch Künstler und Fans selbstverantwortetes Promoten, Bewerben und Livespielen. Der Zigarre rauchende „Ich-bring-dich-gross-raus“-Manager ist ein Auslaufmodell, langjährige Verträge mit großen Labels leider ebenfalls. Pop ist etwas für anpassungsfähige Selbermacher geworden. Das hatte das IMPULS von Anfang an mit einem Workshopprogramm im Blick. Welches dieses Jahr in einer den Konzerten vorgeschalteten Popkulturwoche Gestalt gewinnt.

‚PARADISO‘ (Foto: paradisomusik.de)

Am Montag, 21. Januar geht’s mit einem Songcontest, nach Vorbild von Poetry Slams (und nicht etwa Castingshows) los, und in den darauf folgenden Tagen ist von Songwriting, Auftritts- und Tourmanagement, Booking, DJ-ing Grundkurs und Einblick in die Arbeit einer Musikredaktion viel Praxisrelevantes geboten. Nähen, Upcycling, und Fotografie ergänzen das Angebot (klar kann Pop auch Kulturelle Bildung, was dachten Sie denn?). Teilnahme kostenlos, aber Online-Anmeldung ist vorab unbedingt erforderlich!

‚Kreisky‘ (Foto: Ingo Pertramer)

Am Freitag, 25. Januar betreten dann beim Warm-Up in der Redoute Die Sauna, das Passauer Songwriterduo Forellentheater und Heischneida mit ziemlich krachertem Gypsy Blues & Blech-Sound die Bühne in der Passauer Redoute. Ergänzend dazu „die Nachtplatte“, ein Ort für Tonträgermarkt und gediegene Musikfachsimpelei.  

Nachtschwärmer auf Musikentdeckungskurs

Am Samstag, den 26. Januar geht es dann wie gewohnt weiter mit dem  gemeinsamen Sich-durch-die-Nacht-treiben-Lassen, um auf musikalische Entdeckungsreise zu gehen. 21 Kurzkonzerten in 8 Passauer Locations stehen zur Auswahl. Highlights heuer natürlich Songwriterin DOTA und die Wiener Band Kreisky, die seit 2014 ein tolles Comeback bestreitet, Off-Theater Arbeit inklusive. Kritikerliebling Jesper Munk aus Berlin ist kein raunziger Bluesbarde mehr, sondern macht jetzt in Blue Eyed-Soul. In München spielt er damit exklusive Programme vor kleinem, erlesenen Zuhörerkreis – ob’s das braucht? Die unkomplizierte Livekostprobe in der Passauer Redoute tut’s sicherlich genauso. Maxi Pongratz von Kofelgschroa aus Oberammergau spielt ein Akkordeonset in der Soiz Galerie, die erstmals beim IMPULS dabei ist. Die Landkreis-Lokalmatadoren The Smoking Pipes und Paradiso spielen in der Guntherburg. Letztere übrigens etwas für Freunde deutscher, lässiger, aber auch tief gründender Texte à la Bosse. Zwischendrin wird’S mal laut, wenn die Metalband Noise! die Bühne in der Innbrückgasse betritt. Der Passauer Michael Ammon – 2015 in MEIN PASSAU porträtiert – ist zum Rock zurückgekehrt. Ghetto Royal heißt seine neue, ziemlich wütend klingende Band. Das Refugee Rap Squad im Zeughaus sei noch erwähnt, und es gibt auch wieder zwei Konzerte in der klanglich wie atmosphärisch wunderbaren Heiliggeistkirche: Tristian Urban – Progrockfans von „Wassermanns Fiebertraum“ kein Unbekannter – reist aus Wien für eine akustisches Instrumentalkonzert an. Und Jahcoustix unterzieht den Kirchenraum mit Reggae einem Extremtiefbasstest. Zur Afterparty finde man sich schließlich gegen Mitternacht im Institut für Spaß und Gesellschaft unweit des Güterbahnhofs ein. 

Jesper Munk (Foto: Lewis Lloyd)

Weiterführende Informationen zu allen auftretenden Künstlern sowie Karten für das Festival sind online unter www.impuls-passau.de erhältlich. Festivalpässe kosten 28,- Euro, wer nur zum StartUp mit Nachtplatte am Freitagabend in der Redoute kommen mag, wird um einen Unkostenbeitrag in Höhe von 8,- Euro gebeten.