IHK-Tourismusausschuss konstituiert – Kai Tiemer neuer Vorsitzender

„Geben Sie uns eine Stimme!“ – mit diesen Worten begrüßte Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern, die Mitglieder des neu konstituierten Tourismusausschusses, der für die nächsten fünf Jahre Netzwerk, Informationsplattform und Sprachrohr der heimischen Wirtschaft mit praktischer Kompetenz sein soll. Zu ihrem Vorsitzenden wählten sich die Ausschussmitglieder Kai Tiemer, Hotelier in Bad Füssing.

Wie vielfältig sich das Bild im Ausschuss zusammensetzt, wurde bei der Vorstellungsrunde der gut 25 Teilnehmer klar: Gastwirte, Hoteliers, Betreiber von Golfanlagen oder Freizeitparks, Werbetreibende, Großhändler, Touristiker, Brauereien und Unternehmensberater verbindet das gemeinsame Ziel, den Tourismus in der Region zu unterstützen. Der Ausschuss bildet einen Querschnitt durch den ganzen Wirtschaftsbereich ab. Wie wichtig das ist, beleuchteten in Referaten die Tourismusreferentin der IHK, Daniela Hausteiner und der Bereichsleiter für Standortpolitik, Martin Frank. „Tourismus ist eine Querschnittsbranche und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, betonte Frank. Bayern ist bei den Übernachtungszahlen mit einem Anteil von 20,5 Prozent in Deutschland Tourismusland Nummer eins, und mit über zwölf Millionen Übernachtungen pro Jahr liege Niederbayern an Platz drei nach Oberbayern und Schwaben. Die gesamte Bruttowertschöpfung im IHK-Bezirk Niederbayern liegt bei 2,6 Milliarden Euro, wovon 47,7 Prozent der Umsätze direkt dem Gastgewerbe zu Gute kommen. Mehr als die Hälfte teilen sich das Dienstleistungsgewerbe (22,7 Prozent) und der Einzelhandel (29,6 Prozent). Neben dem wirtschaftlichen Aspekt ist auch der gesamtgesellschaftliche Aspekt wichtig; etwa was Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung und damit auch Karriere-Chancen in einem „Urlaubs-Umfeld“ betrifft. Es ist aber auch ein Bereich, der Herausforderungen bereithält. Unter dem Schlagwort „Preisstolz“ gab der Consulting-Coach Martin Gahn einen Impulsvortrag, wie im unternehmerischen Dreieck von Auslastung, Preisgestaltung und Umsatz an sehr feinen Schrauben gedreht werden kann, um Erlös und Erfolg zu optimieren.

Was sind die Themen, die die Branche bewegen? Eine schnelle Umfrage ergab: Der Ausschuss wünscht sich Austausch mit politischen Vertretern und untereinander sowie Informationen zu Branchenthemen, um zentrale Problemfelder wie Fachkräftemangel und Bürokratie „beackern“ zu können. Ein Fokus soll hierzu auf das Thema Qualität durch Aus- und Weiterbildung gelegt werden.


Kurzportrait von Kai Tiemer

Tiemer ist seit fünf Jahren leitend im Schweizer Hof in Bad Füssing tätig, kennt die Branche von der Pike auf, stand als gelernter Hotelkaufmann schon am Empfang, sammelte Erfahrungen im In- und Ausland und managte unter anderem zuvor ein Hotel der Gerry-Weber-World mit hohem Event- und Promi-Faktor. Engagement ist ihm wichtig weil: „Es braucht ein Netzwerk, um gemeinsam mehr zu bewegen.“ Die größten Risiken und Chancen für ihn: „Wir brauchen gute Mitarbeiter und dafür eine hohe Anerkennung der vielen erfüllenden Jobs im Tourismus in der Premiumregion Niederbayern. Und wir brauchen weniger Bürokratie, um mehr Gastgeber sein zu dürfen.“ Wie sähe Niederbayerns touristische Zukunft für ihn aus? „Die Vielfalt vom Bayerischen Golf- und Thermenland und vom Bayerischen Wald bis hin zu Flüssen, Städten, Tagen und Wellness ist beeindruckend. Wer diesen Wert erkennt, schätzt und Service bietet, wird dauerhaft begeisterte Gäste ernten.“

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