Kurz vorm dritten Advent: Drei Mal Blues aus Wien, Linz und dem „Vilstal-Delta“

(von Tobias Schmidt)

Mitte Dezember geben sich drei Bands ein Stelldichein im Café Museum, um einen Bluesakzent im Programm zu setzen: Am Donnerstag, 12. Dezember zunächst The Blues Infusion aus Wien. Die Musik von Peter Dürr (voc), Peter Peduzzi (g), Werner Müller (keys), Fritz Salek (b) und Dusan Milenkovic (dr) folgt zwar dem Zwölftaktschema des Blues, aber wo eine Rockgitarre frech dazwischngrätschen kann, tut sie’s dort auch.

Auf dem vor einem Jahr erschienenen Album „Half Town Blues“ teilt sie sich diesen Job mit einer Jazztrompete. Und siehe da, schon wird das Schlagzeug untreue und schaltet gelegentlich auf swingenden Groove. Die Band spielt Eigenkompositionen und Bluesstandards.

Lange nicht mehr da waren The Cold Heat Blues Band alias Peter Gamurar (voc), Martin Fries (g), Edi Schoenenwald (harp), Udo Jägerbauer (b) und Adrian Fries (dr) aus Vilshofen, pardon, dem „Vilstal-Delta“. Klassiker wie „My Babe“ des auf vielen frühen Platten des (in den 1960ern vor allem dann für die Soulmusik wichtigen) Chess Labels zu hörenden Mundharmonikaspielers Little Walter werden erklingen. Oder Louis Jordans „Caldonia“, ein Jumpblues aus den 1940ern. Man wird beim Konzert am Freitag, 13. Dezember, aber auch Eigenkompositionen und modernen Blues zu hören bekommen.

Am Samstag, 14. Dezember, feiern dann „Still Experienced“, die nunmehr würdevoll ergraute Band von Gitarrist Chris Haller und Musikverleger-Bassmann Peter Guschelbauer wieder jenen Musiker, der die Rockmusik Ende der 1960er Jahre für immer veränderte: Jimi Hendrix. Bis heute rätseln Fans und Musikwissenschaftler (bisweilen in Personalunion), wie man Hendrix‘ Musik kategorisieren könnte. War sie ein Amalgam aus Rock’n’Roll und FreeJazz, Außerirdischer Blues oder nach den Prinzipien Coltrane’scher Harmolodik kontrollierter E-Gitarrenfeedback-„Krawall“? Hendrix sprach von „Electric Church Music“, welche Kirche er da auch immer meinte. Still Experienced werden unter Mithilfe von Andreas Szelegowitz (dr), Reynhard Boegl (harp) und Charly Schmid (sax) im Programm „The Hendrix Side of the Blues“ die Blueswurzeln und Bluestauglichkeit von Jimi Hendrix’ Musik frei legen und zum Klingen bringen. Fand sich auf dem Hendrix‘ Albendebüt ein Bluesklassiker („Hey Joe“), wurde sein Umgang mit der zwölftaktikten Formel des älteren, dunklen Bruders von Jazz und Rock mit den Jahren vor Hendrix‘ frühem Tode im September 1970 immer freier. Musikalisch Freiheit, die es immer wieder nachzuerleben gilt.

Alle Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr im Café Museum, Bräugasse 17. Karten sind unter Tel.0851 21246410 oder music@cafe-museum.de reservierbar.