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Donnerstag, Juli 18, 2024

Straßenmeistereien sind für den Winter gerüstet

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Erste Einsätze waren bereits erforderlich

Das „Team Orange“ des Staatlichen Bauamts Passau ist für den Winter 2022/2023 gerüstet. Die Mitarbeiter in den Straßenmeistereien sind im Winterdienst im 2- oder 3-Schicht-Betrieb im Einsatz, um die Straßen sicher und befahrbar zu halten. Dabei wird auf vorbeugendes Streuen und frühzeitigen Räumeinsatz gesetzt, um Glätteunfälle zu verhindern. Die Mithilfe der Verkehrsteilnehmer ist aber immer erforderlich: Jeder Einzelne kann mit wintergerechten Reifen und angepasstem Fahrverhalten einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

Durch vorbeugendes Streuen und frühzeitigen Räumeinsatz versuchen die Mitarbeiter unserer Straßenmeistereien, Glätte und Behinderungen möglichst zu vermeiden. Sie sind im Winterdienst ab 2 bzw. 3 Uhr früh bis spät abends auf den Strecken unterwegs, damit der Verkehr fließen kann. Ein bis zwei Mitarbeiter pro Meisterei kontrollieren nachts die Strecken und entscheiden, ob ein Einsatz der Winterdienstflotte erforderlich ist. Bei Bedarf rücken die Einsatzfahrzeuge bis spätestens 4 Uhr aus, um möglichst sichere Straßen für den Berufsverkehr zu gewährleisten. Abends werden routinemäßig Einsätze bis 20 Uhr gefahren, auf wichtigen Strecken für den überörtlichen Verkehr bis 22 Uhr.
Eine wichtige Rolle spielen bei dieser Strategie die Prognosedaten des Deutschen Wetterdienstes sowie technische Unterstützung durch Glättemeldeanlagen, die im 10-Minuten-Takt Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Niederschlagsart, Bodenzustand und Salzkonzentration im Fahrbahnbereich sowie Bilder liefern. Mit Hilfe dieser Daten können die Einsatzleiter schneller entscheiden, ob und wo ein Einsatz notwendig wird.

„Unsere Teams sorgen mit vollem Einsatz und größtem Engagement dafür, die Straßen von Schnee und Eis freizuhalten sowie schnell und effizient die Sicherheit auf den Strecken zu erhalten“, sagt Norbert Sterl, Leiter des Staatlichen Bauamts Passau.


Sole senkt Salzverbrauch und schont die Umwelt

Eine besonders effektive Methode der Glättevermeidung ist die Präventivstreuung. Dafür produziert die Straßenmeisterei zunächst Sole, indem sie in einer modernen Anlage Steinsalz in Wasser löst. Diese Sole bringt das „Team Orange“ mit Streufahrzeugen über einen Streuteller flächig auf die Straßen aus – entweder als Flüssigstreuung oder in Kombination mit Festsalz als Feuchtsalzstreuung. Alle Räum- und Streufahrzeuge der bayerischen Straßenbauverwaltung sind mit sogenannten Feuchtsalzstreugeräten ausgerüstet. Die jüngste Generation der Winterdienst-Fahrzeuge ist mit sogenannten Kombi-Streugeräten bestückt, mit denen sowohl Sole versprüht als auch Feucht- oder Trockensalz ausgebracht werden kann.
Dabei hat die Flüssigstreuung gegenüber der Streuung mit körnigem Feuchtsalz einige Vorteile: Da der reine Salzanteil und damit auch der Salzverbrauch deutlich geringer ist, verringert sich die Umweltbelastung. Die Sole kann schneller und gleichmäßiger auf der Fahrbahn verteilt werden und bleibt länger liegen. Bei der Ausbringung von Sole – bis zu -5°C möglich – erhöht sich zudem die Wirkdauer auf der Fahrbahn.



Auch die Autofahrer müssen mithelfen

Der Winterdienst ist aber nur ein Baustein für freie Straßen im Winter. Auch die Autofahrer müssen mithelfen und sich im Straßenverkehr den Wetterverhältnissen anpassen. Denn selbst der beste Winterdienst kann nicht gewährleisten, dass alle Straßen jederzeit schnee- und eisfrei sind. Muss er auch gar nicht: Laut Bundesfernstraßengesetz und Bayerischem Straßen- und Wegenetz müssen nur besonders gefährliche Straßenstellen zu den Hauptverkehrszeiten und im Rahmen der Leistungsfähigkeit geräumt und gestreut werden. Einen Rechtsanspruch auf eine durchgängige Befahrbarkeit der Straßen gibt es nicht. Deshalb muss jeder Verkehrsteilnehmer bei winterlicher Witterung mit Straßenglätte, Schneeresten, Verwehungen oder bei länger andauernden Schneefällen auch mit einer geschlossenen Schneedecke rechnen. An die Autofahrer wird daher appelliert, sich mit wintergerechten Reifen und angepasstem Fahrverhalten auf die winterlichen Verhältnisse einzustellen und so einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten.

Die Straßenmeisterei produziert Sole, indem sie Steinsalz in Wasser löst. Diese Sole bringt das „Team Orange“ mit Streufahrzeugen über einen Streuteller flächig auf die Straßen aus – entweder als Flüssigstreuung oder in Kombination mit Festsalz als Feuchtsalzstreuung. Foto: Staatliches Bauamt Passau


Das Staatliche Bauamt Passau mit den Straßenmeistereien Freyung/Hauzenberg, Passau/Vilshofen, Pfarrkirchen, Deggendorf/Straubing und Viechtach/Zwiesel betreut ein Netz von rund 2200 Kilometern Bundes-, Staats- und Kreisstraßen und ein Teilstück der Autobahn A 94. Dafür werden insgesamt 81 eigene und angemietete Fahrzeuge mit Schneepflügen und Streuautomaten eingesetzt. Über 25.000 Tonnen Streusalz lagern in den 25 Salzhallen in den Landkreisen Freyung-Grafenau, Passau, Rottal-Inn, Deggendorf, Straubing-Bogen und Regen. So sind die Straßenmeistereien auf den Winter 2022/2023 gut vorbereitet.

Winterdienst im Landkreis Deggendorf

Für 233 Kilometer Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Deggendorf ist die Straßenmeisterei Deggendorf zuständig. In den beiden Salzlagerhallen in Deggendorf und Hengersberg stehen insgesamt 1800 Tonnen Streusalz zur Verfügung. Sieben Einsatzleiter und 13 Fahrer sind hier für den Winterdienst eingeteilt.

Winterdienst im Landkreis Freyung-Grafenau

Für den Winterdienst auf 230 Kilometern Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Freyung-Grafenau ist die Straßenmeisterei Freyung zuständig. In den vier Salzhallen in Freyung (2), Langbruck und Saunstein lagern 5700 Tonnen Streusalz. 20 Mitarbeiter sind als Fahrer, Einsatzleitung und in der Werkstatt im Winterdienst im Einsatz.

Winterdienst im Landkreis Passau

Für den Winterdienst auf rund 560 Kilometern Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Passau sind die Straßenmeistereien Passau, Vilshofen und Hauzenberg zuständig. Zudem übernimmt die Straßenmeisterei Passau den Winterdienst auf einem etwa sechs km langen Abschnitt der Autobahn A 94. In der Salzhalle Malching lagern rund 250 Tonnen Salz, in Parnham rund 800 Tonnen, in Passau rund 700 Tonnen.


Fünf Einsatzleiter und 13 Fahrer sind in der Straßenmeisterei Vilshofen für den Winterdienst eingeteilt, hinzu kommt die Unterstützung durch Fuhrunternehmer. Die insgesamt neun Fahrzeuge (drei eigene und sechs Fuhrunternehmer) sind fertig aufgebaut und für den Winterdienst gerüstet. In den drei Salzhallen in Vilshofen, Aicha und Auggenthal sind insgesamt 2300 Tonnen Streusalz eingelagert, für die Soleerzeugung stehen rund 300 Tonnen zur Verfügung.


Fünf Einsatzleiter sowie zehn Lkw-Fahrer sind im Einzugsgebiet der Straßenmeisterei Hauzenberg im Winterdienst unterwegs. Dort stehen in den drei Salzhallen in Hauzenberg, Kringell und Niederwegscheid insgesamt 1600 Tonnen Salz zur Verfügung, hinzu kommen aktuell 25 Tonnen Reinsalz für die Soleherstellung.

Winterdienst im Landkreis Regen

Den Winterdienst im Landkreis Regen teilen sich die Straßenmeistereien Viechtach und Zwiesel. Die Straßenmeisterei Viechtach ist für 179 Kilometer Staats- und Bundesstraßen und für 65 Kilometer Kreisstraßen zuständig. Die meisten Straßen gehören zum Landkreis Regen, ein kleiner Teil zum Landkreis Straubing-Bogen. 17 Straßenwärter stehen dem Straßenmeister zur Verfügung, die Salzlagerkapazität in den Salzhallen in Viechtach und Stallwang umfasst rund 3600 Tonnen.
Um 84 Kilometer Kreisstraßen, 100 Kilometer Staats- und 48 Kilometer Bundesstraßen kümmert sich die Straßenmeisterei Zwiesel. Hier sind für die Winterdienst-Saison 2021/2022 16 Mitarbeiter eingesetzt – vier Einsatzleiter und zwölf Fahrer. In den vier Salzhallen in Zwiesel, Poschetsried, Hochbruck und Arbersee sind insgesamt 3900 Tonnen Streusalz eingelagert.

Winterdienst im Landkreis Rottal-Inn

Für den Winterdienst auf 350 Kilometern Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Rottal-Inn ist die Straßenmeisterei Pfarrkirchen zuständig. In drei Hallen lagern derzeit 2150 Tonnen Streusalz – in Pfarrkirchen 800 Tonnen sowie in den Stützpunkten Untereschlbach und Kirchdorf je 700 Tonnen. 26 Mitarbeiter der Meisterei sind im Winterdienst eingeteilt.

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