Bei den Volkstheatertagen gibt es neue Stücke und Talente zu entdecken

Das Landestheater Niederbayern pflegt seit Jahrzehnten schon das bairische Dramenrepertoire und den hiesigen Dialekt. Vor zwei Jahren rief das Landestheater die Niederbayerischen Volkstheatertage ins Leben, um den Blick auf diese Tradition des Hauses zu schärfen. Im April 2019 finden nun die dritten Volkstheatertage am Landestheater Niederbayern statt. Wieder gibt es ein reichhaltiges Programm, bei dem man neue Stücke und Talente entdecken kann.

Anlässlich der Volkstheatertage präsentiert das Landestheater heuer eine Uraufführung: Den Liederabend „Bayernsonate“ von Wolfgang Maria Bauer, der am 27. April um 19.30 Uhr Premiere im Stadttheater Passau feiert. Um eine unterhaltsame Geschichte herum, die mit dem bayerischen Brauch des Mai-Baums spielt, prästiert das Ensemble die ganze Bandbreite bayerischer Musik – vom traditionellen Liedgut bis zu den Klassikern der Spider Murphy Gang und aktuellen Hits von Helene Fischer.

Im Zentrum der Theatertage steht wie bereits letztes Jahr ein Dramenwettbewerb. Rund 20 Einsendungen sind im Landestheater eingegangen, die entweder in (nieder-)bairisch geschrieben wurden, von Niederbayern handeln oder von einem niederbayerischen Autor verfasst wurden. Fünf dieser Werke werden nun vom Ensemble des Landestheaters Niederbayern gelesen und von einer Landshuter und einer Passauer Jury öffentlich bewertet. In Passau begutachten und bewerten Eva Bauernfeind (Lichtung Verlag), Dr. Bernhard Forster (Kulturreferent der Stadt Passau) und Werner Reinisch (Vorsitzender der Theaterfreunde Passau) die Werke. Der Gewinner der Jury-Wertung erhält 500 Euro. Die Spannbreite der ausgewählten Dramen reicht von zünftigem Bauerntheater bis hin zum experimentellen Drama: In „Brudermord“ erzählt Marcus Everding die Geschichte eines Bruder-Zwists um das väterliche Erbe, in „(Un)happy End“ von Stefan Voglhuber treffen wir auf ein Ehepaar, das kurz vor der Scheidung steht, sich aber im Ehevertrag dazu verpflichtet hat, noch eine Nacht zusammen auf einer Almhütte zu verbringen. Das Drama „FREMD.SEIN.HEIMAT“ von Franz Csiky u.a. erzählt die Geschichte von Vertriebenen, die in Bayern als „Rucksackdeutsche“ bezeichnet wurden und in dem Lustspiel „Toni aus Paris“ von Achim Pöschl geht es um den ledigen Landwirt Gustl Bachleitner, der eine Freundin aus Paris erfindet, um sich dem Spott seiner Freunde zu entziehen. Das Stück „Die Liste“ von Hans Witzlinger kreist um einen Flüchtling, der von einem repressiven Regime verhört wird.

Karten für den gesamten Dramenwettbewerb gibt es für 5 Euro an der Theaterkasse – Besucher, die bereits im Besitz von Karten für die „Bayernsonate“ sind, haben freien Eintritt. Die Lesungen finden auf der Probebühne des Stadttheaters Passau statt.

Alle Termine im Überblick

27. April 2019

  • 15.30 Uhr – Lesung: „Fremd. Sein. Heimat“
  • 16.30 Uhr – Lesung: „(Un)Happy End“
  • 17.30 Uhr – Lesung: „Die Liste“
  • 18.30 Uhr – Kurzeinführung zu „Die Bayernsonate“ im Fürstenzimmer
  • 19.30 Uhr – Premiere: „Bayernsonate“

28. April 2019

  • 14.00 Uhr – Lesung: „Brudermord“
  • 15.00 Uhr – Lesung: „Toni aus Paris“
  • 16.00 Uhr – Öffentliche Jury-Wertung und Preisverleihung
  • 18.00 Uhr – Vorstellung „Bayernsonate“