Mit dem Projekt "Wilde Mittelgebirgsbäche" startet der Naturpark Bayerischer Wald die Intensivierung der Umweltbildung im südlichen Landkreis Freyung-Grafenau (Foto: J. Matt, Naturpark Bayerischer Wald e.V.)

Projektbeginn „Wilde Mittelgebirgsbäche“ in Waldkirchen

Kooperation von Naturpark und HNKKJ füllt sich mit Leben

Waldkirchen. Werden Kinder gefragt, welche Lebensräume sie am liebsten erkunden, dann stehen Bäche ganz oben. Fließendes Wasser übt eine Faszination aus. Gesteigert wird die Begeisterung durch Elemente, wie sie die Mittelgebirgsbäche rund um Waldkirchen bieten: tiefe Schluchten, bemooste Felsen und urtümliche Wälder. Wildbäche lassen sich in der Umweltbildung hervorragend einsetzen, da sie ein Naturerleben „Mittendrin statt nur dabei“ und ganz ohne Inszenierung ermöglichen.

Genau hier setzt das Projekt des Naturparks Bayerischer Wald an, welches in enger Kooperation mit dem Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend (HNKKJ) in Waldkirchen durchgeführt wird. „Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen die heimische Natur und die große naturräumliche Vielfalt rund um Waldkirchen näher zu bringen und sie dafür zu begeistern“, so Naturpark-Mitarbeiter Johannes Matt, der das Projekt „Wilde Mittelgebirgsbäche“ betreut und ergänzt: „Projekttage an den verschiedenen Wildbächen und der enge Kontakt zu Schulen und Kindergärten stehen im Mittelpunkt des Projekts. Hierbei wird ein neues Umweltbildungskonzept mit dem Titel „Wildbach“ ausgearbeitet und mit den örtlichen Schulen und Kindergärten rund um Waldkirchen draußen in der Natur durchgeführt.“ Das Projekt umfasst zudem weitere Aspekte, wie die Erstellung eines Kurzfilms über die Saußbachklamm, ein Expertengespräch zum Thema „Mittelgebirgsbäche“, als auch mehrere öffentliche Veranstaltungen in Form von geführten Exkursionen und Fortbildungen.

(v.l.) Johannes Matt, Projektmitarbeiter Naturpark, Dr. Behzat Ünel und Martin Windpassinger vom HNKKJ, 1. Bürgermeister der Stadt Waldkirchen Heinz Pollak und Stadt- und Veranstaltungsmanagement Michael Hobelsberger und Marco Müller, Naturpark Bayerischer Wald e.V. (Foto: Naturpark Bayerischer Wald e.V.)

Seit kurzem wird die Zusammenarbeit des Naturpark Bayerischer Wald und dem Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend mit Leben gefüllt. Die Naturpark-Mitarbeiter Marco Müller und Johannes Matt bezogen ihren neuen Arbeitsplatz im HNKKJ am Marktmühlerweg in Waldkirchen. Marco Müller, der als Naturpark-Ranger bisher ein Büro im Rathaus Waldkirchen hatte, zieht somit nur wenige hundert Meter um. Der ursprünglich aus Jandelsbrunn stammende Johannes Matt, zuständig für die Intensivierung der Umweltbildung, kann für 10 Wochenstunden in seine Heimat zurückkehren. Mit diesem gemeinsamen Büro können Synergien von Naturpark und HNKKJ am besten gebündelt werden. Dadurch wird es zudem möglich sein, die Öffnungszeiten der Ausstellungen im HNKKJ zu erweitern. Künftig können nach Wiedereröffnung die naturkundlichen Ausstellungen auch Freitags zwischen 10 und 14 Uhr, sowie gewohnt am Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr, besucht werden. „Mit der personellen Besetzung des HNKKJ’s können wir unser Haus als auch die Zusammenarbeit zwischen Naturpark und HNKKJ noch mehr mit Leben füllen“, freut sich Dr. Behzat Ünel, Vorsitzender des Vereins HNKKJ.

Große Unterstützung erfahren beide Vereine durch die Stadt Waldkirchen in finanzieller, organisatorischer und tatkräftiger Art. 1. Bürgermeister der Stadt Waldkirchen Heinz Pollak hieß die beiden Naturpark-Mitarbeiter am HNKKJ willkommen und teilt die gleiche Freude: „Mit Marco Müller und Johannes Matt stehen nun kompetente Ansprechpartner im Naturschutz- und Umweltbildungsbereich vor Ort zur Verfügung.“ Er lädt die Schulen und Kindergärten Waldkirchens ein, die neuen Umweltbildungsangebote wahrzunehmen.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen „Umweltbildung.Bayern“ des bayerischen Umweltministeriums. Mitfinanziert wird das Projekt durch die Stadt Waldkirchen und den Landkreis Freyung-Grafenau. Dieses Projekt stellt den Auftakt zur langfristigen Etablierung der Umweltbildung in Waldkirchen mit dem Ziel der Anerkennung als staatliche Umweltstation dar.