CSU-Abgeordnete & CSU-Bezirksräte tauschen sich mit neuer Forstamtsleiterin aus

Passau. „Auch wir merken natürlich, dass sich bei den Waldbesitzern der demografische Wandel sowie Strukturwandel durchschlägt. Mittlerweile gibt es viele Waldbesitzer ohne landwirtschaftlichen Hintergrund“, so Dr. Karin Höglmeier bei einem Gespräch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler.

Den beiden CSU-Stimmkreisabgeordneten war es ein Anliegen, gemeinsam mit den CSU-Bezirksräten Cornelia Wasner-Sommer und Josef Heisl, der neuen Leiterin des Bereichs Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einen offiziellen Antrittsbesuch abzustatten. Dabei kamen zahlreiche Themen aufs Tableau, vorrangig die weitere Bekämpfung des Borkenkäfers. „Der Raum Passau ist unbestritten und anerkannt ein wahrer Hotspot der Borkenkäferschäden. Die Lage verschärft sich weiter, weil wir zudem mit Stürmen und ausgedehnten Dürreperioden zu kämpfen haben“, so die Bereichsleiterin Forsten am AELF Passau. Der Klimawandel sei längst real und der Wald müsse umgebaut werden. Auch wenn das Bewusstsein für die Problematik grundsätzlich zugenommen hätte, in gleichem Maße sei auch die Größe der Schadfläche angestiegen und daher kaum noch zu bewältigen. „Gemeinsam mit der Waldbauernvereinigung arbeiten wir alle am Limit und geben unser Bestes in der aktuellen Krise“, so Höglmeier weiter. Das Schwierigste stehe jedoch vielen Waldbauern noch bevor: Die Wiederbewaldung der Schadflächen. Teilweise werde sich der Wald dabei selbst helfen müssen, denn nicht alle Flächen können von den Waldbesitzern aktiv bepflanzt werden. Natürliche Verjüngung sei aber mancherorts eine sehr gute Lösung.

Hinzukomme eine drastische Entwicklung bei den Holzpreisen: „Früher war ein Wald eine Bank, heute ist er wohl eher ein ‚Draufzahlgeschäft‘ oder zumindest eine Risikoanlage“, so Dr. Karin Höglmeier. Die Sägewerke seien aufgrund der Menge an Schadholz gut bevorratet, wie sich der Absatz von Schnittholz nach Amerika und China entwickle sei unsicher und obendrauf habe man mit einer möglicherweise anstehenden Wettbewerbsverzerrung durch die neue Schadholz-Verordnung in Österreich zu kämpfen, falls dadurch weniger Holz an Säger im Nachbarland verkauft werden kann. Angesichts dieser Entwicklungen sei die ausfallende Aufarbeitung der Waldschäden menschlich durchaus nachvollziehbar – „einige Waldbesitzer haben schlichtweg die Flinte ins Korn geworfen.“
Wenn nicht gerade der Käfer wirkt, dann wäre da noch die Biberproblematik, die vor allem Bezirksrat Josef Heisl unter den Nägeln brennt: „Er ist da und wir werden mit ihm leben müssen, allerdings müssen auch die Waldbesitzer für Schäden angemessen entschädigt werden“, will Dr. Höglmeier weiter anmerken.

Der Zuständigkeitsbereich und das Aufgabenfeld des Bereichs Forsten beim Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forst im Landkreis Passau ist breit gefächert. „Uns wird definitiv nicht langweilig. Im Gegenteil: Wir sind personell am Anschlag und versuchen, den Waldbesitzern so gut es geht unter die Arme zu greifen“, macht die Bereichsleiterin Forsten am AELF gegenüber den Abgeordneten nochmals deutlich.

Dennoch: Sie sei froh und glücklich über das neue Amt in Passau. „Eine Region mit hohem Freizeitwert. Ich fühle mich hier sehr wohl. Und was die Herausforderungen in meinem Tätigkeitsfeld angeht: Diese sind auch da, um gelöst zu werden“, blickt sie zuversichtlich auf all das was kommt und dankt in gleichem Maße für das Interesse seitens der Politik.
„Der Wald ist von großer Bedeutung und ein wichtiger Bestandteil unseres Lebensraums. Gemeinsam müssen wir hier für bessere Bedingungen arbeiten und Lösungen finden“, sind sich auch die Abgeordneten abschließend einig.

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