Landratsamt Freyung-Grafenau optimiert mit Unterstützung des Roten Kreuzes die ambulante Infektpraxis auf dem Volksfestplatz in Freyung

Auf dem Volksfestplatz in Freyung läuft seit Montag in Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Bundeswehr, BRK, Feuerwehr und niedergelassenen Ärzten ein so genanntes Testzentrum für Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (Sars-Cov-2). Unmittelbar daneben wurde eine ambulante Praxis zur Versorgung von Menschen mit Atemwegsinfekten mit leichten bis mittleren Symptomen eingerichtet. „Die Praxis entlastet vor allem die niedergelassenen Ärzte“, betont Landrat und Leiter der örtlichen Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) Sebastian Gruber. Sie überweisen Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus dorthin.

Auf Initiative der BRK-Kräfte in der örtlichen Einsatzleitung und in der Führungsgruppe Katastrophenschutz konnte noch während der Aufbauphase der ambulanten Infektpraxis am Wochenende deren Ausstattung und Einrichtung nachhaltig optimiert werden. Dem BRK-Kreisverband Freyung-Grafenau ist es in Kooperation mit dem BRK-Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz gelungen, eine Mobile Medizinische Versorgungseinheit (MMVe), also eine Arztpraxis auf Rädern, zum Einsatz zu bringen. Davon gibt es in der gesamten Bundesrepublik nur vier Stück. Sie werden üblicherweise bei Großveranstaltungen oder beim Ausfall kritischer Infrastrukturen in Katastropheneinsätzen genutzt. Die Unterstützungseinheit des DRK- Landesverbandes Baden-Württemberg hat am gestrigen Sonntag die MMVe von Stuttgart nach Freyung überführt und an den BRK-Kreisverband Freyung-Grafenau von Landrat Sebastian Gruber zum Betrieb übergeben. „Für diese Unterstützung mit einer sehr hochwertigen Ausstattung sind wir dem Roten Kreuz sehr dankbar“, so der Landrat bei seiner Besichtigung vor Ort.

Aufbau der Mobilen Medizinischen Versorgungseinheit am Sonntag durch Rotkreuz-Kräfte aus dem Landkreis Freyung-Grafenau und der Vertreter der Unterstützungseinheit des DRK-Landesverbandes Baden- Württemberg auf dem Freyunger Volksfestplatz (Foto: BRK Freyung-Grafenau)

Eine MMVe besteht aus einem Zugfahrzeug und einem Praxis-Container-Auflieger. Dabei handelt es sich um eine komplett ausgestattete Arztpraxis einschließlich Sonografiegerät, EKG, Labor und Sterilisationseinrichtung sowie entsprechende Kommunikationsausstattung. Diese 14 m lange Containerpraxis umfasst zwei Behandlungsräume sowie eine Anmeldung mit Wartebereich. Damit ist auch ein durchgängiger Behandlungsbetrieb gesichert, da im zweiten Behandlungsraum bereits wieder ein Patient ärztlich betreut werden kann, während im ersten Behandlungsraum die notwendigen Desinfektionsarbeiten stattfinden. Aufgrund der dort vorhandenen Ver- und Entsorgungtechnik ist der Volksfestplatz in Freyung auch optimal als Standort für eine MMVe geeignet.

Die Einrichtung ist seit heute in Betrieb. Wichtig sei, so Gruber: „Die dort betriebene Praxis ist eine reine Überweisungspraxis. Es kann also niemand einfach vorbeikommen, und sich untersuchen lassen oder einen Abstrich durchführen lassen.“
Die Patienten müssen zunächst ihren Hausarzt oder, wenn dieser nicht erreichbar ist, den hausärztlichen Notdienst unter der 116 117 kontaktieren. Dort wird entschieden, ob der jeweilige Patient an die Infektpraxis überwiesen werden soll. Erst wenn das der Fall ist, wird mit ihm ein fester Termin vereinbart, zu dem er sich am Volksfestplatz einzufinden hat. Wer ohne einen solchen Termin zum Volksfestplatz kommt, wird erst einmal wieder nachhause geschickt. Die Koordination des Zu- und Abflusses der Patienten sowie deren Steuerung (zur Praxis, zum Testzentrum) übernehmen Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 8 und des Sanitätsversorgungszentrums aus Freyung.

Landrat Sebastian Gruber (2. v. re.) mit weiteren Mitgliedern der Führungsgruppe Katastrophenschutz (re. Seite) und dem Team vom BRK-Kreisverband Freyung-Grafenau (Mitte) sowie der Unterstützungseinheit des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg (links im Hintergrund) (Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau)

Mit der Einrichtung dieser Praxis müssen die Hausärzte keine Entnahme von Abstrichen und keine Untersuchung von Covid-19-verdächtigen Personen mehr durchführen. Der Kontakt von möglicherweise an Covid-19 erkrankten Patienten zu medizinischem Personal wird damit minimiert, da sie nur noch in der Infektpraxis am Volksfestplatz gesichtet und wenn nötig an eine der im Landkreis eingerichteten Schwerpunktpraxen verwiesen werden. Der besonders kritische Bereich der medizinischen Versorgung ist damit besser vor möglichen Ansteckungen geschützt und die Patienten erhalten gleichzeitig eine gute medizinische Versorgung, erklärt Dr. Peter Gahbauer. Er ist der Versorgungsarzt des Landkreises und damit zuständig für den Betrieb der Praxis. Gahbauer hat dazu bereits seine niedergelassenen Kollegen kontaktiert und der Dienstplan für die nächste Woche ist bereits erstellt. Auch das notwendige medizinische Personal zum Praxisbetrieb steht bereits zur Verfügung.

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