Schwerpunkt Motorrad – 1. Kontrolltag

Kontrollstelle bei St. Englmar (Foto: Polizeipräsidium Niederbayern)

Niederbayern / St. Englmar. Im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramm 2030 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ soll die Anzahl der Verkehrsunfälle mit getöteten und verletzten Motorradfahrern weiter reduziert werden. Am vergangenen Sonntag fand der erste große Kontrolltag in St. Englmar statt.

Weniger Unfälle – mehr Tote

Im vergangenen Jahr startete die Motorradsaison bedingt durch die Corona-Pandemie später als gewöhnlich. Mit insgesamt 813 Verkehrsunfällen, unter Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer, konnte im Jahr 2020 ein Rückgang um 17 Prozent verzeichnet werden. Jedoch ereigneten sich bereits zum Saisonstart zahlreiche schwere Unfälle. Die Zahl der Verletzten sank dabei zwar um 19 Prozent, jedoch erlagen mit 27 fast doppelt so viele Motorradfahrer:innen ihren schwerwiegenden Verletzungen wie im Vorjahr.

Mit Stand 15. Juli 2021 verloren bislang 7 Motorradfahrer:innen ihr Leben, 323 Personen wurden verletzt, davon über 100 schwer. Die Zahlen zeigen Jahr für Jahr, wie gefährdet und exponiert Motorradfahrer:innen im Straßenverkehr sind und wie wichtig solche Aktionstage darstellen, um auf die besonderen Gefahren und Risiken im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Beim Präventionsmobil gab es Warnwesten für interessierte Biker (Foto: Polizeipräsidium Niederbayern)

Bei Präventionsmobil gab es Warnwesten für interessierte Biker

In den Monaten Juli und September werden zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen des Verkehrssicherheitskonzepts die „Schwerpunktwochen Motorrad“ durchgeführt. Alle niederbayerischen Polizeiinspektionen und -stationen beteiligen sich in diesen Wochen mit mehreren Kontrollaktionen zur Sicherheit der Motorradfahrer:innen. Neben technischen Kontrollen am Motorrad, soll die Geschwindigkeitsüberwachung einen weiteren Schwerpunkt darstellen. Ein weiterer und wichtiger Sicherheitsaspekt ist die Erkennbarkeit im Straßenverkehr, worauf im Rahmen der Kontrollen immer wieder hingewiesen wird. Interessierten Bikern wurden am vergangenen Sonntag bei Bedarf auch Warnwesten ausgehändigt, um ihre Sichtbarkeit umgehend zu verbessern.

Mit dem ersten von zwei Aktionstagen führte das Polizeipräsidium Niederbayern an diesem Tag eine Großkontrolle in St. Englmar durch. Hierbei kam auch ein Präventionsmobil des Polizeiverwaltungsamts zum Einsatz. Ziel des Aktionstages war es, durch Aufklärungs- und Verkehrsüberwachungsmaßnahmen die Verkehrsunfälle zu reduzieren und eine nachhaltige Wirkung bei den Verkehrsteilnehmern zu erreichen.

Kontrollergebnisse

Zwischen 08.30 und 14.00 Uhr wurden am Sonntag rund 280 Verkehrskontrollen durchgeführt. Über 30 Motorräder mussten aufgrund verschiedener Verstöße beanstandet werden. Bei 5 Motorrädern wurden derart gravierende Veränderungen festgestellt, dass ein Erlöschen der Betriebserlaubnis die Folge war, bei 3 Motorrädern konnte eine Weiterfahrt aufgrund zu erwartender Verkehrsgefährdungen nicht gestattet werden. Bei Geschwindigkeitsmessungen wurden 3 Motorräder mit überhöhter Geschwindigkeit im Verwarnungsbereich festgestellt. Die größte Überschreitung am Kontrolltag war einem Pkw zuzurechnen, der mit 79 km/h – statt der erlaubten 50 km/h – durch die Messstelle gefahren ist. „Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die Hauptunfallursache. Hinzu kommt ein Trend, Motorräder durch Um- und Anbauten immer schneller und lauter zu machen. Hierdurch wird die Verkehrssicherheit des Motorrads oftmals wesentlich beeinträchtigt. Diesen zwei besonders wichtigen Faktoren wollen wir mit den Schwerpunktwochen Motorrad entschieden entgegenwirken“, so der Leiter des Sachgebiets für Ordnungs- und Schutzaufgaben sowie Verkehr beim Polizeipräsidium Niederbayern, Leitender Polizeidirektor Werner Sika.

Das beschädigte Unfallfahrzeug vom „Kalteck-Unfall“ aus 2018 war Teil des Präventionsprogramms und erinnert an die verheerenden Folgen eines illegalen Rennens (Foto: Polizeipräsidium Niederbayern)

2. Aktionstag im September

Am 11. September 2021 wird der zweite Aktionstag durchgeführt, dann aber in Brennes am Arber. Auch das Präventionsmobil sowie der Präventionsanhänger des Polizeiverwaltungsamts werden hier erneut zum Einsatz kommen.


– Informationsbroschüre des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration: Sicher unterwegs mit dem Motorrad