Der älteste Brauch in Waldkirchen
Jährlich am Sonntag nach dem 6. November

Am 6. November feiert St. Leonhard seinen Namenstag. Nach alten Berichten war der hl. Leonhard ein Einsiedler (Eremit) in der Normandie und gründete das Kloster St.-Léonhard-de-Noblac.

Auch als Abt war er bei den Leuten der Umgebung sehr beliebt, daher folgten die Leute seinen Ratschlägen, wenn es um krankes Vieh ging.
Leonhard gab ihnen Mixturen und Salben, um den Tieren zu helfen.
Schon zu Lebzeiten galt er in seiner Umgebung als Schutzpatron für Pferde.

Ursprünglich führte der Ritt von der Pfarrkirche zur Frischeckerkapelle und zurück. Dekan Loraghi begründete diese Art der Verehrung des Tierpatrons vor über 200 Jahren. Er schreibt darüber in einem Bericht an das Passauer Domkapitel unter anderem: „Es ist allenthalben bekannt, dass Hiesigerorten jeder, sonderbar die Bauernschaft, zu dem heiligen Leonardo als einen berufenen Schutzpatron des lieben Viehs große Andacht traget… Ich habe deshalb 1751 in Frischeck einen Seitenaltar zu Ehren des heiligen Leonhard errichten lassen.“

Am Leonhardestag 1753 bewegte sich erstmals eine Prozession von Waldkirchnern nach Frischeck. Die Bauern ritten paarweise voraus; das Pfarrvolk ging betend hinterher. In der Frischeckkapelle wurde ein Amt zu Ehren des Tagheiligen gelesen. Danach zog man in Prozessionsordnung wieder in den Markt zurück, wo die Pferde vor der Pfarrkirche gesegnet wurden. Als die Frischeckkapelle 1809 profaniert wurde, zogen die Leonhardireiter fortan zu Karolikapelle. Der Gottesdienst wird hier nicht in, sondern vor der Kapelle im Freien gelesen. Dabei bilden die Reiter auf ihren glänzend gestriegelten und mit bunten Bändern geschmückten Pferden ein Spalier.

An der Prozession beteiligen sich an die 100 Pferde.

Nach der Messe ritt man über das Zwieselholz zurück nach Waldkirchen zur Pferdesegnung. Zahlreiche Schulkinder und Erwachsene begleiteten den Zug jedesmal.

(Quelle: M. Hobelsberger, Touristinfo Waldkirchen)