Welterbe Donau-Limes: „Aus dem Siegel einen Sieg machen“

Raimund Kneidinger, Landrat von Passau (Foto: Landratsamt Passau)
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Für Landrat Kneidinger muss die Tourismusbranche im Passauer Land konkret profitieren – Kreisarchäologie wird an Gäste-Infos mitarbeiten

Passau. Die Entscheidung der UNESCO, den Donau-Limes in die Liste des Welterbes aufzunehmen, hat im Passauer Land große Freude ausgelöst – und auch Hoffnungen geweckt. Für Landrat Raimund Kneidinger kommt es jetzt darauf an, aus dem Aufmerksamkeits-Schub konkret auch einen Schub für die Tourismusbranche der Region zu machen. Erster Schritt: Tourismusreferat und Kreisarchäologie werden speziell auf Kultur-Touristen zugeschnittene Informationen zum heimischen Abschnitt des Donau-Limes erarbeiten.

Das weltweit anerkannte Siegel des Weltkulturerbes sei ein starker Impuls für den Qualitäts-Tourismus, auf den der Landkreis setze, zeigt sich Kneidinger überzeugt. Das Prädikat der UNESCO unterstreiche zudem die gute Zusammenarbeit mit den Touristikern an der österreichischen Donau. Der Antrag an die Vereinten Nationen sei schließlich ein Gemeinschaftswerk gerade der bayerischen und österreichischen Stellen gewesen. Kneidinger: „Der Landkreis Passau gehörte als einer der stärksten bayerischen Tourismuslandkreise von Beginn an auch zu den größten Unterstützern der Welterbe-Kandidatur.“

Um aus dem Titel konkrete Vorteile für die Region zu erzielen, setzt der Landrat auf die Kreativität der Gastbetriebe und touristischer Einrichtungen – aber nicht nur. Kneidinger: „Wir müssen auch als Landkreis in engem Schulterschluss unter anderem mit dem Tourismusverband Ostbayern unterstützend an der Seite unserer Betriebe stehen.“ Aus dem „Siegel Welterbe“ müsse ein „Sieg für das Passauer Land“ werden. Als ersten Schritt hat Kulturreferent Christian Eberle veranlasst, dass aus seinem Sachgebiet der Landkreis-Tourismus und die Kreisarchäologie gemeinsam Informationsunterlagen erarbeiten, die auf die Bedürfnisse von Feriengästen und Kultur-Touristen zugeschnitten sind.

Tourismusreferentin Edith Bottler wird zusätzlich prüfen, ob und welche Förderprogramme in Verbindung mit dem UNESCO-Titel greifen könnten. Gerade internationale Kulturtouristen hätten hohe Ansprüche und letztlich „geht es bei touristischer Weiterentwicklung immer auch um Investitionen in Angebot und Qualität“. Dass es in der Tat Gästegruppen gibt, die weltweit die Kulturerbe-Stätten regelrecht „abarbeiten“ und gezielt die frisch ausgewählten Stätten ansteuern, sei laut Bottler seit Jahren zu verzeichnen. „Auch darum ist das UNESCO-Siegel so begehrt“. Gerade im Werben um internationale Gäste, die Europa und Deutschland vor allem als kulturelles Ziel im Auge hätten, sei der Welterbe-Titel Gold wert – „und noch mehr jetzt, da wir die Ausfälle wegen Corona aufholen müssen“.