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Dienstag, Mai 28, 2024

Zusammenhalt im Ort als wichtiges Leitziel

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Waldkirchener Ortsteil Richardsreut steigt in „einfache“ Dorferneuerung ein – Bürgermeister erhielt Einleitungsurkunde – „Richardsreuter sind heiß!“

Waldkirchen. Mit der Überreichung der „Einleitungsurkunde“ durch den Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) in Niederbayern, Josef Reidl, an Bürgermeister Heinz Pollak bekam die Stadt Waldkirchen nun ganz offiziell grünes Licht für den Start zur geplanten Dorferneuerung im Ortsteil Richardsreut. Zugleich wurde M.Eng. Bauingenieur Georg Haslinger als Leiter des Projektes „Dorferneuerung Richardsreut“ vorgestellt.

Im Sitzungssaal des Rathauses eröffnete Bürgermeister Heinz Pollak die Zusammenkunft mit einem klugen Ausspruch des Dalai Lama: „Veränderung ist immer möglich, wir müssen sie nur wollen und dementsprechend handeln.“ Ganz nach dieser wichtigen Erkenntnis hätten sich, so Pollak, auf Initiative der beiden Stadträte Renate Cerny und Hans Draxinger engagierte Richardsreuter Bürger zusammengetan, um für ihren Ort Leitvorstellungen zu entwickeln und klare Ziele vorzugeben.

„Mit dem vorliegenden Leitbild wollen wir alle gemeinsam die Zukunft Richardsreuts gestalten. Wir wollen Richardsreut, einen der größten Stadtteile mit mehreren hundert Einwohnern, neu gestalten und zahlreiche Maßnahmen umsetzen, um es auf die Zukunft auszurichten“, führte der Bürgermeister wörtlich aus. Das bereits vor etlichen Monaten stattgefundene Findungsseminar habe gezeigt, dass die Gemeinschaft und der Zusammenhalt im Dorf wichtige Anliegen der gesamten Dorfgemeinschaft seien. Durch die geplante Neugestaltung des Dorfes werde die Lebensqualität in Richardsreut enorm gesteigert. Heinz Pollak beglückwünschte die Bürgerinnen und Bürger von Richardsreut zu ihrem Leitbild und wünschte der Dorferneuerung auch die notwendige Ausdauer zum Erreichen der gesteckten Ziele, „die wir als Stadt Waldkirchen mit allen Kräften unterstützen werden“.

Beim Verwaltungsakt im Sitzungssaal des Waldkirchener Rathauses waren dabei (vorne, von links): ALE-Leiter Josef Reidl, Bürgermeister Heinz Pollak, MdL Max Gibis und Projektleiter Georg Haslinger; hinten: Stadtgeschäftsleiter Eduard Wilhelm, Stadtbaumeister Christian Petzi, Kämmerer Thomas Freund und die Fraktionsvorsitzenden Dr. Claus Kappl, Christian Zarda und Hans Draxinger. Nicht im Bild: Stadtmanager Michael Hobelsberger (Foto: Duschl)

Der Bürgermeister gab den derzeit euphorisierten Richardsreutern allerdings auch zu bedenken, dass die Umsetzung der im Herbst 2018 formulierten Ziele viel Zeit, Mühe, Beharrlichkeit, Ideen und das weitere Engagement vieler Personen verlange, ebenso aber auch entsprechende Geldmittel, die zum einen aus dem Stadtsäckel, zum anderen erfreulicherweise auch durch staatliche Zuschüsse kämen. Man hoffe, dass die gesamte Maßnahme zügig und unkompliziert abgewickelt werden könne.

Als eine seiner letzten Amtshandlungen (die PNP berichtete über den baldigen Ruhestand) überreichte ALE-Leiter Josef Reidl an Bürgermeister Heinz Pollak die sogenannte Einleitungsurkunde. Sie beinhaltet die Zusage: „Die Ortschaft Richardsreut wird in das Bayerische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen.“ Dazu wünsche das Amt dem Bürgermeister und den Bürgern viel Kreativität, Mut zu originellen Ideen und viel Erfolg. Auf einem weiteren Schreiben, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kommt, wird bestätigt, dass hier, also in Richardsreut, die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in die ländlichen Gebiete investiere.

Besonders bemerkenswert findet Josef Reidl im erstellten Leitbild die Zielsetzung „Eine Dorfgemeinschaft schaffen“. Damit komme neben den diversen Baumaßnahmen auch die soziale Komponente ins Spiel. Gerade auch für die Umsetzung dieser Idee wünsche er viel Erfolg.

Einschränkend verwies der ALE-Leiter allerdings auf die durchaus nur begrenzt vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen. Umso wichtiger sei es, die Kommune mit den vorhandenen Mitteln möglichst effizient zu unterstützen.

„Für die Kommunen sind die Dorferneuerungen eine Riesenchance, auch wenn es manchmal schwierig ist“, weiß auch CSU-MdL Max Gibis, der selbst einmal Bürgermeister war. Und wenn auch das Geld nie genug sein könne: Die Politik habe das ALE durchaus vernünftig mit Finanzmitteln ausgestattet. Deshalb seien die Dorferneuerungen in Bayern ein Vorzeigeprogramm. Der Dorferneuerung Richardsreut wünschte Gibis viel Erfolg, einen zügigen Fortschritt der Maßnahmen und viel Spaß bei der Arbeit.

Der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, Josef Reidl (links), übergab an Bürgermeister Heinz Pollak (2.v.l.) die Einleitungsurkunde. Im Bild auch MdL Max Gibis (2.v.r.) und Projektleiter Georg Haslinger (rechts) – Foto: Duschl

„Die Richardsreuter sind heiß auf den Beginn der Dorferneuerung“, wusste Stadtrat Hans Draxinger in die Runde einzubringen. Er ist mit seinem Malergeschäft in der Gartenstraße selbst „Betroffener“ und kennt die Wünsche der Anwohner am besten. Dazu zähle auf alle Fälle: „Dass wir möglichst bald die Einweihung der ersten Teilmaßnahme feiern können!“ Und: „Wir freuen uns, dass es jetzt losgeht.“

Die Urkundenübergabe verfolgten von Seiten der Stadtverwaltung und des Stadtrates auch Geschäftsleiter Eduard Wilhelm, Kämmerer Thomas Freund, Bauamtsleiter Christian Petzi, Stadtmanager Michael Hobelsberger und mehrere Fraktionsvertreter der im Stadtrat vertretenen Parteien: Hans Draxinger (CSU), Christian Zarda (UCW) und Dr. Claus Kappl (SPD).

Bürgermeister Heinz Pollak nutzte die Gelegenheit, sich beim scheidenden AlE-Leiter Josef Reidl „für die jahrzehntelange und stets unkomplizierte Zusammenarbeit“ und für alles, was er für Waldkirchen und für die ganze Region gemacht habe, zu bedanken. Als „Abschiedsgeschenk“ überreichte Pollak den Krug der Stadt Waldkirchen. -flo

Auf der Gebietskarte des Amtes für Ländliche Entwicklung ist das Fördergebiet der Richardsreuter Dorferneuerung rot umrandet (Quelle: ALE Niederbayern)

Drei Fragen an Projektleiter Georg Haslinger

Was unterscheidet die einfache von einer umfassenden Dorferneuerung?

Georg Haslinger: Bei der einfachen Dorferneuerung tritt die ALE nicht als Auftraggeber, sondern nur als Berater und Zuschussgeber auf. Es gibt weder eine Teilnehmergemeinschaft noch geht es beispielsweise um Grundstückstausch. Ein solcher wird gegebenenfalls nur von der Stadt selbst vorgenommen.

Welche Bereiche umfasst die Richardsreuter Dorferneuerung?

Georg Haslinger: Das Areal reicht von der Bahnhofstation und dem städtischen Bauhof über das Mühlfeld bis zum alten Ortskern. Ausgenommen von der Dorferneuerung sind die neueren Siedlungsabschnitte in Richtung Schiefweg.

Welche Wünsche haben Sie selbst an die Richardsreuter?

Georg Haslinger: Ich hoffe, dass die engagierten Bürger, die schon beim Findungsseminar aktiv waren und ein Leitbild entwickelt haben, weiterhin als Arbeitskreis beisammenbleiben. Zunächst wird es jetzt darum gehen, für das vorgesehene Maßnahmenpaket eine Priorisierung zu erstellen. Dann können wir uns auf die ersten Teilprojekte fokussieren und sie in Angriff nehmen.                      

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