„Verspiel nicht dein Leben“

Die diplomierte Sozialpädagogin und Caritas-Theologin Alexandra Fuchs-Lüftl berät, wenn Glücksspiele zur Sucht werden (Foto: Caritas)

Glücksspiel kann zur Sucht führen – schwerwiegende psychische, soziale und finanzielle Probleme – Beratung und Hilfe bei der Caritas

Passau (can.) Spielhallen sind coronabedingt momentan geschlossen. Doch das macht das Problem der Glücksspielsucht nicht leichter. Alexandra Fuchs-Lüftl, Beraterin bei der Caritas, geht von einer hohen Rückfallquote aus. „Sobald das Angebot an Glücksspielen wieder steigt, kann es zu einem nur schwer kontrollierbaren Drang und zur Rückkehr zum Glücksspielen kommen“, sagt die Fachberaterin für Glücksspielsucht innerhalb der Psychosozialen Beratung und Behandlung des Diözesan-Caritasverbandes.

Zudem boomen Online-Glücksspiele. Die sind sieben Tage die Woche rund um die Uhr von nahezu jedem Ort aus verfügbar. Nach außen wirkt das Zocken im Internet meist ganz unauffällig. Das Umfeld, egal ob privat oder am Arbeitsplatz, bekommt davon oft gar nichts mit.

Dabei hätten, so die Diplom-Sozialpädagogin, viele Menschen Probleme mit dem Glücksspiel. Basierend auf den aktuellsten sechs Bevölkerungsumfragen ergebe sich für Bayern eine geschätzte Anzahl von 33 .000 Personen mit pathologischem und geschätzten 35 .000 Personen, bei denen ein problematisches Spielverhalten vorliegt. Das Spielen selbst werde zur Flucht vor persönlichen Problemen genutzt. „Glücksspiel kann zur Sucht führen“, unterstreicht sie. Und Spielsucht sei in allen Schichten vertreten. Das hat sie bei den Beratungen, die sie anbietet, mehrfach erfahren. Alexandra Fuchs-Lüftl ist seit Jahresbeginn an dieser Fachstelle für Glücksspielsucht verantwortlich. Die Stelle selbst ist 2008 eingerichtet und von Erika Wimmer aufgebaut worden.

„Häufig haben Personen mit Glücksspielproblemen vielfältige und schwerwiegende psychische, soziale und finanzielle Probleme“, sagt Fuchs-Lüftl. Diese wirken sich immer auch auf das Umfeld aus. Neben der Zeit, die für das Glücksspielen aufgewendet wird, fehlt Betroffenen und damit meist auch ihren Familien, oftmals das Geld. „Nicht selten kommt es vor, dass das ganze Geldvermögen sowie Wertgegenstände der Familie verspielt werden“. Die ganze Familie – und damit auch die Kinder- seien durch die finanziellen Folgen des Glücksspielens stark belastet. „Das kann zu schweren Konflikten und enormen Stress in der Familie führen und hat damit auch psychosozial negative Auswirkungen auf die Angehörigen“.

Bei den Betroffenen selbst komme es häufig zu psychischen Begleiterkrankungen, schweren Schuldgefühlen und Selbstmordgedanken. Deshalb ihr dringender Appell: „Verspiel nicht dein Leben“, der das Motto der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) für die Online-Beratung PlayChange (www.verspiel-nicht-dein-leben.de) aufgreift. Entscheidend sei, „sich Hilfe zu holen um wieder zu einem selbstbestimmten Leben zurückzufinden“.

Caritas und die LSG haben für Personen mit Glücksspielproblemen und deren Angehörige auch während der Corona-Krise vielfältige Hilfeangebote. Alexandra Fuchs-Lüftl steht innerhalb der Psychosozialen Beratung und Behandlung für Sprechstunden zur Verfügung; auch kurzfristig. Telefon 0851/5018842. Spezielle Telefonsprechstunde ist jeden Mittwoch von 8:30 bis 9:15 Uhr. Gesprächsgruppen finden coronabedingt derzeit nicht statt. Online-Beratung über die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) gibt es unter PlayChange – www.verspiel-nicht-dein-leben.de