Freuen sich, dass bei der Reihe „Wald.Wild.Wirtshaus.“ die „Genussregion Niederbayern“ erstmals öffentlich in Erscheinung treten wird (v.l.) Jäger Richard Schmalzl mit Hündin Uma, Michael Kreiner, stv. Leiter des ALE in Landau, Regens Landrätin Rita Röhrl, Projektleiter Lukas Dillinger, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Freyung-Grafenaus Landrat Sebastian Gruber, Simon Nestmeier (Regiothek Passau) und Rudi Mautner von der begleitenden Agentur Weissraum in Grafenau (Foto: Lang / Bezirk Niederbayern)

Wild kann mehr als Rehragout

Genussregion Niederbayern startet mit Eventreihe „Wald. Wild. Wirtshaus.“

Freyung. Im Herbst wird’s wild in Niederbayern – vier Abende, vier Wirtshäuser, vier ganz besondere Menüs. Das ist „Wald. Wild. Wirtshaus.“, die etwas andere kulinarische Eventreihe zum Thema Wild. Gemeinsam mit vier unterschiedlichen Köchinnen und Köchen geht es auf eine regionale Genussreise quer durch den Bayerischen Wald. Im Rahmen eines Pressefrühstücks im Schloss Wolfstein in Freyung wurde am Mittwoch (04.08.) die Veranstaltungsreihe vorgestellt.

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich freute sich über dieses „tolle Projekt“, das Jäger, Köche und Konsumenten miteinander vernetzt. Die Genussregion Niederbayern wurde im letzten Jahr auf den Weg gebracht und ist ein Gemeinschaftsprojekt des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern und des Bezirks Niederbayern. „Wir haben die Initiative des ALE gerne unterstützt, weil wir großes Interesse daran haben, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken“, so Heinrich. Der Bezirk leiste durch die „Regio 2030“ auch seinen eigenen Beitrag, indem bis zum Jahr 2030 in den eigenen Kantinen auf 30 Prozent regionale und 30 Prozent biologische Lebensmittel umgestellt werde. Außerdem stellte er heraus, dass der Wandel hin zu mehr regionalem Konsum nur gelingen könne, wenn auch die Verbraucher ihre Verantwortung aktiv wahrnehmen. „Das geht viel schneller als über Gesetze und Verordnungen von oben.“

Damit diese „Pionierarbeit“, wie sie Heinrich nannte, möglichst rasch an Fahrt aufnimmt, konzentriere man sich anfangs auf die Landkreise, in denen das ALE über die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) schon flächendeckend vertreten sei – dies hob Michael Kreiner, stellvertretender Leiter des ALE in Landau hervor. Während heuer Wildfleisch im Mittelpunkt stehe, soll 2022 der niederbayerische Fisch ins Zentrum rücken. Projektleiter Lukas Dillinger will mit Eventreihen, die nach und nach in allen Landkreisen des Regierungsbezirks stattfinden, das Bewusstsein für Regionalkonsum in die Köpfe der Menschen bringen. „Wir wollen mit diesem Format die kulinarische Vielfalt Niederbayerns entdecken.“

Erstmals wird dabei auch die Genussregion für die Menschen sichtbar. Darüber freute sich der Landrat von Freyung-Grafenau Sebastian Gruber, der es auch begrüßte, dass mit „Wald. Wild. Wirtshaus.“ gleichzeitig die Vielfalt an Wirtshäusern in den Fokus rückt. „Wir sind die waldreichste Region in Deutschland und sind stolz auf unser Ökosystem. Wir haben auch eine Verantwortung für unsere Heimat. Und was gäbe es Besseres, als das den Menschen über ‚Essen und Trinken‘ nahezubringen?“ Er dankte den Verantwortlichen, dass sie die Genussregion von vornherein auf Bezirksebene angesetzt haben, um eine größere Reichweite zu haben. Für die Regener Landrätin Rita Röhrl ist klar, dass dieses Projekt auf lange Zeit angesetzt ist, denn es wird dauern, bis sich Bewusstsein ändert. „Aber es ist allerhöchste Eisenbahn. Andere Länder sind uns dabei weit voraus“, so Röhrl, die auf Österreich blickte, wo die Spezialitäten jeder Region seit Jahren erfolgreich vermarktet werden.

Zuletzt erklärte Jäger Richard Schmalzl, warum es sich lohnt, Wildfleisch zu essen. „Es schmeckt einfach sehr gut und lässt sich kreativ und vielseitig verarbeiten – nicht nur zu Rehragout, wie man es früher gewohnt war, sondern beispielsweise auch als Kurzgebratenes beim Grillen“, so Schmalzl. Außerdem habe Wild wenig Cholesterin, dafür aber wichtige Spurenelemente und ist sehr gesund. Der Stress, dem Schlachtvieh ausgesetzt ist, habe ein Reh nicht, wenn es im Wald geschossen werde. Zudem würde man als Jäger nur schießen, was nachwächst und so auch den Wald an sich im Gleichgewicht halten.

Viele Argumente also für den Konsumenten, Wild zu kaufen und zu essen. All das soll dann auch bei den vier Abenden im Herbst im Mittelpunkt stehen, für die alle Beteiligten bei der Vorstellung am Mittwoch gutes Gelingen wünschten.

Stationen bei der Wirtshaus-Tour sind: das Hafner Wirtshaus in Perlesreut, das brandneue Wirtshaus der Genusskultur in Frauenau, das Bio-Wirtshaus Fliegerbauer in Passau sowie der Wildberghof Buchet im Wild-Genussort Bernried.