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Traditioneller Tauben- und Geflügelmarkt in Passau birgt Risiken für weitere Pandemie

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PETA fordert Oberbürgermeister Jürgen Dupper zu dauerhafter Schließung auf

Passau / Stuttgart, 6. Mai 2020 – Risiken für Zoonosen wie Corona eindämmen: Tiermärkte, auf denen gestresste Tiere auf engem Raum verkauft werden, bieten optimale Bedingungen für die Verbreitung von Keimen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit von Mutationen – antibiotikaresistente Keime und Zoonosen finden beste Bedingungen, um sich zu vermehren. Kranke und stressbedingt geschwächte Tiere auf diesen Märkten können als Überträger von Viren zu einem großen Risiko mit nicht absehbaren Konsequenzen werden. Daher wandte sich PETA nun an Jürgen Dupper. In ihrem Schreiben appellierte die Tierrechtsorganisation an den Oberbürgermeister, den Traditionellen Tauben- und Geflügelmarkt in Passau zum Schutz von Mensch und Tier dauerhaft zu schließen.

„Die Corona-Krise könnte nur ein erster Vorgeschmack auf das sein, was durch die Ausbeutung von Tieren immer öfter passieren könnte. Zwar gilt im Falle von Corona ein Lebendtiermarkt in Wuhan als Ausgangspunkt der Pandemie, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind diese Märkte ein Gesundheitsrisiko. Deshalb müssen sie verboten werden – auch in Passau“, so Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie.

Auf Tiermärkten können sich potenzielle Krankheitserreger schnell verbreiten

Die Ernährungsindustrie – insbesondere die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern – bietet zahlreiche Brutstätten für tödliche Keime. Denn in den Ställen müssen meist massenweise Tiere auf engstem Raum inmitten ihrer eigenen Exkremente ausharren. Anschließend werden die teilweise kranken oder verletzten Tiere unterschiedlicher Arten und Herkunft auf den Märkten ausgestellt und verkauft. So können sich potenziell krankmachende Erreger leicht verbreiten. Das Risiko für die Entstehung neuer Zoonosen ließe sich PETAs Ansicht nach durch ein landesweites Tiermarktverbot minimieren. Die Organisation weist zudem darauf hin, dass derartige Märkte für die Tiere mit immensem Stress verbunden sind; auch ein roher Umgang beim Verladen sowie Verletzungen während des Transports sind keine Seltenheit.

Konsum tierischer Produkte beeinflusst Zoonose-Risiko

75 Prozent aller neu auftretenden Infektionskrankheiten haben einen tierischen Ursprung. [1] Bereits 2004 nannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen. [2] COVID-19, die Vogelgrippe H5N1, die SARS-Pandemie, das MERS-CoV, das gefährliche Ebolafieber, unzählige Opfer durch multiresistente Keime und sogar Aids – sie alle haben einen gemeinsamen Nenner: die Ausbeutung von Tieren. [3] PETA erinnert daran, dass jedes Mal, wenn ein tierisches Produkt gekauft wird, eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt wird, die möglicherweise die nächste Zoonose auslösen könnte. Somit hat auch jeder Verbraucher Einfluss auf das Risiko von Epidemien und Pandemien wie COVID-19.


[1] One Health: OIE – World Organisation for Animal Health. Online abrufbar unter: www.oie.int/en/for-the-media/onehealth/. (17.03.2020).

[2] WHO/FAO/OIE (2004): Report of the WHO/FAO/OIE joint consultation on emerging zoonotic diseases. https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/68899/WHO_CDS_CPE_ZFK_2004.9.pdf?fbclid=IwAR2ha8hDMHV8gDJYEadsk7-lxLS84Z3kSlq3E4-zG5kaWUh1Xc5vgJhTsJ4. (28.04.2020).

[3] Bundesministerium für Bildung und Forschung (2011): Gefährliche Eindringlinge – Droht nach der Schweine- und Vogelgrippe in Zukunft eine Fledermausgrippe? Online abrufbar unter: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gefahrliche-eindringlinge-droht-nach-der-schweine-und-vogelgrippe-in-zukunft-eine-3200.php. (28.04.2020).

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