Neue Hoffnung im Kampf gegen HIV

Foto: obx-news/Universitätsklinikum Regensburg/Vincent Schmucker

Gibt es bald eine Impfung gegen Aids? Eine neue Forschungskooperation von Regensburger und Münchner Wissenschaftlern will diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher kommen

Regensburg (obx) – Bis heute kann eine HIV-Infektion weder geheilt werden, noch gibt es eine Impfung gegen die Immunerkrankung, an der jedes Jahr rund 700.000 Menschen weltweit sterben. Ein neues Forschungsprojekt will in den kommenden drei Jahren die HIV-Impfstoffentwicklung maßgeblich vorantreiben und neue Ansätze zur Prävention und Therapie von HIV-Infektionen erforschen. Rund 2,4 Millionen Euro an Bundesmitteln fließen in das Vorhaben mit dem Namen „HIVacToGC“ unter Leitung von Professor Ralf Wagner von der Universität Regensburg. Konkretes Ziel des Projekts: Möglichkeiten für den gezielten Transport von HIV-Antigenen in Lymphknoten zu entwickeln.

Die Universität Regensburg erhält rund die Hälfte der gesamten Fördersumme. Neben dem Team um Professor Wagner im Bereich Molekulare Mikrobiologie (Virologie) am Institut für Mikrobiologie und Hygiene sind als weitere Partner das Institut für Pharmazie an der Regensburger Uni, das Institut für Biomolekulare Nanotechnologie an der Technischen Universität München, das Helmholtz Zentrum München sowie die Unternehmen 2bind GmbH und tilibit GmbH beteiligt.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ralf Wagner am Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg entwickelte bereits in den vergangenen Jahren innerhalb der europäischen HIV-Impfstoffallianz (EHVA) neue, auf dem Hüllprotein des HI-Virus basierende Impfstoffkandidaten. Diese werden derzeit als Prüfmuster für die klinische Erprobung an Freiwilligen in Phase-I-Studien hergestellt.

Basierend auf diesen Impfstoffkandidaten startet das neue Projekt. Das Ziel: maßgeschneiderte, pharmazeutische Impfstoff-Formulierungen für die Prävention und Therapie von HIV-Infektionen zu entwickeln. Die Impfstoffe sollen dem Immunsystem so angeboten werden, dass die resultierende Antikörperantwort eine Infektion mit ganz unterschiedlichen HIV-Virusvarianten verhindern kann. Bei bereits Infizierten soll die Impfung in Kombination mit bewährten Medikamenten die Vermehrung des Virus kontrollieren helfen.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir mit diesem Projekt dem Ziel eines vor HIV-Infektion schützenden Impfstoffs ein gutes Stück näher kommen können“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Ralf Wagner. „In jedem Fall werden wir eine neue Plattform zur intelligenten Formulierung von Impfstoffen begründen, die Modellcharakter zur Prävention und Therapie auch anderer Infektionserkrankungen haben dürfte“, so Professor Wagner weiter.