Lallinger Grundschüler lernen direkt vor der Schultüre

Die zweite Klasse der Naturparkschule Lalling nimmt die Heckenpflanzen ganz genau unter die Lupe. In ihrem dritten Schuljahr wird sich die Klasse mit dem Wald auseinandersetzen (Foto: Naturpark Bayerischer Wald e.V. / L. Stier)

Ein Rückblick auf das erste Jahr als Naturparkschule

Lalling (Landkreis Deggendorf). Ein Vogel, der Speisekammern anlegt, Fliegenlarven, die Unterwasser ihr eigenes Haus bauen, Insekten, die sich so „anziehen“, als könnten sie stechen, Springschwänze, die im Boden wohnen und ein Moos als König des Moors. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Lalling haben im Schuljahr 2020/21 eine Menge entdeckt.

Seit Herbst 2020 ist die Grundschule Lalling als Naturparkschule ausgezeichnet. Dabei werden Themen des Lehrplans in Kooperation mit dem Naturpark Bayerischer Wald und weiteren ausgewählten Kooperationspartnern erarbeitet. Das Wichtigste dabei: Die Kinder lernen draußen vor Ort. Die Erstklässler behandeln das Thema Wiese, in der zweiten Klasse wird die Hecke und auch die Fledermaus erforscht, die dritte Klasse lernt den Wald besser kennen und die Viertklässler nehmen das Wasser ganz genau unter die Lupe.

Aufgrund des diesjährigen Distanz- und Wechselunterrichts konnten nicht alle Veranstaltungen wie geplant ablaufen. „Dennoch können wir auf ein sehr erfolgreiches erstes Naturparkschuljahr zurückblicken“, so die Rangerin Lea Stier, welche die Grundschule Lalling von Seiten des Naturparks betreut. Trotz der etwas erschwerten Bedingungen war jede Klasse mindestens einmal mit der Rangerin unterwegs.

Es geht darum, den Schülern zu zeigen, dass auch direkt vor ihrer Schultür spannende und oft auch besondere Dinge auf sie warten. So sorgte zum Beispiel die Exkursion in das Hochmoor Todtenau für viel Staunen. Wie schafft es ein kleines grünes Moos, bei diesen Bedingungen so gut zu wachsen und gleichzeitig noch die anderen Pflanzen zu „regieren“? Die Viertklässler der Grundschule Lalling kennen nun die Antwort: „Es kann die wenigen Nährstoffe, die der Regen mit sich bringt, sehr gut aufnehmen. Es nimmt also Nährstoffe auf und macht gleichzeitig seine Umgebung sauer. Sauer so, wie eine Zitrone. Da können viele andere Pflanzen nicht mehr stehen. Es wird ihnen eben zu sauer für ihre Wurzeln“. Ein Trick einer kleinen Pflanze, die jeder schon einmal gesehen hat, aber oft als gewöhnlich abstempelt. Genau das ist der Grund, warum Rangerin Lea Stier die Arbeit in der Naturparkschule so gerne macht: „Es ist wichtig, dass die Kinder schon früh die Möglichkeit bekommen, den Naturschatz vor ihrer Haustüre kennenzulernen und vor allem selbst zu entdecken. Nur so kann auch Wertschätzung gegenüber der Natur entstehen.“

Lernen aus und in der Natur ist auch für den Lallinger Schulleiter Helmut Habereder eine Kernkompetenz, die Schülerinnen und Schüler entwickeln sollen: „Nur, wer Natur versteht, schafft es, sich in ihr achtsam zu bewegen und sie zu schützen!“. Außerdem bedankte sich Rektor Habereder bei Stier für die gewinnbringende Zusammenarbeit und bei seinem schulischen Organisationsteam den Frauen Seibold und Holstein.

Alle Beteiligten freuen sich schon auf das kommende Schuljahr, das mit Einführungsveranstaltungen zum jeweiligen Jahresthema starten wird.