IHK ehrt beste Ausbildungs-Absolventen aus dem Landkreis Freyung-Grafenau

Zur Leistungselite dürfen sich die acht ehemaligen Azubis dem Landkreis Freyung-Grafenau zählen, die ihre Abschlussprüfung mit der Note „sehr gut“ bestanden hatten – am Mittwoch hat sie die IHK Niederbayern für diese Spitzenleistung bei einer Veranstaltung im Waldkirchener Modehaus Garhammer ausgezeichnet. „Mit Ihrem exzellenten Abschluss haben Sie sich selbst in die beste berufliche Startposition gebracht“, gratulierte ihnen Johannes Huber, stellvertretender Gremiumsvorsitzender der IHK Niederbayern im Landkreis Freyung-Grafenau. Er betonte, dass durch die Auszeichnung ganz gezielt das Augenmerk auf die Leistungen der jungen Spitzenkräfte aus den Betrieben gelenkt werde. Ebenfalls würdigte er die Unterstützung der Auszubildenden durch ihre Familien, die Ausbilder in den Betrieben, die Berufsschule und letztlich die über 2.700 ehrenamtlichen Prüfer in der Ausbildung.

Dass im vergangenen Jahr in Niederbayern 4.673 junge Leute ihre Ausbildung begonnen hatten, sei zwar als Plus von zwei Prozent zu verzeichnen, aber noch nicht als Trendwende zu sehen, erläuterte Huber. Die Unternehmen suchten weiterhin nach neuen Azubis und würden eigentlich gerne mehr ausbilden. „Wir haben ein bestens funktionierendes Ausbildungssystem, um das wir weltweit beneidet werden“, betonte er. Die Zahl der Schüler aber sinkt, auch ziehen sie nach der Schulausbildung oft einen höheren Schulabschluss oder ein Studium vor. Lange sei es versäumt worden, die Vorzüge einer hochwertigen Berufsausbildung in der Öffentlichkeit zu bewerben. Die Betriebe reagieren auf die weniger werdenden Bewerbungen mit Praktikumsplätze und verbessertem Ausbildungsmarketing, neue Zielgruppen sollen ebenfalls erschlossen werden. „Uns ist Ausbildung sehr wichtig,“ betonte Huber. Das Modehaus hat selbst 30 Auszubildende im Haus; weil das Investition in Service und Zukunft sei, engagiere er sich auch gerne bei der IHK ehrenamtlich.

Aktuell könnten in Niederbayern rund 6.000 Stellen für exzellent ausgebildete Fachleute aus der beruflichen Bildung nicht besetzt werden, beklagte Johannes Huber. Auf dem Arbeitsmarkt fehlen ihm zufolge deutlich mehr Praktiker aus der beruflichen Bildung als Akademiker. Deshalb stellte Huber den enormen Nutzen in den Vordergrund, den die Absolventen, Unternehmen und zuletzt auch die Gesellschaft aus einer Ausbildung ziehen: „Die Wirtschaft wartet auf Sie“, sagte er an die Prüfungsbesten gerichtet.

Stellvertretende Landrätin Helga Weinberger und stellvertretender Berufsschulleiter Hans Moser gratulierten den Absolventen als Ehrengäste. Weinberger brachte ihren Respekt für die „Einser“ zum Ausdruck: „Alle Achtung!“ Viele Fundamente seien dafür gelegt worden; seit Grundschule, in Betrieben und von Familien. Damit Ausbildung möglich bleibt, investiere der Kreis auch gerade 15 Millionen in die Berufsschule. Am wichtigsten sei aber das Argument: „Mach`s für Dich!“ Und mit Blick auf Karriere und Weiterbildung: „Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.“

Prüfungsbeste FRG mit Auszeichnung (Winter 2018/2019)

  • Christopher Bichlmeier, Industriekaufmann / Knaus Tabbert GmbH, Jandelsbrunn (Verbundstudium)
  • Daniel Blöchl, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik / PARAT GmbH + Co. KG, Neureichenau
  • David Burger, Kaufmann im Groß- und Außenhandel / Raiffeisen Waren-Handels GmbH, Perlesreut
  • Yasmin Dick, Kauffrau im Einzelhandel / Modehaus Garhammer GmbH, Waldkirchen
  • Christina Lindbuechl, Industriekauffrau / Knaus Tabbert GmbH, Jandelsbrunn
  • Johannes Scheibenzuber, Fachinformatiker / PARAT Beteiligungs GmbH, Neureichenau
  • Michaela Schmalzbauer, Maschinen- und Anlagenführerin / Sedlbauer Aktiengesellschaft, Grafenau (Umschülerin)
  • Marco Schopf, Elektroniker für Geräte und Systeme / Sesotec GmbH, Schönberg