Mitgliederversammlung von „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ (GLL) blickt auf bewegtes Jahr zurück und wählt neuen Vorstand

Passau. Ein buntes Potpourri an Projekten der Begegnung, des Lernens und der europäischen Zusammenarbeit, unter einem Ziel vereint: Gemeinsam an einem besseren gesellschaftlichen Miteinander zu arbeiten. Darauf blickten die Mitglieder des Passauer Vereins „Gemeinsam leben und lernen in Europa“ bei ihrer jährlichen Versammlung zurück und wählten einstimmig einen neuen Vorstand.

Geschäftsführerin Perdita Wingerter hob bei ihrer Rückschau den internationalen Frauentreff hervor. Ankie Visschers hatte ihn ein Jahrzehnt lang mit wechselnden Partnerinnen geleitet und so Frauen aus aller Welt die Möglichkeit gegeben, einander kennenzulernen, sich auszutauschen und Ausflüge, Besichtigungen und andere Aktivitäten zu unternehmen. Die Veranstaltungsreihe fand 2020 zum letzten Mal statt. Wingerter dankte Visschers und ihre Mitorganisatorinnen für ihren langjährigen verlässlichen Einsatz: „Der Frauentreff war das erste Projekt, bei dem ich loslassen konnte. Danke dafür!“ Es werde aber natürlich weiterhin Projekte von Frauen für Frauen geben, etwa ein Frauencafé und einen Nähtreff, betonte die Geschäftsführerin. Die Sprachenpatenprojekte des Vereins entwickelten sich ebenfalls weiter: Sie finden aufgrund der Coronakrise zusätzlich online statt, ebenso wie die Variante „10 – 10 – 10“, in dem sich zehn Freiwillige mit zehn Geflüchteten zehnmal treffen und sich dabei zu zehn verschiedenen Themen austauschen. Damit Vereine lernen, die Chancen der Digitalisierung voll zu nutzen, ist der Gemeinschaftsraum des Vereins nun auch Treffpunkt für digitale Nachbarschaft. Ganz im Zeichen der Inklusion von Menschen mit Lernbeeinträchtigungen stand das Projekt „Improve“, für das das scheidende Vorstandsmitglied Margot Bofinger die Verantwortung übernommen hatte. Und im EU-Projekt „WakeUP!“, das junge Europäer*innen zum Motor für Veränderungen hin zu einem besseren Europa machen will, haben Ehrenamtliche von GLL einen Podcast gegründet. Unter dem Titel „WakeUP – Futter fürs Hirn“ sprechen sie regelmäßig zu Themen, die die Gesellschaft bewegen, wie etwa Rassismus, Sexismus, Inklusion und Fake News. Der Podcast ist auf Spotify und unter www.futter-fuers-hirn.de verfügbar.

Bei der Versammlung wurde außerdem der Vorstand neu gewählt. Toni Fischer, der seit Gründung des Vereins 2008 an der Spitze des Vorstands stand, trat nicht mehr in dieser Funktion an. Geschäftsführerin Perdita Wingerter dankte ihm für sein langjähriges außerordentliches Engagement und machte deutlich, was für eine wichtige Rolle er für die Vereinsgründung spielte: „Sie haben mir immer Mut und Kraft gegeben. Ohne Sie hätte ich mich nicht getraut, den Verein zu gründen!“ Fischer bleibt dem Vorstand als Beisitzer erhalten. In seine Fußstapfen als erster Vorsitzender tritt Uwe Gegenfurtner, der sich seit 2019 ehrenamtlich bei GLL engagiert und sich in seiner Amtsperiode auf die Suche nach finanzieller Unterstützung für den Verein konzentrieren möchte. Rechnungsprüferin Katja Reitmeier trat ebenfalls nicht mehr an und erhielt von Wingerter ein großes Dankeschön für ihre Tätigkeit. An ihrer Stelle kandidierte Julia Vesper, der alle anwesenden Mitglieder ihr Vertrauen aussprachen. Einstimmig im Amt bestätigt wurden zudem Monika Binder als zweite Vorsitzende, Sonja Albert als Kassiererin sowie Ankie Visschers, Philipp Carstens, Sabrina Kanski und Andreas Schrank als Beisitzer. Darüber hinaus stimmten die Mitglieder einer Änderung der Vereinssatzung zu, die die Gründung einer Jugendorganisation innerhalb des Vereins ermöglicht.

Das ist der neue Vorstand mit Geschäftsführerin (v.l.): Ankie Visschers, Philipp Carstens, Perdita Wingerter, Andreas Schrank, Monika Binder, Uwe Gegenfurtner, Toni Fischer (auf dem Bild fehlen Sabrina Kanski und Julia Vesper) – Foto: Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V.

Auch für 2021 sind viele neue Projekte geplant. So soll etwa ein „Plaudertelefon“ aufgebaut werden, mit dem ältere Menschen vor Einsamkeit geschützt werden sollen. Es soll gemeinsame Videodrehs von Jung und Alt geben, die sich zu denselben Themen engagieren. Und im nächsten Jahr möchte der Verein ein Zentrum für lokales freiwilliges Engagement werden, das den Gemeinschaftsraum noch stärker als Treffpunkt für das Ehrenamt in Passau etablieren will. „Gemeinsam mehr erreichen“ ist also auch im neuen Jahr das Motto.

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