Delegation aus Serrara Fontana feiert 50 Jahre Partnerschaft – Ehrungen, Investitionen und gesellschaftliches Engagement prägen den Abend
Waldkirchen. Erstmals wurden beim Neujahrsempfang der Stadt Waldkirchen auch italienische Grüße ausgesprochen: Die „cari amici“ von der Insel Ischia waren eigens angereist, um das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Serrara Fontana zu feiern. Neben der Delegation aus Süditalien fanden sich mehr als 400 Gäste aus der Region im Bürgerhaus ein, darunter zahlreiche Vertreter aus Vereinen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen.
Waldkirchen als Stadt im Aufbruch
Bürgermeister Heinz Pollak zeichnete in seiner Rede das Bild einer dynamischen Stadt, deren Fortschritt auf Zusammenhalt, Mut und Verantwortungsgefühl gründe. Neue Wohngebiete hätten die Einwohnerzahl erstmals über die Marke von 11.000 steigen lassen, zugleich seien zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Insgesamt habe Waldkirchen in den vergangenen zwölf Jahren über 109 Millionen Euro in Zukunftsfelder wie Bildung, Sicherheit, Infrastruktur, Kultur und Lebensqualität gesteckt.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen modernisierte Freizeitanlagen, die Erweiterung der Kläranlage sowie eine neue Halle für den Bauhof, die von den Mitarbeitern selbst errichtet wurde. Ebenso verwies Pollak auf Einrichtungen wie die neue Grundschule, das Hintermann-Haus und die Musikschule. Gleichzeitig sprach er allen Beschäftigten der Stadt, den Mitarbeitenden sozialer und pädagogischer Einrichtungen, den Ehrenamtlichen sowie dem Stadtrat seinen Dank für deren Einsatz und Entscheidungsfreude aus.
Landrat Sebastian Gruber ergänzte, dass auch der Landkreis Freyung-Grafenau mit Projekten wie der Staatlichen Berufsschule und dem Gesundheitszentrum im ehemaligen Krankenhaus zur Entwicklung Waldkirchens beitrage. Neben finanziellen Mitteln sei vor allem das gesellschaftliche Engagement der Bevölkerung ein wesentlicher Faktor für eine starke Region.
Ehrungen für herausragendes Engagement
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung dreier Persönlichkeiten mit dem Ehrenbrief der Stadt. Gewürdigt wurde Elfriede Wilhelm, die sich seit vielen Jahren als prägende Unterstützerin des Soldaten- und Kriegervereins Karlsbach engagiert. Florian Hackinger erhielt die Ehrung für seine jahrzehntelange Arbeit bei der Bergwacht Hauzenberg-Waldkirchen, insbesondere im Bereich der Funk- und Kommunikationstechnik. Katrin Zunta wurde für ihren maßgeblichen Beitrag zur Entstehung und Pflege der Partnerschaft zwischen Waldkirchen und Serrara Fontana ausgezeichnet, durch die kultureller Austausch und gegenseitiges Verständnis nachhaltig gefördert wurden.
Zusätzlich stellte die Stadt 5.000 Euro für die Jugendarbeit bereit. Insgesamt 15 Vereine und Organisationen – von Musik- und Trachtenvereinen über Gartenbaugruppen bis hin zu Rettungsdiensten und Feuerwehren – profitierten von dieser Unterstützung.
Durch das Programm führte Julia Reihofer, während die Band „Four Roses“ für die musikalische Begleitung sorgte. Im Anschluss an den offiziellen Teil konnten sich die Gäste in das Goldene Buch der Stadt eintragen, ein Buffet genießen und den Abend bei Gesprächen ausklingen lassen.
Partnerschaft leben: Worte aus Ischia
Mit Irene Jacono war auch die Bürgermeisterin von Serrara Fontana nach Waldkirchen gereist. Sie betonte in ihrer Ansprache die besonderen landschaftlichen Reize beider Regionen – dort das Meer, hier Berge und Wälder – und rief dazu auf, die gewachsene Freundschaft aktiv weiterzuführen. Toleranz und Dialog seien unverzichtbar, um Verständnis zu fördern und Beziehungen zu vertiefen. Mit einem begeisterten „Viva Waldkirchen, viva Serrara Fontana!“ bekräftigte sie die Verbundenheit beider Orte und überreichte eine Plakette als sichtbares Zeichen der Partnerschaft.
Katrin Zunta blickte anschließend auf die Anfänge der Verbindung zurück, die in den 1960er-Jahren mit einer privaten Anfrage nach einem Ferienhaus ihren Anfang nahm. Daraus entwickelten sich regelmäßige Besuche und schließlich eine enge Zusammenarbeit, die beispielhaft zeige, wie europäische Gemeinschaft gelebt werden könne. Freundschaft sei ein kostbares Gut, das es zu bewahren gelte – verbunden mit dem Wunsch nach dauerhaftem Frieden und weiterhin engen Beziehungen zwischen den Partnergemeinden.












