Einmalig in Niederbayern – vielfältige Aufgaben unter einem Dach

Im Februar 2017 wurden die Räumlichkeiten bezogen und im Mai 2017 offiziell eingeweiht. Seitdem befinden sich alle lokalen „europäischen“ Einrichtungen unter einem Dach. Ein Haus, das in seiner Art in Niederbayern und weit darüber hinaus einmalig ist. Eine Arbeitsstätte, die für Kommunen, Landkreise, Vereine und vor allem für den Bürger da ist.

Nicht national, sondern grenzüberschreitend. Das zeigt schon das regionale Schaufenster in Form eines kleinen Ladens, der handwerkliche Produkte und vielfältiges Infomaterial von Niederbayern, Österreich und Tschechien bietet. Der Name „Dreimalig“ ist hier Programm. Wie im Gespräch zu erfahren war, wird dieses Angebot von Einheimischen und Touristen zwischenzeitlich sehr gut angenommen. Man bietet zusätzlich Veranstaltungen an wie am Samstag, den 12. Mai ab 11 Uhr eine Kaffeeverkostung mit Röstmeister Matthias Wutz.

Das Europahaus in Freyung (Foto: MuW/r.demont)

Sehr viele Informationen über andere EU-Länder bietet das Europe Direct Informationszentrum. Seit 2005 in Freyung angesiedelt, hat es seinen Platz ebenfalls im Europahaus. Das ist nicht selbstverständlich, da für jede neue Förderperiode wieder eine Bewerbung für das lokale Zentrum erfolgen muss. In ganz Bayern haben es für die neue Förderperiode 2018-2020 nur sechs Informationszentren geschafft. In der ganzen Region sind dies nur Freyung und Furth im Wald, die übrigen vier liegen in großen Städten.

Öffentlichkeitsarbeit auf lokaler und regionaler Ebene. EU-Aktionstage an niederbayerischen Schulen wie Gymnasium Freyung, Staatliche Berufsschule Deggendorf und Staatliche Realschule Freyung sind bereits eingeplant. Weitere Termine werden folgen. Daneben verfügt das Europe Direktbüro über einen Infostand, der beispielsweise auf dem Europa-Gipfel auf Schloss Fürstenstein und auf dem Bürgerfest in Freyung zu sehen sein wird.

Informationsveranstaltungen über Förderprogramme, Eigenheiten und Gefahren des E-Commerce sowie zum Thema Brexit sind ebenfalls für dieses Jahr geplant. Europe Direct ist die Schnittstelle zwischen dem Bürger und der EU. Der Bürger kann sich kostenlos informieren. Es gibt viele praktische Fragen, wo Antworten gefragt sind. Ob es Rentenfragen sind, wenn man zeitweise in einem anderen EU-Land gearbeitet hat oder wenn es um die Voraussetzungen eines Arbeitsplatzes in der EU geht. Auch wenn ein Ehepartner aus einem anderen EU-Land stammt. Solche und andere Fragen auf die man bei Europe Direkt Antworten bekommen kann.

Die (2017) 2018 25 Jahre altgewordene EUREGIO Bayerischer Wald-Böhmerwald-Unterer Inn e.V. ist ein zentraler Baustein des Europahauses. Durch gemeinsame Projekte und Kooperationen hat die Euregio dem ländlichen Raum ermöglicht, die Herausforderungen auf wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und kulturellem Gebiet besser zu bewältigen. Die lange erfolgreiche Arbeit wird auch in Brüssel ernst genommen, wie Minister a.D. Helmut Brunner kürzlich bemerkte. Viele Fördermöglichkeiten in nicht unerheblichen Höhen konnten im Laufe der Zeit realisiert werden. Über 60 Mio. € für grenzüberschreitende Projekte wurden in den letzten 3 Jahren bereitgestellt. Schüler der Hotelfachschule Grafenau nutzen beispielsweise das Förderprogramm ERASMUS für ihre Auslandspraktika.

Blick ins regionale Schaufenster mit Infobroschüren und regionalen Produkten aus drei Ländern (Foto: MuW/r.demont)

Ganz neu ist das Sprachkompetenzzentrum, das nach zweijähriger Vorbereitung im Schuljahr 2017/18 gestartet wurde. Ideengeber hierzu war der Landrat Sebastian Gruber, der ja auch Vorsitzender der Euregio ist. Im ersten Jahr dieses dreijährigen Förderprojektes nehmen 46 Schulen und Kindergärten teil. Die tschechische Sprache spielerisch lernen und die Kultur unseres Nachbarn kennenlernen. Fahrten nach Tschechien zum direkten Kontakt schließen gehören ebenfalls dazu. Im zweiten und dritten Jahr kommen wieder andere Schulen und Kindergärten zum Zug. Aber schon jetzt wurde der Wunsch geäußert das Projekt längerfristig anzulegen, erzählt Euregio Geschäftsführer Kaspar Sammer.

Ein weiteres aktuelles Projekt ist die Plattform Unternehmenskooperation in der Donau-Moldau Region. Hier gibt es sehr viele Anfragen. Das Interesse an Kooperationen ist groß. Mit den Wirtschaftskammern Pilsen und Budweis sowie mit der IHK Niederbayern hat man Partner mit denen man viel umsetzen kann. Übrigens ist auch der Trägerverein Europaregion Donau-Moldau e.V. im Europahaus angesiedelt was einem solchen Projekt noch mehr Durchschlagskraft verleiht. (Die Euregio) Die Europaregion ist neben den Interreg-Programmen mit Tschechien und Österreich nun auch für (die) das Transnationale Donaurauminterregprogramm zuständig und das Programm Interreg-EUREOPE, mit welchem Kooperationen innerhalb ganz Europas gefördert werden können. Aber man sollte nicht vergessen das Kleinprojektprogramm zu erwähnen, dass Möglichkeiten der Förderung für Dinge wie grenzüberschreitende Seminare, Jugendfussball, Vereinszusammenarbeit, Schulpartnerschaften, Kulturkooperationen oder andere Aktivitäten, die Begegnungscharakter haben, bietet.

Die drei Flaggen vor dem Europahaus symbolisieren die Donau Moldauregion, die EU und die Euregio (Foto: MuW/r.demont)

Das lokale Europahaus mit seinen mittlerweile 18 Arbeitsplätzen bietet Bürgern und Kommunen viele Chancen die Möglichkeiten innerhalb der EU zu nutzen. Brüssel ist vor der Haustür. Mag es auch viele Verordnungen geben, diese gehen in der Regel häufig auf Forderungen des Europäischen Rates zurück, der von den Mitgliedsstaaten gebildet wird. Die EU-Kommission macht Vorschläge und setzt die Forderungen des Rates um. Eins der aktuellen Beispiele ist die europäische Abgasnorm, die durchaus sinnvoll ist. Die Wahl zum Europaparlament bietet dem Bürger die Möglichkeit seinen lokalen Vertreter zu wählen, damit dieser für seine Region spricht. Deutschland allein mit seinen rund 80 Millionen Einwohner ohne die Möglichkeiten der EU hat im Spiel der Großmächte wohl kaum eine Chance sich durchzusetzen. 500 Millionen EU-Bürger sind auch nur acht Prozent der Weltbevölkerung