Das eint die künstlerischen Arbeiten von Barbara Moritz, Akra Khoshvaght Pir und Jutta Leitner. Aktuell im WGP Ausstellungsgewölbe

Passau. Noch bis 28. November präsentieren die Künstlerinnen Barbara Moritz, Jutta Leitner (beide aus Passau) und Akra Khoshvaght Pir (München) ihre schlicht „Together“ (englisch für „zusammen“), betitelte Gemeinschaftsausstellung im WGP Gewölbe.

Aus Polen, Iran und der Bundesrepublik stammend, lernten sich die drei 2019 bei einem Kunstprojekt in Zürich kennen. Der ersten Regensburger Gemeinschaftsausstellung im Vorjahr folgt nun die zweite in Passau. Von Barbara Moritz gibt es dabei in Spachteltechnik gefertigte Ölgemälde, Tusch- und Pastellzeichnungen zu sehen, deren bildthematischen Zusammenhang Lichtphänomene und Lichtsymbolik bilden. Anteilig abstrakt und figurativ gearbeitet, ist Moritz‘ Malerei immer ein letztes Geheimnis zu Eigen. Mit ethischem Anspruch, geht doch der anders dargestellten Welt eine anders gedachte, und mithin zur Verbesserung bestimmte Welt voraus. Gezeigt werden zum Beispiel Arbeiten aus den Zyklen „Neue Pflanzenwelt“ und „Utopische Städte“, letztere auf Antikpapier mit pergamentartiger Optik ausgeführt.

Barbara Moritz; “Neue Pflanzenwelt“ (Quelle: Leitner)

Akram Khoshvaght Pir versucht mit der Kunst eine sichere Welt zu erschaffen. Ob das an einer Kindheit während des ersten Golfkriegs (1980-88) liegen mag? Dem Studium der Architektur, Filmregie und Malerei im Iran folgte politische Arbeit. Sie gründete eine Nichtregierungsorganisation, um kulturelle, künstlerische Aktivitäten und Frauenrechte zu verteidigen. Außerdem drehte sie teils preisgekrönte Filme. Ihre Gemälde zeigen uns die Höhen und Tiefen Stimmungen und Gefühle; Winkel der mehrdimensionalen Welt mit dem Thema der existierenden Einsamkeit. Ethische Erwägungen aus Arbeit als Filmproduzentin inspirierte sie zu den gezeigten Arbeiten der Serie „Unter der Lupe“. „Wie weit dürfen wir Menschenleben und Gefühle eigentlich unter die Lupe nehmen, um die Wahrheit heraus zu finden?“, lautete eine von Pir gestellte Frage. Auf der Suche nach einer Antwort entstanden so Porträtarbeiten, Naturdarstellungen und in grafische Formen überführte Gedanken und Gefühle, meist Collagen in Mischtechnik. Einzelne Bildausschnitte sind vergrößert, im Aspekt also betont, im Ganzen jedoch deformiert.

Zentrale und beständige Themen von Jutta Leitner sind Struktur und die Mensch-Natur Beziehung. Die Künstlerin arbeitet vorwiegend mit der FotoCollage und anderen Formen experimenteller Fotografie als Ausdrucksmittel. Leitners Die neue Fotoserie „Living Trees“ (dt. „lebende Bäume“) zeigt Aufnahmen von Baumrinde, die digital überarbeitet farblich überraschen. Auch in diesen Arbeiten schwingt wieder ein ethischer Anspruch mit: wir mögen achtsam mit den pflanzlichen Mitgeschöpfe umgehen. Das beginnt, indem wir wahrnehmen, wie sie unsere Umwelt formen und bereichern. Im Zentrum der 5-teiligen Serie „Wake Up! Erwache Treue… Liebe… Courage… Weisheit… Toleranz“ Jutta Leitners stehen gesellschaftskritische Themen wie Integration und das Zusammentreffen fremder Völker und Kulturen. Warum verschließen wir unsere Augen vor Neuem, schauen weg, wenn wir uns nicht sicher fühlen? Stünde es uns nicht besser zu Gesicht, die Scheuklappen abzuwerfen, um mit Neugierde und Respekt die Vielfalt unserer Welt zu bestaunen?

Jutta Leitner “Living Trees“ (Quelle: Leitner)

Die Arbeiten der drei Künstlerinnen sind jeweils Mittwoch bis Samstag 15-18 Uhr bei freiem Eintritt im WGP Ausstellungsgewölbe in der Steiningergasse/Ecke Höllgasse zu besichtigen.

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