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Dienstag, März 5, 2024
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Minimierung des Risikofaktors Mensch durch technische Lösungen

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MdL Walter Taubeneder informiert sich nach Unfallhäufung an unbeschranktem Bahnübergang bei Pocking

Pocking. Im Juli dieses Jahres ereignete sich an einem unbeschrankten Bahnübergang bei Pocking ein schwerer Unfall mit Todesfolge. Der Zug war von Pocking in Richtung Pfarrkirchen gefahren und am Bahnübergang in Kühnham mit einem Fahrzeug zusammengestoßen, welches frontal erfasst und sodann etwa 200 Meter mitgeschleift wurde. Die Fahrerin des Autos verstarb; der Lokführer und elf Fahrgäste wurden nicht verletzt, erlitten jedoch einen Schock. Da sich derartige Eisenbahnunfälle an unbeschrankten Bahnübergängen in den vergangenen Monaten – auch in der Region – häuften, informierte sich der örtliche Landtagsabgeordnete Walter Taubeneder (CSU) beim für die Eisenbahninfrastruktur in der Region zuständigen Geschäfts- und Betriebsleiter Christian Steinbacher über die Sicherheit der örtlichen Bahnübergänge.

Erst Mitte Mai hatte sich in Kühnham bei Pocking ein weiterer Unfall ereignet, nachdem eine junge Autofahrerin nach Aussage der Polizei das rote Blinklicht am Bahnübergang, das den nahenden Zug ankündigte, übersehen hatte. Bei dem folgenden Zusammenstoß wurde das Auto vollumfänglich zerstört; die Fahrerin und ihre Beifahrerin sowie der Lokführer und die insgesamt zehn Fahrgäste, die sich zum Unfallzeitpunkt im Zug befanden, blieben unverletzt.

Wie Geschäfts- und Betriebsleiter Steinbacher informiert, sei es zwar innerhalb der letzten Monate u.a. am Bahnübergang Kühnham vermehrt zu sehr bedauerlichen Unfallereignissen gekommen, im mehrjährigen Verlauf habe man statistisch jedoch weder an der konkreten Anlage, noch im übrigen Streckennetz eine signifikante Häufung feststellen können, weshalb hier auch keine weiteren Maßnahmen getroffen wurden. Zur Beurteilung der Sicherheit trifft sich an jedem Bahnübergang im Turnus von zwei Jahren ein Expertenkreis aus Vertretern des Straßenbaulastträgers, des Eisenbahnunternehmens, der Bundespolizei sowie der Landespolizei und des Eisenbahnbundesamts.

Der Bahnübergang in Kühnham bei Pocking entspricht – aus dem Blickwinkel der Eisenbahn – der Eisenbahn-, Bau- und Betriebsordnung und ist bereits seit dem Jahr 1963 mit einer Signalanlage ausgestattet. Im konkreten Fall läuft noch die behördliche Unfalluntersuchung. Diese wird federführend durch die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) durchgeführt und seitens der Bahn vollumfänglich unterstützt. „Die Untersuchung schließt mit einem Bericht ab, der – sofern erforderlich – auch Empfehlungen zur Vermeidung weiterer Unfälle enthalten wird“, so Steinbacher. Perspektivisch könne jedoch – auch zur Erhöhung des Sicherheitsempfindens – eine Erneuerung der Anlage mitsamt Radüberweg und Halbschranken in Aussicht gestellt werden, wie der Geschäfts- und Betriebsleiter gegenüber Taubeneder zusichert. Bis dahin ließe sich der jüngsten Unfallhäufung, beispielsweise durch eine Geschwindigkeitsregelung auf der querenden Kreisstraße, begegnen.

„Da Unfälle an Bahnübergängen bedauerlicherweise fast ausschließlich auf ein Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer zurückzuführen sind, liegt eine zentrale Herausforderung der Unfallvorbeugung in der Aufklärung der Öffentlichkeit zum Verhalten an Bahnübergängen“, fasst Walter Taubeneder die vorgelegten statistischen Kennzahlen zusammen. Auf der Rottalbahn besteht zudem und weiterhin Modernisierungsbedarf in der Signaltechnik. Um diesen Bedarf kurzfristig kompensieren zu können, wird in diesen Monaten ein bundesweiter Pilotbetrieb gestartet, wie Steinbacher erklärt. Die Zukunft der Bahnübergangssicherheit sieht er wiederum in der Minimierung des Risikofaktors Mensch anhand intelligenter und kommunikativer Systeme. Können beispielsweise Eisenbahn und Fahrzeuge des Individualverkehrs miteinander in Kontakt treten, so ließen sich Zusammenstöße noch effektiver verhindern. Bis dahin könnten auch ein akustisches Signal oder aber doch eine Beschrankung Abhilfe schaffen, so MdL Walter Taubeneder.

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