2. Warnstreik im Schlachthof Landshut (Foto: Gewerkschaft NGG)

Gewerkschaft NGG legt die Schlachtung in Landshut lahm!

2. Warnstreik im Schlachthof Landshut  

Landshut, 16. April 2021; Nach drei ergebnislosen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern der Fleischwirtschaft hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ihre Ankündigung wahr gemacht und heute Nacht um 2.00 Uhr die Beschäftigten im Vion Schlachthof Landshut zum zweiten Warnstreik aufgerufen. Nahezu die komplette Schlachtung ist dem Aufruf gefolgt. Die Schicht hat die Arbeit auch nicht wieder aufgenommen. Die 50 Streikenden forderten lautstark mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für die 160.000 Beschäftigten in deutschen Schlachthöfen und Wurstfabriken.  

Dazu erklärte Wilfried Maxim von der Gewerkschaft NGG: „“ Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite über einen branchenweiten Mindestlohn von 10,50 Euro ist völlig indiskutabel und bestätigt, dass die Fleischkonzerne mit Billiglöhnen und Ausbeutung weiter machen wollen wie bisher. Die Beschäftigten sind stinksauer. Trotz des Verbots von Werkverträgen und Leiharbeit ab 2021 konnten Sie nicht feststellen, dass sich die miserablen Arbeitsbedingungen seitdem verbessert hätten. Nun sind sie entschlossen, ihrer schweren Arbeit einen Wert zu erstreiken.“   

Hintergrund: Die Gewerkschaft NGG ist mit folgenden Forderungen in die Verhandlungen gegangen:

  • Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde für alle Beschäftigten in der Schlachtung und Verarbeitung, einschließlich Geflügel,
  • Erhöhung des Mindestlohns auf 14 Euro pro Stunde nach einer kurzen Einarbeitungszeit,
  • Mindestlohn von 17 Euro pro Stunde für Facharbeiter.

In einem weiteren Tarifvertrag sollen die Mindestarbeitsbedingungen wie Arbeitszeit, Arbeitszeitkonten, Zuschläge und Urlaub für die rund 160.000 Beschäftigten in der Branche geregelt werden. Diese Tarifverträge sollen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt werden. Das heißt, sie gelten dann für alle Beschäftigten in der Fleischwirtschaft unmittelbar und zwingend, unabhängig davon, ob ein Arbeitgeber tarifgebunden ist.

Informationen zur Tarifrunde für die deutsche Fleischwirtschaft: www.ngg.net/fleisch2021.