Galerie Andrée eröffnet im September eine Malschule

(von Tobias Schmidt)

Es gibt Neuigkeiten aus der Galerie Andrée in der Höllgasse: Im September 2016 berichtete MEIN PASSAU über den Maler Manfred Andrée. Umringt von Ölgemälden, in einem Hauseingang in der Altstadt sitzend, konnte man seinen Bildern – Passauer Stadtansichten, Blumenmotive, Seestücke und mehr – beim Entstehen zuschauen. So trafen wir ihn damals an, so erzählte er uns seine Geschichte. Als Zahntechniker war der Sohn des Kunstmalers Karl Andrée Ende der 1970er Jahre aus dem Münsterland nach Passau gekommen und hatte sich als Dentalkaufmann selbständig gemacht. „Das erfordert auch einen ästhetischen Blick; da hat man ebenfalls mit Form- und Farbbildern zu tun“, sagt Andrée über diese Vergangenheit. Die jahrelang von der stumm und ungenutzt herum stehenden Staffelei, einem Erbe des früh verstorbenen Vaters, begleitet wurde. Im Ruhestand verwirklicht er sich nun den lebenslang präsenten Traum des Malers mit eigenem Atelier in der Höllgasse umgezogen. „Heute gehe ich mit einer Palette im Kopf durch die Landschaft und mische mir mental Farben zurecht. Ich male, um in mir selbst die Beziehung zu Farbe, Licht und Schatten zu erkunden“.

Idee zur Malschule entstand auf einem Kreuzfahrtschiff

Dieser schöne Satz war uns von der ersten Begegnung mit Manfred Andrée in Erinnerung geblieben. Er hat ihn noch einmal gegenüber einem Besucher geäußert: „Eines Tages stand jemand von einem der Kreuzfahrtschiffe bei mir in der Galerie. Er fragte, ob ich nicht einen Malkurs für Passagiere an Deck anbieten könnte, es seien doch einige Menschen dabei, die schlecht zu Fuß seien und an den Tagestouren nicht teilnehmen könnten. Ich ging aus Neugierde hin, und stieß auf großes Interesse“. Interesse woran? „Am Etwas-Selbst-Erschaffen, am Hervorlocken der eigenen Kreativität, daran, dass da einer die ersten Schritte bei einem Projekt mitgeht, und man am Ende des Tages sagen kann: Das habe ich gemacht. Und das tut mir gut“. Dass Manfred Andrée ziemlich kurzweilig und hintersinnig erzählen kann, wie gut ihm das Malen tut, war ihm bewusst, aber dass er, der nie eine akademische Ausbildung genoss, auch Menschen zeigen kann, dass sie etwas selbst vermögen, das überraschte ihn dann doch.

Galerie Andrée eröffnet eine Malschule (Foto: Schmidt)

„Da mach ich ‚was draus“, sagte sich Manfred Andrée angesichts dieses Erlebnisses. Noch so ein Leitspruch, der eben nicht nur im Rückblick auf sein Leben passt, sondern den er auch aktiv lebt. „Da mach ich ‚was draus. Aber nicht auf einem Kreuzfahrtschiff.“ Sondern dort, wo ihm tagtäglich Besucher über die Schulter und auf die Leinwände vor ihm auf der Staffelei schauen. „Nach den Schulferien biete ich hier im Atelier in der Höllgasse Malkurse an. Mit bis zu fünf Teilnehmern pro Kurs, die meist abends stattfinden sollen. Es wird um Themen wie Grundlagen der Öl- und Acrylmalerei, Farbgestaltung, Perspektivisches Zeichnen oder Gestaltung von Licht- und Schattenwirkung gehen. Geplant sind derzeit 2-3 Abende pro Woche von je circa zweistündiger Dauer. „Wem der Weg abends in die Altstadt zu weit ist, an einem zweiten Standort in Heining ist auch etwas möglich“. Doch der größte Wunsch des Malers ist ein anderer: „Mein Wunschziel wäre, dass jeder Teilnehmer am Ende von 1-2 Malabenden ein fertiges Bild mit nach Hause nehmen kann.“ Wer Lust hat, den Umgang mit Farbe und Leinwand zu lernen, kann sich ab sofort bei Manfred Andrée montags bis freitags in der Höllgasse 12, unter Tel. 0176 98170805 oder per email an info@galerie-andree.de melden. Und ein virtueller Galeriebesuch ist möglich unter: www.galerie-andree.de.