(v.l.) Martin Geier (Bürgermeister von Schöfweg), Martin Behringer (Bürgermeister von Thurmansbang), Anna Mitterdorfer (Seniorenbeauftragte des Landkreises Freyung-Grafenau), Corina Molz (Geschäftsführerin ILE Ilzer Land e.V.), Maria Bauer (Senioren- und Behindertenbeauftragte der Gemeinde Thurmansbang) - Foto: ILE Ilzer Land e.V.

Senioren- und Behindertennetzwerk im Ilzer Land blüht wieder auf

Die Senioren- und Behindertenbeauftragten der Gemeinden im Ilzer Land trafen sich in der Festhalle Thurmansbang – Digitalisierung als Hauptthema

Thurmansbang. Nach der langen coronabedingten Zwangspause konnte sich das Netzwerk der Seniorenbeauftragten und Beauftragten für Menschen mit Handicap im Ilzer Land endlich wieder persönlich treffen. Martin Behringer, Bürgermeister der Gemeinde Thurmansbang, begrüßte die anwesenden Senioren- und Behindertenbeauftragten. Gemeinsam mit Martin Geier, Bürgermeister von Schöfweg, ist er im Ilzer Land für den Bereich Senioren & Menschen mit Handicap des Handlungsfelds Soziales, Mitwirkung & Traditionen zuständig.

Zu Beginn stand die Besichtigung der zentral gelegenen Maierei in Thurmansbang auf dem Programm. Die Maierei befindet sich derzeit im Umbau, der durch die Städtebauförderung gefördert wird.  Martin Behringer führte die Anwesenden durch die Maierei und zeigte das Nutzungskonzept auf, das unter anderem mehrere barrierefreie Wohnungen und ein Café vorsieht.

Zurück in der Festhalle Thurmansbang, begrüßte auch Bürgermeister Martin Geier die Runde und leitete eine kurze Vorstellungsrunde ein, da einige neue Gesichter mit dabei waren.

Volker Ernst, Datenschutzbeauftragter und Projektkoordinator für das Handlungsfeld Digitalisierung im Ilzer Land, präsentierte im Anschluss Möglichkeiten der digitalen Vernetzung in der Senioren- und Behindertenarbeit. Unter anderem ging Ernst auf ILE.DIGITAL, den digitalen Dorfplatz der ILE, ein. Auf ILE.DIGITAL könne man beispielsweise im Veranstaltungskalender eine Kategorie „Senioren“ anlegen, sodass die Veranstaltungen für diese Zielgruppe einfacher gefunden werden können. Zudem können sich in ILE.DIGITAL auch Vereine, so z.B. auch ein Seniorenclub, eintragen und ihre Veranstaltungen auf die Plattform stellen. Eine weitere Möglichkeit der digitalen Vernetzung stellen auch Videokonferenzen mit den unterschiedlichsten Systemen dar. Martin Behringer erläuterte nach dem Impulsvortrag von Volker Ernst: „Ich bin mir sicher, dass digitale Vernetzung eine Bereicherung für die Senioren und Menschen mit Handicap darstellen kann und viele auch Angehörige haben, die sie dabei unterstützen können. Durch digitale Technologien könnten sie an Veranstaltungen, wie beispielsweise Gottesdienste, teilhaben. Die Senioren- und Behindertenbeauftragten sind wichtige Multiplikatoren und können den Senioren und Menschen mit Handicap vor Ort die Ängste vor der digitalen Welt nehmen.“ Martin Geier sprach sich ebenfalls für eine bessere, digitale Vernetzung aus und sagte, dass es dafür eine landkreisweite Lösung bräuchte und dies auch nicht ohne Endgeräte funktioniert. Anna Mitterdorfer, Seniorenbeauftragte des Landkreises Freyung-Grafenau, erläuterte, dass der Impuls aus der ILE kommen müsse. Wichtig dabei sei, dass die Senioren mit ihren eigenen Endgeräten zusammenkommen, je nach ihren Erfahrungen in verschiedene Gruppen aufgeteilt werden und auch an ihren eigenen Geräten lernen. Mitterdorfer ergänzte, dass viele Scheu haben und es ihnen leichter fällt, wenn sie unter Gleichgesinnten sind. Das Netzwerk möchte diese Idee im Ilzer Land aufgreifen. Dazu braucht es Ehrenamtliche, die geschult werden und ihr Wissen an die Senioren und Menschen mit Handicap weitergeben. Volker Ernst verwies zum Schluss noch auf das neuaufgelegte „Smart Surfer Programm“ der VHS. Ursprünglich war geplant, diese Kurse gemeinsam mit der VHS auch dezentral in den einzelnen Ilzer Land Gemeinden anzubieten. Doch coronabedingt konnten diese Veranstaltungen leider noch nicht stattfinden.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Neuauflage des Notfallpasses, an dem sich nun auch der Landkreis Freyung-Grafenau beteiligen möchte. Geplant ist, kleinere Änderungen vorzunehmen, wie beispielsweise die Angabe, ob eine Corona-Impfung vorliegt. Auch der Pflegegrad, der Pflegedienst sowie das Vorhandensein eines Transplantationsausweises sollen nun im Notfallpass abgefragt werden. In Zukunft wird der Notfallpass zusätzlich digital als PDF-Datei abrufbar sein. Die verantwortlichen Bürgermeister Martin Behringer und Martin Geier sowie Corina Molz, Geschäftsführerin der ILE Ilzer Land und Projektkoordinatorin im Handlungsfeld Soziales, werden sich zeitnah mit dem Landkreis in Verbindung setzen und den Notfallpass erneuern.

Zum Abschluss erklärte Martin Geier, dass auch in diesem Jahr kein Ausflug möglich sei und man sich auf die Zusammenkünfte im Seniorennetzwerk beschränken müsse. Doch mit dem Thema „Digital vernetzt“ oder auch mit weiteren Vorträgen in den Netzwerktreffen könne man dennoch ein paar kleinere Dinge anpacken. Martin Behringer fügte hinzu, dass man im Frühjahr 2022 einen Ausflug planen könnte, sollte es Corona zulassen. Das Netzwerk diskutierte zum Schluss noch die Idee einer Mitfahrbank. Zunächst soll die Idee weiterverfolgt werden und geprüft werden, ob bzw. in welcher Form diese umsetzbar wäre.