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Donnerstag, April 18, 2024

Waldkirchen macht’s im Doppelpack

Lesestoff

Mit Peter Jarosch und Josef Höppler wurden gleich zwei Altbürgermeister ernannt

„Nach dem bayerischen Gesetz über die kommunalen Wahlbeamten kann früheren Bürgermeistern die Ehrenbezeichnung ‚Altbürgermeister‘ verleihen werden“ – mit diesen Worten leitete der amtierende Bürgermeister Heinz Pollak den Ehrungsakt ein, mit dem Peter Jarosch und Josef Höppler ausgezeichnet wurden. Der Waldkirchener Stadtrat hat, so Pollak weiter, einstimmig beschlossen, den beiden früheren Bürgermeistern aufgrund ihrer Verdienste für die Stadt Waldkirchen den Ehrentitel zu verleihen.

Peter Jarosch:

Der neue „Altbürgermeister“ Peter Jarosch (3.v.l.) mit Ehefrau Maria (2.v.l.) bekam die Ehrenurkunde von Laudator Franz Brunner (v.l.), Bürgermeister Heinz Pollak und Stadtmanager Michael Hobelsberger überreicht. Foto: Duschl

Zweiter Bürgermeister Franz Brunner als Laudator schilderte zunächst die „Anfangsjahre“ von Peter Jarosch als Regierungsbeamter des Freistaates Bayern im Landratsamt Freyung-Grafenau. Nach einer kurzen Zeit im bayerischen Innenministerium trat er auf Initiative von Heinrich Schmidhuber im Jahr 1971 seinen Dienst bei der damaligen Marktgemeinde Waldkirchen an, zunächst mit den Aufgabenfeldern Wirtschaftsförderung und Bauwesen, später als Kämmerer und geschäftsleitender Beamter. Über lange Jahre war Peter Jarosch „der heimliche Chef“ im Rathaus, von allen geschätzt wegen seiner korrekten menschlichen Art und seiner überaus großen fachlichen Kompetenz.

Nach dem Tod von Rudolf Hettl wurde Jarosch durch die Wahl im Frühjahr 1996 von den Waldkirchener Bürgern auf den Bürgermeisterstuhl gehoben. Von 1996 bis 2014 gehörte Peter Jarosch auch dem Kreistag des Landkreises Freyung-Grafenau an und war von 2008 bis 2014 Mitglied des Waldkirchener Stadtrates. 2016 erhielt Jarosch die Dankurkunde für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung. Die Amtszeit von Peter Jarosch (1996 bis 2002) war gekennzeichnet von der Finanzschwäche der Stadt, die vor allem auch durch minimale Schlüsselzuweisungen bedingt war. Schwerpunkte der Investitionen lagen auf der Kanalisation und dem Bau der Kläranlage, dem Ausbau des Fremdenverkehrs, der Sanierung des Erlauzwieseler Sees und dessen Anbindung an das Stadtzentrum über den „Grüß-Gott-Weg“.

Zukunftsweisende Projekte für Waldkirchen waren die Ausweisung des Gewerbegebietes Manzing, die Inbetriebnahme des IGZ und die Weiterführung des Projektes „Autobahnzubringer“ mit der großzügigen Umfahrung des Stadtzentrums. In Böhmzwiesel und in Erlauzwiesel wurden neue Feuerwehrhäuser gebaut. Ein enorm wichtiger Schachzug von Peter Jarosch war die Erweiterung des damaligen Arbeitsamtes und damit die Standortsicherung für Waldkirchen.

Auch der Wohnungsbau war Jarosch ein großes Anliegen. So wurden Baugebiete in Schiefweg, Auerbach und Frischeck auf den Weg gebracht. Bereits im Jahr 1996 wurde der Beschluss zur umfassenden Sanierung der Grundschule Karlsbach gefasst. Mit Weitblick hat Peter Jarosch auch die Sanierung von Sportstätten und das ehrenamtliche Engagement der Bürger gefördert. Letztes und größtes Projekt mit Langzeitwirkung war dann das Bewerbungsverfahren für die Landesgartenschau 2007. Ein tragischer Fahrradunfall verhinderte allerdings gegen Ende der Amtsperiode die Fortführung des Bürgermeisteramtes.

„Mit der Verleihung der ‚Altbürgermeister‘-Würde dankt die Stadt Waldkirchen Herrn Peter Jarosch für sein engagiertes und aufopferungsvolles Wirken zum Wohl unsrer Heimatstadt sehr herzlich und wünscht ihm für den weiteren Lebensweg viel Gesundheit und Glück“, fügte Heinz Pollak hinzu und überreichte Peter Jarosch die Ehrenurkunde.

Josef Höppler:

Bürgermeister Heinz Pollak (links) händigte Josef Höppler (Mitte) die Ehrenurkunde aus, die ihn offiziell als „Altbürgermeister“ ausweist. Laudator war Stadtrat Max Ertl (rechts). Foto: Duschl

Im Jahr 1984, so schilderte Laudator Max Ertl, wurde Josef Höppler erstmals in den Waldkirchener Stadtrat gewählt. Schon in der ersten Wahlperiode habe sich der „Sepp“ einen Namen gemacht – mit guten Argumenten, rhetorisch gewandt und auch durchsetzungsfähig. Neben der Stadtratsarbeit habe sich Josef Höppler auch um den Karlsbacher Sportverein gekümmert – zunächst als Kassier, später sogar als Vorstand. Ab 1996 war er bereits zweiter Bürgermeister und hat in dieser Funktion Peter Jarosch nach seinem Unfall ein halbes Jahr lang vertreten. Bei der Kommunalwahl 2002 wurde Höppler zum 1. Bürgermeister gewählt und versah dieses Amt über zwei Wahlperioden hinweg bis 2014. Von 2002 bis 2020 gehörte er auch dem Kreistag des Landkreises Freyung-Grafenau an.

Höpplers verdienstvolles Engagement um die Stadt Waldkirchen wurde 2002 mit der Verleihung der Dankurkunde für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung, mit der Bürgermedaille der Stadt Waldkirchen (2014) und der Medaille in Bronze für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung (2015) gewürdigt.

Ähnlich wie sein Amtsvorgänger musste auch Josef Höppler als 1. Bürgermeister mit der herrschenden Finanzknappheit der Stadt zurechtkommen. Schwerpunkte des Stadtoberhauptes waren der weitere Ausbau der Kanalisation, um damit unter anderem auch die Erschließung von Bauland und Gewerbeflächen zu ermöglichen. Um Familien und Firmen ins Stadtgebiet zu bringen, wurden ein Familienbonus sowie eine Preissenkung für das Gewerbegebiet Manzing eingeführt. Hinzu kamen eine merkliche Erhöhung der Ausgaben für den Straßenunterhalt, der Neubau von Kindertagesstätte, Förderschule und Turnhalle der Mittelschule, Errichtung eines Kunstrasenplatzes, Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Karlsbach und der Bewegungsparcours am Erlauzwieseler See.

Auch Behördenverlagerungen habe Josef Höppler erreichen können: Eine Polizeistation entstand in Waldkirchen, und das Forstamt wurden von Regen nach Waldkirchen verlagert. Zu bewältigen waren von Josef Höppler als Bürgermeister auch die Vorbereitung und Durchführung der Landesgartenschau 2007, die Sanierung des Hallenbades und der Neubau des Mediterraneums, der Ausbau der Kinderbetreuung sowie der Neubau des HNKKJ und der Aussegnungshalle.

Weil die Gewerbesteuer-Einnahmen stiegen und andererseits auch Sparanstrengungen unternommen wurden, acht Millionen Euro Schulden getilgt waren und bereits zwei Millionen an Rücklagen für den Bau der Mittelschule angespart waren, konnte Höppler am Ende seiner zweiten Amtszeit geordnete Finanzen an seinen Nachfolger übergeben. Bürgermeister Pollak fügte zur Laudatio hinzu: „Die Stadt Waldkirchen würdigt das hervorragende politische Wirken von Josef Höppler mit der Verleihung der Ehrenbezeichnung ‚Altbürgermeister‘ und wünscht ihm für die Zukunft weiterhin viel Gesundheit, Glück und Erfolg“. fd

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