Online-Banking nimmt in allen Altersklassen zu

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    Rita Hagl-Kehl, MdB im Gespräch mit Stefan Proßer und Dietmar Attenbrunner von der Sparkasse Freyung-Grafenau

    Landkreis Freyung-Grafenau. „Auch wir können beobachten, dass viele Kontoinhaberinnen und Kontoinhaber vermehrt die Möglichkeit zum Online-Banking nutzen und zeitgleich immer seltener ihre Bankfiliale vor Ort aufsuchen“, berichtet Stefan Proßer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Freyung-Grafenau bereits zu Beginn des Austauschs. Nach einer repräsentativen Umfrage von Kantar im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Banken von August 2021 nutzen mittlerweile 60 Prozent aller Befragten in Deutschland Online- oder Mobile Banking. Und auch in der Altersklasse ab 60 Jahren nehmen inzwischen 39 Prozent digitale Angebote wahr – Tendenz steigend.

    Gleichzeitig werden immer seltener die Banken vor Ort persönlich aufgesucht. „Auch in Freyung-Grafenau ist die Nachfrage nach unseren klassischen, persönlichen Serviceangeboten vor Ort stark zurückgegangen, weshalb wir in diesem Bereich nicht mehr in der Fläche so stark vertreten sind wie noch zur Jahrtausendwende“, bestätigt auch Dietmar Attenbrunner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Freyung-Grafenau. Um deshalb auch älteren Mitbürgern den digitalen Umstieg zu erleichtern, hat man bei der Sparkasse im Landkreis ein neues Serviceangebot etabliert. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dazu angehalten, gezielt unsere älteren Kunden im Landkreis ein Beratungsangebot zu unterbreiten und den Menschen die Vorteile und die Nutzung von Online-Banking Angeboten vor Ort im persönlichen Gespräch näher zu bringen, damit der Umstieg leichter gestaltet wird“, so Stefan Proßer. Dies sieht auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl positiv: „Die Digitalisierung unseres Alltags schreitet weiter voran. Als Verbraucherschützerin ist es mir wichtig, dass auch die Menschen im ländlichen Raum und jeden Alters bei diesem Prozess unterstützt werden.“

    Ein weiteres wichtiges Thema war die Unterstützung und Förderung der Menschen und Unternehmen in der Region beim Thema Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energien. Dazu Rita Hagl-Kehl: „Um den Transformationsprozess zu einer klimaneutralen Gesellschaft umzusetzen, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Deshalb ist es schön zu sehen, dass die Sparkasse Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und mehr Klima- und Umweltschutz aktiv unterstützen und begleiten möchten.“

    So habe man beispielsweise erst vor kurzem zusammen mit der Stadt Freyung und den Bayernwerk AG die „Regionale Energiewende-Beteiligung Freyung GmbH“ gegründet, die Nachhaltigkeitsprojekte in der Region und vor allem in den einzelnen Kommunen vor Ort fördern und unterstützen soll. Konkret möchte man mit der neu gegründeten Gesellschaft potenziell nutzbare Flächen für Wind- und Solarenergie finden und entsprechende Kraftwerke errichten, um die Energiewende voranzutreiben. „Interessenten können in die neue Gesellschaft mit einem Kapitalstock zwischen 500 und 10.000 Euro investieren, langfristig von Renditen profitieren und zudem die Energiewende vor Ort unterstützen“, so Stefan Proßer.

    Weiter informierten beide Vorstände die Abgeordnete Hagl-Kehl über die besonderen Herausforderungen, denen sich aktuell die Bankenlandschaft und insbesondere die Sparkassenorganisation stellen muss: Niedrig- und Negativzinsen, regulatorisch geforderte Aufwände, nötige Investitionen in Digitalisierung und BGH Urteile, die Kundennachforderungen für vergangene Jahre unterstützen, belasten aktuell die Ergebnisse. Die Sparkassen wollen sich mit Präsenz und Engagement vor Ort, hochwertigen Beratungsangeboten und Eigenoptimierung gegensteuern. Darüber hinaus rüttelt die EU unter aktuell portugiesischer Ratspräsidentschaft mit EDIS (European Deposit Insurance Scheme) an dem bewährten Einlagensicherungssystem – hier fordert die Sparkassenorganisation, dass Risiko und Haftung nicht getrennt werden dürfen und das Vertrauen der Kunden in die Banken nicht erschüttert werden darf. Dazu kommen die großen Internetkonzerne als Wettbewerber aus dem digitalen Zahlungsverkehr – hier schließen sich die Sparkassen der Europäischen Payment Initiative (EPI) an, um nicht wehrlos Marktanteile abgeben zu müssen.

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