Kleiner und etwas anders als sonst, doch gibt’s auch heuer wieder Jazz im Rathausinnenhof

(von Tobias Schmidt)

Still waren die vergangenen Monate. Weil aber Onlinekonzerte und live-gestreamte Chorproben aus Balkonien auf Dauer allenfalls ein „Mongdratzerl“ für alle Livekultur-Hungrigen sein können, organisiert der Verein JazzFest Passau e.V. auch heuer wieder eine Reihe mit sehr gut besuchten eintrittsfreien Sommerkonzerten im Rathausinnenhof.

Bis Ende August sind diese geplant, bedingt durch die Corona-Pandemie jedoch aktuell nur mit maximal 100 vorangemeldeten Besuchern, mit lediglich einem einstündigen Set ohne Pause, mit Hygiene- und Abstandsregeln, und nur dank der kooperativen Unterstützung der Stadtverwaltung umsetzbar.

Ein Schaulaufen der Stars ist das nicht, vielmehr berührt das vom Verein zusammen gestellte Programm verschiedene Traditionslinien des Jazz und zeigt deren zeitgenössischen Interpretation in trotz aller Auflagen angenehm ungezwungener Atmosphäre. Bis Anfang Juli heißt das zum Beispiel: Der österreichische Gitarrist (und Sänger!) Wolfgang Muthspiel gibt am 19.6. ein Solokonzert (und wir grübeln gerade, ob das sein erster Auftritt in der Region seit dem INNtöne Festival 2006 ist). Die neuerlichen Grenzöffnungen machen es möglich, dass der Österreicher Sir Oliver Mally (g) und sein ebenso Blues-begeisterter niederbayerischer Musikerkollege Hubert Hofherr (harp) ihr erstes gemeinsames Album am 20.6. endlich live präsentieren werden können. Nomen est omen? „Overdue“ – also Englisch für „überfällig“ – erschien im Februar 2020 beim Label Timezone. Da war die Welt „gerade noch nicht aus den Corona-Fugen“. Das Trio Interzone des Trompeters Mario Rom ist am 25.6. zu erleben. Tags darauf steht der Programmmacher hinter Jazzfest Passau, Paul Zauner (tb), selbst gemeinsam mit Wolfram Derschmidt (db), Dusan Novakov (dr) und Clemens Salesny (sax) auf der Bühne.

Zwei Local-Acts geleiten die Zuhörer in den Juli: Vokaljazz mit Margot Melissen begleitet von Matthias Elender an der Gitarre am 27.6. Und am 2.7. stellt Jürgen Schwenkglenks (g, perc) den Passauern seinen argentinisch-oberbayerischen Musikerkollegen Facundo Barreyra (Bandoneon, perc) im gemeinsamen Duoprojekt vor – diesmal übrigens nicht ausschließlich mit lateinamerikanischen Klängen. Man darf gespannt sein.

Mit Liedermachern und Groovemachern unter anderem an Saxophon, Hammondorgel geht es dann im Juli weiter. Die Termine werden fortlaufend auf www.cafe-museum.de/jazzfest-passau.html ergänzt. Eine Onlinereservierung ebendort vorab ist zwingend notwendig – dies frühzeitig zu tun, sei hiermit empfohlen!

Der Getränkeausschank ist von 19 Uhr bis zum Konzertbeginn um 20 Uhr geöffnet. Achtung: Da es keine Ausweichmöglichkeit gibt, finden die Konzerte nur bei Starkregen nicht statt. Eintritt frei, Spenden für die Arbeit des JazzFest Passau e.V. erbeten. 

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