Großes Bedauern bei Passauer Kaffeeliebhabern: C’Asia Espressobar geschlossen

Passau. Die Nachricht schlug in der Dreiflüssestadt ein wie eine Bombe: seit Anfang Juni ist die bekannte C’Asia Espressobar in der Theresienstraße geschlossen – und wird es auch bleiben. Ein Zettel an der Tür bestätigt: das Café musste Corona bedingt seine Türen schließen. Ein Schock für viele Passauer, denn die schmackhaften Kaffeespezialitäten und das besondere Ambiente erfreuten sich großer Beliebtheit.

17 Jahre lang wurde die Kaffeekultur im C’Asia, das sich von Coffee Asia ableitet, groß geschrieben. Nirgendwo schmeckte der Kaffee in Passau so wie in dieser Espressobar, denn hier wurde mit thailändischen Arabica- und Robusta-Bohnen gebrüht. Italienisches Flair gepaart mit leckeren Kaffeespezialitäten, kleinen Snacks und schmackhaften Kuchen machten den Charme des Cafés aus.

Für viele Passauer und Stammgäste des Lokals kam das Aus daher umso unerwarteter. Ist das C’Asia das erste gastronomische Corona-Opfer? Für viele unverständlich, denn es war doch immer „so gut besucht“. Dass es ausgerechnet das C’Asia treffen würde, hätten einige nicht für möglich gehalten. Doch hinter einem scheinbar gut laufenden Lokal in dieser Lage stecken hohe Unkosten, von denen die wenigsten wissen.

„Keine leichte Entscheidung“

Geschäftsführer Manuel Wasner, der seit August 2006 im C’Asia arbeitete und es schließlich im Mai 2015 übernahm, fiel die Entscheidung, das Café zu schliessen, nicht leicht – schließlich wollte er damit seine Zukunft absichern. „Ich bin kein Mensch, der schnell aufgibt, ich kämpfe immer solange es geht“, meint er, aber bei diesem Kampf musste er sich leider geschlagen geben. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Bereits seit Mitte 2016 hatten die heimischen Gastronomen zu kämpfen, denn ab diesem Zeitpunkt brachen bei vielen die Umsätze plötzlich ein. Warum, weiß keiner so recht. Erst seit Anfang 2019 lief es wieder besser, berichtet Manuel Wasner.

Hohe Mieten

Das Hauptproblem für viele Cafés in FuZo-Lage sind jedoch die hohen Mieten. Der C’Asia Besitzer zahlte monatlich mehrere tausend Euro Miete, obwohl dies seiner Meinung nach nicht gerechtfertigt sei, denn der Gesamtzustand des Hauses lasse zu wünschen übrig. „Allein die hohe Miete Monat für Monat zu erwirtschaften, ist schon ein Kraftakt. Hinzu kommen noch zahlreiche weitere Ausgaben, die jeder Gastronomie-Betrieb hat. Da bleibt am Ende des Monats kaum noch etwas übrig. In schlechten Monaten wie Januar oder Februar zahlt man dann sogar drauf“, erzählt Manuel Wasner. Aus diesem Grund suchte er einige Male das Gespräch mit dem Vermieter des Hauses in der Theresienstraße, um die Miete zu senken. Wären die Mietkosten halbiert worden, hätte Wasner das beliebte Café weiterführen können. Doch hier war nichts zu machen. „Ich hätte mir mehr Verständnis und Hilfe von Seiten des Vermieters gewünscht“, sagt der ehemalige C’Asia Besitzer – gerade in der schweren Corona-Zeit.

„Corona gab uns den Rest“

„Die Corona bedingte Schließung des Cafés Mitte März hat uns dann den Rest gegeben“, berichtet Manuel Wasner. Bereits ein geschlossener Tag würde mehrere hundert Euro kosten – geschlossen war letztlich über einen Monat. Da war auch die Soforthilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Zudem kamen einige Corona-Auflagen wie beispielsweise das Aufnehmen der Personalien bei den Gästen nicht gut an und hätten oft zu Unmut geführt. Nach langem Hin und Her entschied sich Manuel Wasner schließlich, das Café zu schließen. Seine Mitarbeiter, drei studentische Aushilfen und eine Teilzeitkraft haben Verständnis für diese Entscheidung und stehen hinter ihrem ehemaligen Chef.

Manuel Wasner selbst blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Er fühle sich nach diesem Schritt auf jeden Fall befreit, die psychische Belastung und die Existenzangst, die jeder Selbstständige habe, seien nun weg. Pläne für die Zukunft habe er auch schon, diese bleiben jedoch noch geheim. Und wie sagt man so schön: wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.

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