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Sonntag, April 21, 2024

Stadt Deggendorf erhält Anerkennung beim Bundespreis Stadtgrün 2022

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Projekt „klimaangepasste Umgestaltung des Deggendorfer Friedhofs“ wurde in Berlin ausgezeichnet

Deggendorf. Der Stadt Deggendorf wurde vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) eine Anerkennung beim Bundespreis Stadtgrün 2022 für die Umgestaltung der Deggendorfer Friedhöfe verliehen. Am 14. September 2022 haben Oberbürgermeister Dr. Christian Moser, Bauamtsleiter Christoph Strasser und Bauhofleiter Matthias Heubel den Preis in Berlin entgegengenommen. Der Festakt zur Preisverleihung war Teil einer Fachveranstaltung auf dem Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik.

Die diesjährige Auslobung stand unter dem Motto „Klimaanpassung und Lebensqualität“. Eine unabhängige, interdisziplinäre Jury hatte am 22.06.2022 die Preisträgerinnen und Preisträger aus­gewählt. Anfang Mai hatte das Nominierungsgremium aus den 85 Einreichungen 20 Wettbewerbs­beiträge nominiert. Auf der Grundlage dieser Nominierungsliste wurden fünf Preise und vier Aner­kennungen vergeben.

Oberbürgermeister Dr. Christian Moser und Bauamtsleiter Christoph Strasser informieren über die klimaangepasste Umgestaltung des Deggendorfer Friedhofes zusammen mit Ludwig Geiger und Mathias Heubel (Leiter Baubetriebshof) – Foto: Stadt Deggendorf

Die Gewinner der Bundespreise sind Aachen (Suermondt-Park), Bad Saulgau (Umwandlung in artenreiches Grün), Leipzig (Renaturierung Rietzschke-Aue), Mannheim (Taylor Park) und Tirschenreuth (Oberpfalz) (Stadt am Wasser). Die Preise sind mit je 15.000 Euro dotiert.

Die Anerkennungen sind mit je 5.000 Euro dotiert. Die Gewinner sind Berlin (KlimaKiez Badstraße), Frankenberg (Sachsen) (Mühlbachtal), Pulheim (Nordpark) und Deggendorf (Klimaangepasste Umgestaltung des Friedhofes).

Die Umgestaltung des Deggendorfer Friedhofs hatte zum Ziel, den älteren Teil des Friedhofs grüner und umweltfreundlicher, aber auch pflegeleichter zu gestalten. Bis zum Jahr 2018 waren die Bereiche zwischen den Gräbern in diesen Friedhofs-Abteilungen gekiest. Das aufkommende Unkraut wurde teils mit Herbiziden, teils mechanisch bekämpft. Bäume waren nicht vorhanden, da der Friedhof in diesen Abteilungen ursprünglich vollständig mit Gräbern belegt war. Durch die abnehmende Nachfrage nach Erdbestattungen wurden Grabplätze frei und es entstanden unbelegte Freiflächen.

Luftbildaufnahmen vom Deggendorfer Friedhof vorher/nachher (Foto: Stadt Deggendorf)

Ab 2019 wurden die Kiesflächen im Zuge der Umgestaltung in Schotterrasenflächen umgewandelt. Die Unkrautbekämpfung entfiel damit, da die Rasenflächen gemäht werden. Der Friedhof präsentiert sich dem Besucher nun grün statt grau. Gleichzeitig wurde begonnen, den Friedhof mit klimaresilienten Bäumen zu bepflanzen. Die Planung sieht vor, den Friedhof einzel- und gruppenweise, locker und parkartig mit einem Netz an Bäumen zu überspannen. Die Baumpflanzungen erfolgen nach und nach seit 2019. Bisher wurden 43 Bäume gepflanzt. Für die nächsten Jahre ist eine Weiterführung geplant. Vorwiegend werden sogenannte „Klimabäume“ verwendet. Der Deggendorfer Friedhof hat Modellcharakter für die in den Stadtteilen und Dörfern liegenden, kleineren Friedhöfe. Dort erfolgt die Begrünung nach demselben Muster.

Der Rasen verhindert die Aufheizung des Friedhofs, in dem Wasser aufgenommen und verdunstet wird. Die Rasendecke hält Niederschlagswasser zurück und sorgt mit ihrem grünen Erscheinungs­bild für eine höhere Aufenthaltsqualität. Die Bäume sind Lebensraum zahlreicher Lebewesen und stärken damit die Biodiversität. Sie binden Kohlenstoff und halten Wasser in der Fläche zurück. Durch Verdunstung und Beschattung kühlen sie ihre Umgebung.

Für Friedhofsbesucher werden zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen, um die Aufenthalts­qualität im Friedhof verbessern.

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