Carina (l.) und Kristina (Foto: Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern)

Stiftung AKB ruft am Aktionstag „Bayern gegen Leukämie“ zur Online-Registrierung als Stammzellspender auf

Eine Stammzellspende gibt Leukämiepatienten neue Hoffnung. Wegen Corona fehlen wichtige Neuregistrierungen

Gauting. Seit 2016 rufen die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) und der Blutspendedienst (BSD) des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Ende Mai zum „Aktionstag Bayern gegen Leukämie“ auf, in diesem Jahr am Donnerstag, den 27. Mai 2021. Jedes Jahr wird dieser Tag zum Motivationstag für alle Bayern, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen und zum Blutspenden zu gehen. Denn: Ohne Blutspende keine Stammzelltransplantation! Darum ist es wichtig, für beide Themen zu sensibilisieren: „Wir wollen die Menschen in Bayern motivieren, sich als Stammzellspender und als Blutspender für kranke Menschen zu engagieren und deren Heilung zu ermöglichen“, so Dr. Hans Knabe, Vorstand der Stiftung AKB.

Die Lage ist ernst, denn normalerweise nimmt die Stiftung AKB pro Jahr ca. 20.000 neue potenzielle Stammzellspender in ihre weltweit vernetzte Datenbank auf. Aufgrund der Coronapandemie waren es vergangenes Jahr nur etwa 9.000. Doch die Stammzellspender werden dringend benötigt. „Die Auswirkungen für die Patienten sind fatal”, erklärt Dr. Knabe: „Jeder Mensch hat individuelle Gewebemerkmale. Deshalb ist es für viele Leukämiepatienten schwierig, einen geeigneten Stammzellspender zu finden. Wenn sich kaum neue Menschen registrieren, nimmt der Pool an potenziellen Stammzellspendern immer weiter ab. Das ist fatal, weil damit auch die Chancen für die Patienten sinken, einen passenden Spender zu finden. Deshalb sollten sich weltweit möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren.” Gegenwärtig sind bei der Stiftung AKB bereits mehr als 325.000 Menschen vornehmlich aus Bayern registriert. 

Anders als in den Vorjahren, als teilweise zeitgleich öffentliche Registrierungsevents an über 200 Standorten in Bayern stattfanden, ruft die Stiftung AKB dieses Jahr zur Onlinetypisierung oder Typisierung auf Blutspendeterminen auf. Auf der Homepage der Stiftung AKB unter www.akb.de kann kostenfrei das Lebensretterset nach Hause bestellt werden. Es enthält alles, was für die Typisierung benötigt wird. Dank der Kooperation zwischen der Stiftung AKB und dem Blutspendedienst des BRK ist die Typisierung auf jedem Blutspendetermin des BRK in ganz Bayern möglich. „Jeder Blutspender zwischen 18 und 45 Jahren kann sich einfach auf einem Blutspendetermin des BRK als Stammzellspender registrieren lassen. Dafür wird nur ein Röhrchen Blut extra abgenommen“, so Dr. Knabe. Seit Jahresbeginn nutzten bereits mehrere Tausend Blutspender diese Möglichkeit der Typisierung und können damit gleich doppelt Menschenleben retten.

Carina Auer (Foto: Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern)

Matthias Mark fand gerade einen Spender – dank der weltweiten Datenbank

Leben wie das von Matthias Mark. Der 48-jährige Familienvater aus Meitingen erhielt im Januar plötzlich die Diagnose Leukämie. 66 Tage lag er im Universitätsklinikum Augsburg und musste zwei Chemotherapien ertragen. Er verlor seine Haare und fast 20 Kilogramm Körpergewicht. Aber nur wenige Monate nach der schockierenden Diagnose schöpfen der Rechtsanwalt und seine Familie wieder neue Hoffnung. Denn nach intensiver Suche wurde in der weltweiten Datenbank ein passender Spender für Matthias gefunden. Das war nur möglich, weil weltweit bereits Millionen als Stammzellspender registriert sind. 

Doch leider haben noch immer nicht alle Patienten das Glück wie Matthias und finden einen „genetischen Zwilling“. Deshalb ruft auch Matthias zur Typisierung auf: „Ich benötigte die Hilfe eines Menschen, der bereit ist, mir seine gesunden Stammzellen zu spenden. Ich bin sehr glücklich, dass dieser Mensch gefunden wurde und freue mich auf meine Transplantation. Aber sehr viele Leukämiepatienten warten noch immer auf eine zweite Chance auf Leben. Deshalb lass auch Du Dich bitte als Stammzellspender registrieren. Jeder neu registrierte Stammzellspender kann schon morgen ein Lebensretter sein – für Patienten weltweit.“

Lehrerin Carina Auer rettete das Leben einer jungen Russin

Die 30-jährige Lehrerin Carina Auer aus Passau registrierte sich bereits 2010, damals noch als Schülerin.  Zu diesem Zeitpunkt wusste sie nur, dass diese Aktion etwas Gutes sei, man damit Leben retten konnte, die Chance „dranzukommen“ aber extrem gering sei. Einige Jahre später wurde sie dann von der Stiftung AKB angefragt und Carina erhielt die Chance ein Menschenleben zu retten.  Ihre „Blutsschwester“ heißt Kristina Kozlenko, eine junge Russin aus Moskau, nur drei Jahre jünger als Carina. Spende und Transplantation verliefen wie erhofft, Kristina überlebte und inzwischen sind beide gute Freundinnen. Carina hat Kristina sogar bereits in Russland besucht und ihre Familie kennengelernt. Heute ist Carina Botschafterin der Stiftung AKB und engagiert sich für mehr Stammzellspender: „Es gibt nichts Schöneres, als diese Person, der man seine Zellen gespendet hat, dann plötzlich gegenüber zu haben, ihr in die Augen zu schauen und zu sehen, wie unendlich dankbar sie einem ist und man selbst auch unendlich dankbar sein kann, dass man einer so tollen Person das Leben retten konnte. Lass Dich typisieren, werde Stammzellspender und rette Leben.“

Mark Matthias (Foto: Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern)

Kampagnenwebsite „Bayern-gegen-Leukaemie.de

Damit sich zukünftig noch mehr Menschen als Stammzellspender registrieren, gibt es eigene Kampagnenwebsite: www.bayern-gegen-leukaemie.de. Dort kann sich jeder Interessierte am Aktionstag und natürlich auch danach über die Bedeutung einer Stammzellspende informieren und direkt das Lebensretterset mit Wattetupfer für die Typisierung nach Hause schicken lassen. Blutspender können sich auf der Webseite den Termin für die nächste Blutspendeaktion in ihrer Umgebung heraussuchen, um sich dort im Rahmen ihrer Blutspende typisieren zu lassen. „Leukämie geht uns alle an, jeder aus Bayern kann seinen Beitrag leisten und weltweit Menschen neue Hoffnung schenken”, so Dr. Knabe. 

Wer bereits registriert ist oder aus Altersgründen nicht mehr als Stammzellspender infrage kommt, kann trotzdem helfen: mit einer Geldspende. Die Stiftung AKB ist dringend darauf angewiesen, da weder die Krankenkassen noch der Staat die Registrierungskosten in Höhe von 35 Euro pro Neuspender tragen. Dabei zählt jeder Cent, denn ohne die finanzielle Unterstützung wäre die Aufrechterhaltung und der weitere Ausbau des Spenderpools undenkbar. Jeder neue Spender erhöht die Chance für alle Patienten weltweit, den „genetischen Zwilling“ zu finden und gesund zu werden.       

Das Spendenkonto lautet:
Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern
IBAN: DE67 7025 0150 0022 3946 88 
Verwendungszweck: Bayern gegen Leukämie 

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Leukämie 

Die heimtückische Krankheit Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist die häufigste Krebsart bei Kindern und Jugendlichen. Täglich erhalten rund 30 Menschen in Deutschland diese niederschmetternde Diagnose. Für viele von ihnen ist eine Stammzelltransplantation die einzige Möglichkeit, geheilt zu werden. 

Stammzellen retten Leben: 
Wenn rechtzeitig ein passender Stammzellspender gefunden wird, ist Leukämie heilbar. Für Leukämiepatienten weltweit erhöht jeder neu Registrierte die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Typisieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahren, der gesund und in guter körperlicher Verfassung ist. Dabei sind nur wenige Tropfen Blut oder ein Wangenabstrich und ein paar Minuten Zeit notwendig.

Eine Stammzell- oder Knochenmarkspende hat nichts mit dem Rückenmark zu tun: 

Stammzellspenden finden heute meist ambulant über die Armvene statt. Nur in 20 Prozent der Fälle wählen die Transplanteure eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. Eine Stammzellspende findet immer mit persönlicher Betreuung und einer umfassenden Aufklärung und Beratung durch die Ärzte und das Ambulanzteam der Stiftung AKB in Gauting oder in München beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes statt.

Auch Geldspenden können Leben retten:

Jede Typisierung eines neuen, potenziellen Stammzellspenders kostet 35 Euro. Die Stiftung AKB muss für alle Typisierungskosten selbst aufkommen, denn sie werden weder von staatlicher Seite, noch von den Krankenkassen übernommen.   

Wenn Sie die Stiftung AKB dabei finanziell unterstützen möchten, können Sie das unter folgender Bankverbindung tun: 

Spendenkonto der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern:
Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg
IBAN: DE67 7025 0150 0022 3946 88
BIC: BYLADEM1KMS
Verwendungszweck: Bayern gegen Leukämie

Über die AKB:

Insgesamt betreut die Stiftung AKB heute rund 325.000 Stammzellspender vornehmlich aus Bayern. Bislang wurden schon weit über 5.000 Stammzellspenden vermittelt, täglich kommen drei bis vier neue dazu. Hauptaufgaben der Stiftung und ihrer hundertprozentigen Tochter, der Bayerischen Stammzellbank gGmbH, sind Ausbau und Verwaltung der Spenderdatei, die Vermittlung von Stammzellspendern sowie die Durchführung von Stammzell- und Knochenmarkentnahmen. Zur Finanzierung der Registrierung neuer Stammzellspender, die die aufwendige molekulargenetische Analyse der Gewebemerkmale umfasst, ist die Stiftung AKB auf Geldspenden angewiesen.

Mehr Informationen unter www.akb.de und www.bayern-gegen-leukaemie.de