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Freitag, Juni 14, 2024

Justizvollzugsanstalt Passau

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Das Gelände nimmt Formen an

Passau. Die Terrassierung ist schon gut zu erkennen; die Aushubarbeiten, die das Staatliche Bauamt Passau aktuell zur Geländemodelllierung für den Neubau der Justizvollzugsanstalt durchführen lässt, stehen kurz vor dem Abschluss. Insgesamt fallen am Gelände rund 250.000 Kubikmeter Erdaushub an. Davon werden 130.000 Kubikmeter nach Zwischenlagerung auf dem Baufeld später wieder vor Ort eingebaut oder für den Bau eines Lärmschutzwalls entlang der Autobahn verwendet. Die verbleibenden 120.000 Kubikmeter müssen abgefahren werden. Die Entscheidung, wie die überschüssigen Erdmassen zu verwerten sind, haben sich die Verantwortlichen am Staatlichen Bauamt Passau nicht leicht gemacht. In Abstimmung mit dem Bergamt Südbayern als zuständige Fachstelle und der Regierung von Niederbayern wurde eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Lösung gefunden.

60.000 Kubikmeter des Aushubmaterials werden auf einer direkt an das Baugrundstück angrenzenden Fläche, die der Freistaat Bayern gepachtet hat, aufgeschüttet und zwischengelagert: Das Material wird für den Bau des Lärmschutzwalls an der A 3 benötigt. Weitere 70.000 Kubikmeter verbleiben auf dem Baugelände und werden später wieder eingebaut. Das überschüssige Material wird abgefahren und für eine Grubenauffüllung im Landkreis Passau verwendet.

Da dieses Erdmaterial unter anderem natürlich vorkommendes Chrom enthält, kann es nicht überall eingebaut werden, sagt Baudirektor Gerald Escherich, Bereichsleiter Hochbau am Staatlichen Bauamt Passau. Eine Verfüllung ist nur in einem geologisch gleichartigen Umfeld möglich – also in Böden, die eine ähnliche Zusammensetzung aufweisen.

Nach Prüfung und Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden stellte sich eine Kiesgrube in Salzweg als geeignetste Grube für eine Verfüllung nach den gesetzlichen Vorgaben heraus. Dadurch stand auch fest, dass keine Ausschreibung der Transporte möglich war, so dass der Auftrag in Abstimmung mit Fachbehörden und der Regierung von Niederbayern an den regionalen Fuhrunternehmer vergeben wurde. „So lassen sich auch weite Transportkosten vermeiden und die damit verbundene Umweltbelastung reduzieren“, erklärt Leitender Baudirektor Norbert Sterl, der Leiter des Staatlichen Bauamts Passau.

Nicht nur auf dem Gelände selbst wird derzeit gearbeitet: Aktuell startet bereits die Produktion der Wandelemente für die Außenmauern. Im September 2022 wird mit dem Aushub für deren Fundamente begonnen, dann finden weitere Materialtransporte statt. Wie bei den bisherigen Abtransporten wird auch dann auf eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lösung geachtet, die kurze Transportwege und eine möglichst geringe Umweltbelastung mit sich bringt. Mit Rücksicht auf die Wohngebiete in Schalding rechts der Donau und Rittsteig wird der Lkw-Verkehr bereits jetzt über den Anschluss der Autobahnraststätte geführt. Ersatzrouten für die Bundesstraßen in Passau sowie die Zufahrt zur Grube selbst stehen jedoch zum einen aufgrund zu großer Entfernungen, zum anderen aufgrund mangelhafter Alternativen nicht zur Verfügung.

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