Gestaltung kommunaler Grünflächen

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    Schulungsangebot für Bauhofmitarbeiter in den beiden niederbayerischen Öko-Modellregionen

    Hutthurm. Bei der Pflege und Neuanlage kommunaler Grünflächen – sei es im Hinblick auf Parkanlagen, Gewässer- oder Straßenränder, Friedhöfen oder Spielplätzen – kommt den Mitarbeitern der Bauhöfe eine zentrale Bedeutung zu. Die genannten Lebensräume sind vielfältig und bieten im Sinne des ‚Blühpakts Bayern‘ großes Entwicklungspotential, um dem massiven Rückgang an Pflanzen- und Insektenarten entgegen zu wirken. Als Ursache für den Rückgang ist nicht nur ein Grund zu nennen – die Zerstörung von Lebensräumen spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Nährstoff- und Pestizidbelastung durch die Landwirtschaft oder die Verschmutzung durch Licht im Falle von nachtaktiven Insekten. Wissenschaftliche Ergebnisse haben gezeigt, dass Schutzgebiete allein nicht ausreichen, um dem Artenverlust entgegen zu wirken. Es benötigt Elemente in der Landwirtschaft, die als eine Art Matrix Schutzgebiete miteinander verbinden und in denen Insekten einen Rückzug finden können.

    Die beiden Öko-Modellregionen in Niederbayern – das Passauer Oberland und das Ilzer Land – haben für die Mitarbeiter der Bauhöfe in den beiden Regionen ein Schulungsangebot organisiert, das zum einen auf mehrjährige Blühflächen, zum anderen auf den Pflegeschnitt von Bäumen abzielte. Herausforderung für die Kommunen ist es, bisher ergriffene punktuelle Maßnahmen wie Blühflächen in ein übergreifendes Konzept für kommunale Grünflächen einzubinden, das eine ökologische Aufwertung der Flächen ermöglicht.

    Franz Elender vom Landschaftspflegeverband Passau e.V. referierte über die Etablierung mehrjähriger Blühflächen im Gebiet des Landkreis Passau, in dem der Landschaftspflegeverband tätig ist. Bei der Etablierung von Blühflächen ist die Zielstellung, gebietsheimische Arten auf den Flächen zu etablieren, die Anzahl verschiedener Arten spielt dabei vorerst eine untergeordnete Rolle. Auf sogenannten Spenderflächen wird Druschgut gewonnen, dass auf artenärmeren Flächen ausgebracht wird. Mit dem reinen Ausbringen des Druschguts ist es jedoch nicht getan. Langfristig ist es notwendig, nährstoffarme Standorte zu generieren, die eine Etablierung verschiedener Arten zu ermöglichen. Standorte, die nährstoffreich sind, begünstigen in der Regel hochwüchsige Gräser oder nicht heimische Pflanzen, die mit Hilfe ihres schnellen Wachstums erwünschte Blumen und Kräuter verdrängen.

    Im zweiten Teil der Schulung wurde den Teilnehmern durch Christian Ofenbeck, Mitarbeiter und Baumwart am Staatsgut Kringell, Aspekte des Baumschnitts nähergebracht. Ein richtig durchgeführter Schnitt der Bäume sorgt dafür, dass die Bäume gesund und stabil bleiben. Zudem kann einem Pilzbefall oder Baumkrankheiten vorgebeugt werden. Ausreichend Licht und Sauerstoff fördert das Wachstum und den Geschmack von Früchten. Dabei spielen Baumwuchs, Schnittführung und Schnittzeitpunkte eine Rolle. Am Nachmittag wurde die Theorie im Praxisteil der Schulung angewandt, hier stieß neben Christian Ofenbeck als weiterer Referent Georg Angerer mit dazu.

    Im nächsten Jahr wird das Schulungsangebot für die Mitarbeiter der Bauhöfe in den beiden Öko-Modellregionen Passauer Oberland und Ilzer Land mit Partnern aus der Region fortgeführt.

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