Zur „Grünen Woche“: Landwirtschaft im Wandel

13 300 landwirtschaftliche Betriebe weniger in Bayern als im Jahr 2010

Erste vorläufige Stichprobenergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 liegen vor

Im Jahr 2020 bewirtschafteten nach den vorläufigen Stichprobenergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 rund 84 600 Betriebe knapp 3 069 100 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche in Bayern. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik haben sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit dem Jahr 2010 um 13,6 Prozent (rund -13 300 Betriebe) und die landwirtschaftlich genutzte Fläche um 2,2 Prozent (rund -67 700 Hektar) verringert. In der Viehhaltung zeigt sich ein ähnliches Bild. Bei leicht sinkenden Viehzahlen hat die Zahl der viehhaltenden Betriebe relativ deutlich abgenommen (-13,1 Prozent gegenüber 2016). Die Zahl der Ökobetriebe ist hingegen gestiegen: Mit rund 9 900 Betrieben gab es im Jahr 2020 etwa ein Fünftel mehr Ökobetriebe in Bayern als noch im Jahr 2016.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik anlässlich der digitalen „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin mitteilt, wurden nach den ersten vorläufigen Stichprobenergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 für Bayern rund 84 600 landwirtschaftliche Betriebe nachgewiesen; dies entspricht einem Rückgang von 6,2 Prozent (rund -5 600 Betriebe) gegenüber der Agrarstrukturerhebung 2016 und einem Rückgang von 13,6 Prozent (rund -13 300 Betriebe) gegenüber der Landwirtschaftszählung 2010. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche dieser Betriebe belief sich auf 3 069 100 Hektar und lag damit leicht unter den Werten von 2016 (-1,8 Prozent) und 2010 (-2,2 Prozent). Die durchschnittliche Betriebsgröße stieg in den letzten zehn Jahren von 32 auf 36 Hektar an.

Den Großteil der Agrarbetriebe bildeten im Jahr 2020 mit 92,3 Prozent weiterhin die zumeist familiengeführten Einzelunternehmen (rund 78 000 Betriebe). Diese Betriebe werden zu knapp 55 Prozent (rund 42 700 Betriebe) im Nebenerwerb geführt. In den bayerischen landwirtschaftlichen Betrieben waren 2020 rund 231 100 Arbeitskräfte beschäftigt, zum überwiegenden Teil handelte es sich hierbei um Familienarbeitskräfte (knapp 159 900) – diese Zahl ist gegenüber dem Jahr 2016 stabil geblieben.

Die Viehhaltung spielt in Bayern weiterhin eine wichtige Rolle. Allerdings ging die Zahl der viehhaltenden Betriebe seit der Landwirtschaftszählung im Jahr 2010 um 27,2 Prozent (rund -20 700 Betriebe) zurück. Mit einem Minus von 54,8 Prozent (rund -9 500 Betriebe) ist die Zahl der Schweinehalter in diesen zehn Jahren sogar um mehr als die Hälfte gesunken, die Zahl der Rinderhalter ging um 28,7 Prozent (rund -15 700 Tiere) zurück.

Die insgesamt 55 300 bayerischen Viehhalter hielten 2020 rund 2 971 100 Rinder, 2 976 200 Schweine, 323 800 Schafe, 42 000 Ziegen, 78 000 Einhufer und 16 340 200 Stück Geflügel.

Der Trend hin zur ökologischen Bewirtschaftung ist ungebrochen. Nach dem Kontrollverfahren zum ökologischen Landbau werden nun rund 9 900 Betriebe und damit 27,5 Prozent mehr als noch 2016 und sogar 72,4 Prozent mehr als im Jahr 2010 ökologisch geführt.

Der Öko-Anteil an allen landwirtschaftlichen Betrieben liegt damit bei 11,7 Prozent. Die ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche nahm seit 2016 um 44 Prozent auf 372 700 Hektar zu, davon entfallen rund 184 200 Hektar auf Ackerland und 186 500 Hektar auf Dauergrünland.

In der ökologischen Viehhaltung ist bei allen Tierarten seit dem Jahr 2016 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Beim Geflügel ist der Zuwachs an ökologisch gehaltenen Tieren mit einem Plus von 74,6 Prozent auf 1 499 800 Tiere besonders hoch. Bei den Rindern ist ebenfalls ein starker Zuwachs zu erkennen, im Vierjahreszeitraum stieg die Zahl der Ökorinder um 26,5 Prozent auf 273 600 Tiere. Die Zahl der ökologisch gehaltenen Schweine stieg seit 2016 um 20,9 Prozent auf rund 37 100 Tiere.

Auch die Haltungsverfahren der Tiere haben sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Im Jahr 2020 wurden in der Rinderhaltung 635 700 Haltungsplätze im Anbindestall gezählt, das waren 57,1 Prozent weniger als noch im Jahr 2010. Hingegen ist die Zahl der Haltungsplätze im Laufstall, trotz des großen Rückgangs bei den Rinderhaltern insgesamt, nur um 2,6 Prozent auf 2 071 300 Plätze gefallen. In der Schweinehaltung ist weiterhin der Vollspaltenboden vorherrschend (2 404 400 Haltungsplätze). Legehennen werden weiterhin am häufigsten in der Bodenhaltung gehalten, während die Käfighaltung mit einem Minus von 98,7 Prozent fast verschwunden ist und die Freilandhaltung mit einem Anstieg von 246,7 Prozent auf 2 550 900 Haltungsplätze enorm zugelegt hat.

×