Staatsminister Sibler übergibt Bundesverdienstkreuz an Prof. Dr. Matthias Keller

Die Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Dr. Matthias Keller, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden Passau, durch Staatsminister Bernd Sibler, wurde unter höchsten Hygieneauflagen im kleinsten Kreise in der Kapelle der Kinderklinik Dritter Orden Passau vorgenommen (Foto: Stefanie Starke)

„Aushändigung ein Zeichen der Wertschätzung für meine Familie, mein Engagement und alle Engagierten“

Niederbayern/Passau. Schon im Sommer letzten Jahres wurde bekannt, dass Prof. Dr. Matthias Keller das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhält; für sein Engagement für Neu- und Frühgeborene und das Kinder- und Familiengesundheitsnetzwerk Ostbayern. Das Bundesverdienstkreuz, verliehen durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sollte eigentlich zeitnah von Staatsminister Bernd Sibler an Prof. Keller ausgehändigt werden – Corona kam dazwischen.

Auf ausdrücklichen Wunsch des Ärztlichen Direktors der Kinderklinik Dritter Orden Passau wurde die Aushändigung des Ordens nun kurzerhand auf diese Tage terminiert – dabei hallt das Echo zur Meldung seiner Leukämieerkrankung noch nach. „Vor allem auch in Anbetracht des langen Verlaufs meiner Erkrankung ist es mir ein besonderes Anliegen, den Orden hier und jetzt überreicht zu bekommen“, betont Keller die Intension des Termins, trotz der derzeitigen Umstände.

So sieht Prof. Keller das Bundesverdienstkreuz nicht nur als Auszeichnung für sein Engagement, sondern vor allem auch als Wertschätzung für seine Familie, die aufgrund seines überaus großen Einsatzes viel auf ihren Mann und Papa verzichten mussten. „Darüber hinaus freut es mich, dass mein Engagement für kranke Kinder und ihre Familien mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland eine große Wertschätzung durch den Bundespräsidenten erfährt. Dies soll allen ein Antrieb sein, sich weiterhin für die Belange von Kindern zu engagieren – gerade auch in Zeiten von Corona“, so Keller weiter, der den Orden auch als Zeichen für alle ehrenamtlich engagierten Menschen sieht.

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, findet bei der Aushändigung große Worte der Würdigung: „Sie machen sich seit vielen Jahren sowohl beruflich als auch privat dafür stark, Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen und ihren Familien eine optimale Versorgung und Pflege für einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Der familienzentrierte Ansatz, der in der Kinderklinik Passau unter Ihrer Leitung als Ärztlicher Direktor etabliert wurde, zeichnet sich durch die persönliche Zuwendung, Unterstützung und Fürsorge für die gesamte Familie aus und ist in dieser Art derzeit einimalig. Mit dem Eltern-Baby- und Familienzentrum, das 2017 maßgeblich dank einer von Ihnen mitinitiierten Fundraising-Aktion eingeweiht wurde, konnte hier in Passau ein Leuchtturmprojekt für die Versorgung von Frühgeborenen und kranken Säuglingen geschaffen werden.“

In seiner Laudatio im kleinsten Kreis in der Kapelle der Kinderklinik Dritter Orden ist es Sibler ein Anliegen zu betonen: „Darüber hinaus wollen Sie das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Frühgeborenen auch auf politische Ebene stärken und haben den Grundstein dafür gelegt, eine gemeinsame Vision zu realisieren: Referenzstandards für eine einheitliche Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen in ganz Europa. Diese können zukünftig die Versorgung und Pflege dieser Patienten europaweit nachhaltig verbessern.“

„Ich danke allen, die diese Veleihung zu diesem Zeitpunkt möglich gemacht haben“, dankt Prof. Keller dem kleinen Kreis an Anwesenden und schließt noch einige persönliche Worte zu seiner derzeitigen Erkrankung an: „Außerdem möchte ich mich an dieser Stelle für die vielen Wünsche, Botschaften und Gebete der letzten Wochen bedanken, und allen, die sich für mich und meine Familie engagiert haben, besonders auch dem Ärzte- und Pflegeteam des Klinikums Passau. Es geht uns gut. Auch wenn der Weg steinig ist, sind wir zuversichtlich, dass wir dies gemeinsam als Familie schaffen.
Meine Frau und ich haben in den letzten Jahren stets das Leben bejaht. Was wir privat und beruflich tun, machen wir mit großer Freude, mit einem großen lebensbejahendem ‚ja‘. Davon zehren wir, und das lässt uns zuversichtlich nach vorne blicken und treibt mich an, schnell wieder fit zu werden.“