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Freitag, Juni 14, 2024

Justizvollzugsanstalt Passau – Baufreigabe für den Neubau erteilt

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Erdarbeiten für den Neubau beginnen

Passau. Die Baufreigabe für den Neubau der JVA Passau ist erteilt, die europaweiten Ausschreibungsverfahren für die Bauleistungen Geländemodellierung, Kanalarbeiten sowie Bau der Anstaltsmauer sind abgeschlossen und an zwei Firmen aus der Region vergeben. Zum Beginn der Erdarbeiten haben sich Leitender Baudirektor Norbert Sterl, Leiter des Staatlichen Bauamts Passau, Gerald Escherich, Bereichsleiter Hochbau, Projektleiter Matthias Kinateder und Hans Amannsberger, der Leiter der JVA Straubing und Passau am Gelände getroffen und den Zeitplan besprochen.

Ein Bauzaun umgibt das knapp 70.000 m2 große Gelände an der Königschaldinger Straße: Dort laufen ab dieser Woche die Erdarbeiten zur Vorbereitung auf den Bau der Anstaltsmauer sowie der Gebäude. Die Geländemodellierung wird voraussichtlich bis zum Sommer dieses Jahres dauern. Im Anschluss folgen die Betonarbeiten für die Fundamente der rund 800 Meter langen Anstaltsmauer, die anschließend in Fertigteilbauweise errichtet wird.

„Der Neubau der JVA in Passau ist die bisher größte Einzelbaumaßnahme in der Geschichte des Staatlichen Bauamts Passau“, sagt Leitender Baudirektor Sterl. Im Herbst 2022 ist eine Baubeginnfeier geplant, bei der der Grundstein für den Neubau der Justizvollzugsanstalt gelegt wird.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun: Im Rahmen der aktuell laufenden Erdarbeiten wird zunächst der Humus abgetragen und die Baustellenentwässerung errichtet, damit auch bei längeren Regenereignissen verhindert wird, dass Erdreich in den nahegelegenen Mitterbruchbach geschwemmt wird. „Rund 250.000 Kibikmeter Erdreich werden hier bewegt“, erklärt Gerald Escherich, Bereichsleiter Hochbau am Staatlichen Bauamt Passau. „Das entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 63 Metern“, veranschaulicht Leitender Baudirektor Norbert Sterl die Dimensionen des Projekts.

Ein Bauzaun umgibt das knapp 70.000 m2 große Gelände an der Königschaldinger Straße. – Foto: Staatliches Bauamt Passau / Süß

70.000 Kubikmeter des Aushubmaterials werden auf einer direkt an das Baugrundstück angrezenden Fläche, die der Freistaat Bayern gepachtet hat, aufgeschüttet und zwischengelagert: Das Material wird für den Bau des Lärmschutzwalles an der A3 benötigt. Überschüssiges Material und nicht für den Lärmschutzwall geeignete Böden werden abgefahren und für eine Grubenauffüllung im Landkreis Passau verwendet. Der Lkw-Verkehr wird in Abstimmung mit der Autobahn GmbH des Bundes – Niederlassung Süd – über den Anschluss der Autobahnraststätte geführt, um die Wohngebiete in Schalding rechts der Donau und Rittsteig zu entlasten.

Im Anschluss an die Erdarbeiten folgen die Betonarbeiten für die Fundamente der rund 800 Meter langen Anstaltsmauer, die anschließend in Fertigteilbauweise errichtet wird. Im Herbst dieses Jahres sollen die Rohbauarbeiten für die baulichen Anlagen beginnen. Ab dann gelten auch besondere Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle. So werden zum Beispiel die Personaldaten aller Arbeiter, die auf der Baustelle tätig sind, überprüft und der Zutritt zum Baustellenbereich überwacht.

Mit dem JVA-Neubau in Königschalding entsteht eine sogenannte „Kombi-Anstalt“ mit 450 Plätzen für Strafvollzug und Abschiebehaft. Davon sind 250 Haftplätze für den Justizvollzug und 100 für die Abschiebehaft vorgesehen, 100 weitere können für beide Bereiche alternativ genutzt werden. Dabei gilt ein striktes Trennungsverbot, das bereits an der Torwache beginnt: Für Strafvollzug und Abschiebehaft gibt es jeweils separate Zugänge, Zufahrten und Gebäude, getrennt durch eine Mauer auch innerhalb der Anstalt. Neben den Hafteinrichtungen werden auch Gebäude für die Verwaltung, Küche, Sporteinrichtungen, Arbeitsbetriebe und Gesundheitsfürsorge errichtet.

Über den Zeitplan und die geplanten Arbeiten unterhielten sich Ltd. Baudirektor Norbert Sterl (v.l.), Gerald Escherich, Bereichsleiter Hochbau, Projektleiter Matthias Kinateder und Hans Amannsberger, Leiter der JVA Straubing und Passau. – Foto: Staatliches Bauamt Passau / Süß

Mit dem Neubau werden Arbeitsplätze für rund 300 Bedienstete geschaffen, die im Drei-Schicht-Betrieb tätig sein werden. Darauf freut sich Hans Ammansberger, der Leiter der JVA Straubing und Passau, besonders: „Im neuen Gebäude erwarten die Justizvollzugsbeamten sehr gute Arbeitsbedingungen.“ Außerhalb der JVA-Mauern sind ein Garagengebäude für neun Dienstfahrzeuge sowie 180 Stellplätze für Bedienstete und Besucher geplant.

Das Staatliche Bauamt Passaut hat für die Planung und Bauleitung freiberuflich tätige Ingenieurbüros beauftragt, zum Beispiel das Architekturbüro KarlundP aus München, die Ingenieurbüros Rathenow aus Dresden und Wolf aus Grafenau, das Büro für Landschaftsarchitektur ST raum a. aus Berlin u.a.

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1 Kommentar

  1. Es ist einfach eine Frechheit in so einer tollen Waldrandlage ein 4 Sterne Hotel für 250 Verbrecher und 200 Migranten zu bauen.
    So ein Trottel der Hr. Sperl Es gibt leider immer wieder in einer Demokratie Menschen die sich nur aus Eigeninteresse profilieren wollen
    Wenn so was in seiner Nähe gebaut wird würde er das verhindern.
    Habe schon seit Jahren Leserbriefe in der PNP geschrieben, an Hr. Söder geschrieben. In der jetzigen Zeit wo immer mehr Bürger in Bayern zur Tage gehen müssen und viele sich nicht mehr leisten können gibt man 140 Millionen für eine 4 Sterne JVA aus.
    Beste Waldrandlage, beste Luft und Aussicht. 70.000qm Wiese einfach zubetonieren. Kein PlTz mehr für Hasen, Rehe, Vögel und Bienen.
    Da baue ich lieber Wohnungen für Passauer, oder ein Erholungsheim.
    Diese Verantwortlichen müßten entlassen werden .

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