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Donnerstag, April 18, 2024

Schönberg feierte Palmsonntag

Lesestoff

Am Vormittag kamen viele Familien mit ihren Kindern zur Weihe der Palmbuschen zum Luitpoldplatz. Am Nachmittag trafen sich die „Rosserer“ zum Palmritt nach Kirchberg.

An den festlichen Einzug Jesu Christi in Jerusalem, bei dem er vom Volk als König bejubelt wurde und ihm deshalb Palmzweige streute, wurde wie jedes Jahr in Schönberg groß gefeiert. Während damals im gesamten Mittelmeerraum die Palme als heiliger Baum verehrt wurde, galt sie in Israel auch als Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König. Dies wurde von den römischen Statthaltern deshalb als Provokation empfunden, obwohl der Ritt auf dem Esel wiederum ein Sinnbild des Friedenskönigs und der Bescheidenheit darstellen sollte. Da es in den nördlicheren Gegenden Europas keine Palmen gab, verwendet man bis heute Weidenzweige und Weidenkätzchen, aus diesem Grunde auch Palmkätzchen genannt.

Trotz des unangenehm kühlen Wetters war der Luitpoldplatz in Schönberg ganz schön voll, als Pfarrer Michael Bauer, begeleitet von Blechbläsern, in feierlicher Zeremonie die Palmbuschen segnete. Von den früher üblichen Palmgerten war allerdings kaum mehr etwas zu sehen. Danach formierte sich der Zug den Marktplatz hinauf zur Pfarrkirche St. Margareta zum Palmsonntagsgottesdienst und damit zur Eröffnung der Karwoche. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kinderchor umrahmt. Damit folgte man auch in Schönberg einer inzwischen über 1 000 Jahre alten Tradition. Palmprozessionen waren nämlich bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus bekannt. Seit etwa 1 000 n.Chr. hatte der Brauch dann eine größere Bedeutung, was schon durch die Namensgebung des Sonntags vor Ostern niederschlägt. Für die Kirchenväter Isidor von Sevilla, Ambrosius von Mailand und Augustinus von Hippo sind die Palmen beim Einzug Christi vor allem auch als Zeichen des Sieges über den Tod und den Teufel zu sehen. Darüber hinaus sind geweihte Palmenzweige auch Schutzmittel, um Häuser, Höfe und Felder vor Krankheit und Zerstörung durch Gewitter und Hagelschläge zu bewahren.

Mit geweihten Palmbuschen bewegte sich am Vormittag nach der Palmweihe ein langer Zug vom Luitpoldplatz zur Pfarrkirche, wo man den Beginn der Karwoche einleitete und damit an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnerte.
Mit geweihten Palmbuschen bewegte sich am Vormittag nach der Palmweihe ein langer Zug vom Luitpoldplatz zur Pfarrkirche, wo man den Beginn der Karwoche einleitete und damit an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnerte.

Der Nachmittag und damit der zweite Teil des Schönberger Palmsonntags gehörte dann dem „Rosserer-Stammtisch“, der mit seinem Vorsitzenden Erich Roth als Organisator auch heuer wieder zum inzwischen 26. Schönberger Palmritt eingeladen hatte. Musste man sich am Vormittag schon warm anziehen, so zeigte sich nachmittags das Wetter sonnig,aber immer noch recht kühl. Trotz kühlen Wetters hatte sich eine bemerkenswerte Anzahl von Reitern und leichten Gespannen eingefunden, um sich am dieser Tradition zu beteiligen. Der Reiterzug bewegte sich mit schön geschmückten Pferden von Schönberg aus über Frohnreuth, Lettlmühle, Lueg und Panhof zu seinem Ziel in Kirchberg. Pfarrer Michael Bauer und Bürgermeister Martin Pichler wurden extra in einem Fiakerwagen transportiert. Vor dem geschichtsträchtigen Kirchberger Johanniskirchlein versammelten sich Ross und Reiter zu einer kurzen Andacht und anschließender Segnung der Pferde. Erich Roth als Vorsitzender des Rosserer-Stammtischs begrüßte die Teilnehmer offiziell und dankte für die Teilnahme an diesem schönen Brauch. Auch der Kirchberger Feuerwehr galt sein Dank für die jedes Jahr hervorragende Bewirtung mit Kaffee und Kuchen und auch anderen passenden Getränken. Der Kirchberger und der Schönberger Feuerwehr dankte er für die Verkehrsregelung. Bürgermeister Martin Pichler  dankte ebenfalls allen Beteiligten für die Organisation und der Teilnahme an diesem alten Brauch. Nach der Andacht und der Segnung durch Pfarrer Michael Bauer wurden die Pferde mit einer Schleife geschmückt.

Wie jedes Jahr ließ sich eine erkleckliche Zahl von Zuschauern aus Schönberg, Kirchberg und Umgebung, sowie auch einer Reihe interessierter Urlaubsgäste diesen Palmritt nicht entgehen und genossen hinterher noch die von der Kirchberger Feuerwehr angebotenen Delikatessen.

Nach einer kurzen Andacht und Segnung der Pferde erhielten die Pferde von Pfarrer Michael Bauer, Bürgermeister Martin Pichler (l.) und Erich Roth noch geweihte Schleifchen umgehängt.
Nach einer kurzen Andacht und Segnung der Pferde erhielten die Pferde von Pfarrer Michael Bauer, Bürgermeister Martin Pichler (l.) und Erich Roth noch geweihte Schleifchen umgehängt.

(Mitteilung und Fotos, Franz König v. 20.03.2016)

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