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Donnerstag, Juli 18, 2024

Naloxon rettet Leben

Lesestoff

Caritas hilft Opiatabhängigen bei lebensbedrohender Überdosis

Jeder Drogentote ist einer zu viel. Bei einer Opiat-Überdosierung kann das Medikament Naloxon zusammen mit den richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen Leben retten. Deshalb beteiligte sich die Psychosoziale Beratung und Behandlung (PSBB) der Caritas in Passau am Modell-Projekt „Take-Home-Naloxon“ der Bayerischen Staatsregierung. Die Zahl der Toten durch Opiatüberdosierung soll reduziert werden. Vier Caritas-Berater*innen haben sich dafür geschult. Jetzt bietet die PSBB im Caritas-Zentrum Konradinum Interessierten in Stadt und Landkreis Passau die Möglichkeit, den Einsatz von Naloxon zu lernen; etwa bei einer Abhängigkeit von Tilidin, Heroin, Fentanyl usw.

Naloxon ist ein Nasenspray als Gegenmittel zu Opiaten. Bei einer Überdosis flacht die Atmung ab und kann sogar komplett aussetzen. Naloxon beschleunigt die Aufwachphase bei einer Atemdepression bzw. hebt die Atemdepression auf. Mit diesem Mittel ist es demnach möglich, eine lebensbedrohende Opiatdosis zu überwinden.

Die Schulung umfasst hauptsächlich einen Erste-Hilfe-Kurs spezifisch bei einer Überdosis; also Erkennen, Pulskontrolle, Herzdruckmassage, stabile Seitenlage sowie Infos und eine Unterweisung im Gebrauch des Nasensprays. Dazu gibt es eine handliche Metalldose mit Einmalhandschuhen, Naloxon-Nasenspray, einer Kurzanleitung zur Erste-Hilfe und dem Absetzen eines Notrufes sowie eine Kopie des Rezeptes. Die Kurse werden gegen Voranmeldung von Montag bis Donnerstag, im Fall auch spontan zwischen 8.00 und 8.30 Uhr angeboten. Ort ist die Psychosoziale Beratung und Behandlung, Obere Donaulände 8, 94032 Passau, 0851 / 5018 842.

Die Zahlen aus dem Zahlen des Bundesdrogenbeauftragten aus dem Jahr 2021 zeigen, wie akut das Problem ist: „Im Jahr 2021 ist im vierten Jahr infolge ein Anstieg der an Drogen verstorbenen Menschen zu verzeichnen. Starben im Jahr 2017 noch 1.272, so waren es 2021 1.826 Menschen. Die aktuelle Zahl bedeutet einen Anstieg um 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2020, in welchem 1.581 Menschen starben. Hauptursächlich waren wie in den vergangenen Jahren Heroin und andere Opioide alleine oder in Verbindung mit anderen Stoffen. Die Zahl der Vergiftungen durch alleinige Überdosierung von Heroin ist um 50 % (195 Rauschgifttote) und bei Opioid-Substitutionsmitteln um 167 % (88 Tote) gestiegen.“ Quelle: https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/1826-maenner-und-frauen-in-deutschland-2021-an-illegalen-drogen-verstorben-zahl-erneut-gestiegen/. (can)

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