Erste Sitzung der neu gewählten IHK-Vollversammlung in Passau

Die IHK Niederbayern hat einen neuen Präsidenten – und der ist der alte: Die IHK-Vollversammlung, das „Parlament der Wirtschaft“, hat einstimmig den Passauer Unternehmer Thomas Leebmann in seiner ehrenamtlichen Funktion bestätigt. Der 55-Jährige ist seit 2016 Präsident der IHK. Unterstützt wird er von acht ebenfalls neu gewählten ehrenamtlichen Vizepräsidenten, die die einzelnen Teilregionen des IHK-Bezirks Niederbayern repräsentieren: Toni Fink (Deggendorf), Claus Girnghuber (Dingolfing-Landau), Elisabeth Hintermann (Freyung-Grafenau), Hans Graf (Landshut), Fritz Mayer (Passau), Franz-Xaver Birnbeck (Regen), Peter Glas (Rottal-Inn) sowie Christoph Kämpf (Straubing). Die Vollversammlung ist bei der Sitzung in Passau das erste Mal in neuer Besetzung zusammengetreten. Vorausgegangen war die IHK-Wahl im Sommer des Jahres, in der die wahlberechtigen Unternehmerinnen und Unternehmer aus Industrie, Handel, Tourismus und Dienstleistungen die 81 Mitglieder der IHK-Vollversammlung aus ihren Reihen gewählt hatten.

Die neue Wahlperiode läuft nun bis 2023. Für diese fünf Jahre wolle man sich ein Arbeitsprogramm geben, an dem sich die IHK auch messen lassen wolle, betonte IHK-Präsident Leebmann bei der Sitzung. Inhaltlich konzentriere man sich dabei auf „vier Megathemen“, die die Unternehmen beschäftigen: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Bürokratieabbau und Infrastruktur. Leebmann betonte in diesem Zusammenhang die politische Funktion der Vollversammlung, gerade mit Blick auf die neue Landesregierung: „Wir werden diese Regierung kritisch begleiten, von Seiten der Wirtschaft die richtigen Dinge unterstützen und gleichzeitig klar und deutlich die Stimme erheben, wo etwas in eine falsche Richtung läuft“, sagte Leebmann. Die IHK sei dabei zwar parteipolitisch neutral, aber „parteiisch für die Wirtschaft“.

Der neu gewählte IHK-Präsident Thomas Leebmann (4. von links) im Kreise der neuen Vizepräsidenten: Hans Graf, Peter Glas, Franz-Xaver Birnbeck, Elisabeth Hintermann, Fritz Mayer, Christoph Kämpf sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (von links; nicht anwesend sein konnten die Vizepräsidenten Toni Fink und Claus Girnghuber) – Foto: IHK

Weitere Abstimmungen in der Vollversammlung drehten sich um die Errichtung neuer Fachausschüsse, um den Haushalt und Finanzen der IHK oder einen bayernweiten „Pakt für berufliche Weiterbildung“ mit der Staatsregierung, in dem unter anderem die bayerischen IHKs gemeinsam als Paktpartner auftreten. Außerdem verabschiedeten die Unternehmer eine Resolution unter dem Titel „Für bessere Mobilität und Erreichbarkeit im Wirtschaftsraum Niederbayern“, die in einer anschließenden Veranstaltung an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer übergeben wurde. In dieser Resolution hatten die Unternehmer ihre Forderungen hinterlegt, von einem Ausbau der wichtigen Autobahnen in der Region über Verbesserungen der Schienenverbindungen bis hin zur Erreichbarkeit der Unternehmen, Kunden und Partner in den Innenstädten, die trotz drohender oder bereits umgesetzter Dieselfahrverbote gewährleistet sein müsse. Daneben wird der Begriff der Infrastruktur aber weiter gefasst, die Rede ist auch von schnellen und leistungsfähigen Internetverbindungen per Breitband oder im Mobilfunk – ein wichtiges Thema gerade für eine Flächenregion wie Niederbayern. Der Bundesverkehrsminister griff diese Forderungen in seinem Vortrag auf und sprach von „Steilvorlagen“ für die Arbeit seines Ministeriums. Er sicherte den Unternehmern weitreichende Investitionen in den weiteren Ausbau der Infrastruktur zu, forderte aber gleichzeitig Innovationsgeist und Zukunftsorientiertheit in der Wirtschaft wie in der Gesellschaft insgesamt.