„Wir möchten endlich wieder unseren normalen Job machen!“

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    Garhammer-Geschäftsführer schildert FDP-Delegation die Auswirkungen der Corona-Pandemie

    Waldkirchen. „Wir möchten endlich wieder unseren ganz normalen Job machen. Deshalb brauchen wir Planungssicherheit für den Herbst!“ Diesen Wunsch gab Johannes Huber, Geschäftsführer des Modehauses Garhammer Martin Hagen mit, dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Bayerischen Landtag. Dieser war in der vergangenen Woche zusammen mit dem Freyunger Abgeordneten Alexander Muthmann und FDP-Kreisvorsitzenden Muhanad Al-Halak nach Waldkirchen gekommen, um sich von dem Unternehmer die Erfahrungen während der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen schildern zu lassen.

    Johannes Huber vermisst bei den verantwortlichen Politikern einen klaren Plan. „Es geht immer so weiter, von einer kurzfristigen Entscheidung zur anderen! Man hat aus nahezu zwei Jahren Corona-Krise nichts gelernt“, kritisierte der Unternehmer. Sein Haus ordnete er unter den 15 bis 20 „Platzhirschen“ in Deutschland ein. Diese hochklassigen inhabergeführten Unternehmen würden letzten Endes gut durch die Pandemie kommen. Anders sehe es bei den Billig-Anbietern aus, denen der Warennachschub komplett weggebrochen sei: Keine Lieferungen wegen des querstehenden Frachters im Suez-Kanal, keine Container wegen der riesigen Holz-Nachfrage aus den USA! Eine Forderung von Johannes Huber für die unmittelbare Zukunft lautete: Die 20-Quadratmeter-Beschränkung muss weg! Bei der derzeitigen Wetterlage sei es kein Problem, wenn Kunden einmal draußen warten müssten. Bei herbstlichen Temperaturen und Dauerregen stelle sich die Situation jedoch ganz anders dar.

    Ein Thema in der Gesprächsrunde war die Ungleichbehandlung mit Discountern, die Waren aller Art auf engstem Raum verkaufen durften. In die Einzelhandelsgeschäfte seien die Kunden vor allem aus der weiteren Umgebung erst wieder zurückgekommen, als auch die Gastronomie wieder öffnen durfte: „Wer fährt schon zum Shoppen, wenn er nicht einmal in ein Café gehen kann?“ Die Corona-Hilfen seien sehr spät eingetroffen, hätten aber auf jeden Fall gut getan und würden auch noch auf die Frühjahr-Sommer-Mode 2021 ausgedehnt. „Wir haben uns radikal von der Ware getrennt, denn vor allem Frauen kaufen keine Mode, die angestaubt wirkt“, berichtete der Garhammer-Geschäftsführer.

    Als problematischste Auswirkung der Corona-Krise nannte Johannes Huber die Personal-Abwanderung. „Das ist im Einzelhandel und in der Gastronomie das Killer-Thema“, berichtete der Unternehmer. Gut ausgebildete Kräfte – vor allem Frauen – hätten in Supermärkte, Banken oder Industriebetriebe gewechselt. Aufgabe der Zukunft sei es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut auszubilden und an den Betrieb zu binden. Erst aber müsse man den Nachwuchs finden, denn auch Garhammer spüre – trotz fester Aufstiegschancen für junge Berufseinsteiger – den Rückgang an Bewerbungen. Man habe zwar auch heuer fünf Ausbildungsverträge abgeschlossen, hätte aber gerne noch die ein oder andere Auszubildenden mehr eingestellt. Als Gründe machten die Gesprächsteilnehmer die demografische Entwicklung verantwortlich und den Trend, dass nur wenige Schulabgänger sofort eine berufliche Ausbildung anstreben. „Der Mensch beginnt nicht beim Akademiker“, betonte MdL Alexander Muthmann mit Blick auf erfolgreiche Harrieren im Handwerk oder sonstigen nicht-akademischen Berufen. Ein Imagewechsel in der Gesellschaft sei dringend nötig.

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