Frech-beziehungsreiche BilderObjekte von Rudolf Klaffenböck im Café Unterhaus

(von Tobias Schmidt)

Der Passauer Fotograf, Kabarettist, Dokumentarfilmer und Grafiker Rudolf Klaffenböck zeigt aktuell Assemblagen und grafische Arbeiten im Café Unterhaus in der Höllgasse. Der feine, wohlbekannte Humor seiner Fotografien lässt sich auch in der „BilderObjekte“ benannten Schau finden, gibt sich aber anspielungsreicher und gern auch eine Spur derber.

Rudolf Klaffenböck „Flucht der Feldhasen“, Objekt, Tusche (2017) – Bildquelle: Klaffenböck

Immer wieder ist das geographisch nahe, kulturell und politisch bisweilen jedoch sehr fremde Geburtsland Österreich ein Thema: Wenn der Künstler etwa Rot, Weiß und Rot wie auf einer handgeschriebenen Wirtshaus Rechnung zusammenzählt, ergibt das bei ihm Blau. Ein Zustand, den sowohl Weintrinker als auch Österreichs Wähler kennen. Das ist durchaus „krachert“, und ist im Duktus doch eher bei Klaus Staeck, dem Erneuer des politischen Plakats in der Bundesrepublik, als etwa bei Gerhard Haderer, dem enfant terrible der alpenrepublikanischen Polit-Cartoonisten. Albrecht Dürers „Feldhase“ (das weltberühmte Aquarell ist 2019 übrigens wieder in der Wiener Albertina zu sehen) wird bei Klaffenböck zum Karnickel, welches – frei nach Walter Benjamin – das eigene Kunstwerk-Dasein im Zeitalter seiner Reproduzier- und „Aufessbarkeit“ reflektiert.

Vieldeutig schmunzelnd und augenzwinkernd präsentieren sich diese BilderObjekte noch bis 8. April zu den Öffnungszeiten des Café Unterhaus. Eintritt frei.

(Quelle: Rudolf Klaffenböck)