Naturfriedhof in Grainet

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    Würdige Ruhestätte für die Verstorbenen

    Grainet. Eine „stille Oase“, „eingebettet in unsere Naturlandschaft“ und vor allem „ein würdiger und schöner Ort des Gedenkens“ – Charakterisierungen, die bei der Einweihungsfeier für den Naturfriedhof oberhalb der Ortschaft Unterseilberg von Rednern ausgesprochen wurden.

    Grainets Ortspfarrer Matthias Grillhösl segnete die neue Begräbnisstätte „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“. Direkt an der Staatsstraße Grainet-Freyung weist ein kleines grünes Schild den Weg: „Naturbestattungen Grainet, 400 Meter“.

    Bürgermeister Jürgen Schano, stellvertretende Landrätin Helga Weinberger und Pfarrer Grillhösl hoben in ihren Ansprachen übereinstimmend die Idee, die Vision und den Mut hervor, mit der Toni Sammer, ein gebürtiger Unterseilberger, das Projekt „Naturfriedhof für Urnengräber“ angegangen hat.

    So umfasst das Gelände eine Gesamtfläche von rund 30.000 Quadratmetern, davon 10.000 Quadratmeter Wiese und 20.000 Quadratmeter Wald. Und das Grundstück ist nach wie vor im Privatbesitz von Toni Sammer. Weil jedoch das Betreiben von Friedhöfen in der Regel Sache einer Gemeinde ist, versteht sich Toni Sammer offiziell als „Erfüllungsgehilfe der Gemeinde“. Sammer ist gelernter Bestatter und arbeitet weiterhin als Angestellter des Waldkirchner Bestattungsinstituts Kasberger-Hohenwarter.

    Das gesamte Gelände – wenn man so will – ist in fünf Bereiche eingeteilt: Die freie Wiese (für spätere Baumbepflanzung), das Areal mit kleinen Steinmonolithen, der Bereich mit den fünf Themenfeldern (Rosen, Lavendel, Stein, Bonsai und Blumen), der überdachte Andachtsplatz mit Sitzgelegenheiten und rustikal gestaltetem Ambo und schließlich der Mischwald. Gut zwanzig Parkplätze stehen unmittelbar unterhalb des Friedhofs zur Verfügung.

    Rund fünfzig geladene Gäste kamen zur Einweihungsfeier, unter ihnen Grainets Bürgermeister Jürgen Schano mit mehreren Gemeinderäten, der Seniorchef des Bestattungsinstituts Kasberger, Alfons Kasberger mit Gattin Marianne, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen wie auch Familienangehörige, Freunde und Weggefährten des Grundstücksbesitzers.

    „Es war von mir eine Herzensangelegenheit, an diesem wundervollen Ort mit der tollen Fernsicht einen Naturfriedhof anzulegen“, leitete Toni Sammer im Anschluss an die Begrüßung seine Rede ein. Für ihn gelte es an diesem Tag vor allem, allen Personen zu danken, die ihn bei der Verwirklichung seines Projekts begleitet und unterstützt und ihm auch über so manches Problem hinweggeholfen haben. Dazu gehörte sein Arbeitgeber ebenso, wie die Graineter Gemeindeverwaltung samt Gemeinderat, Eltern und weitere Verwandte, Firmen und Freunde, Grundstücksnachbarn und nicht zuletzt auch Pfarrer Matthias Grillhösl.

    Pfarrer Matthias Grillhösl spendete der Anlage den kirchlichen Segen (Foto: Duschl)

    „Kaum einer hätte sich früher träumen lassen, dass hier einmal eine letzte Ruhestätte für Verstorbene entstehen könnte“, so Jürgen Schano. Doch Grundstücksbesitzer Toni Sammer habe seine Idee und Vision mit viel Selbstvertrauen in die Tat umgesetzt. Beim Gemeinderat habe er mit seiner Vorstellung und Begeisterung überzeugt, und gemeinsam mit ihm habe dann die Gemeindeverwaltung alle formellen Hürden überwinden können. Als Geschenk der Gemeinde überreichte der Bürgermeister eine junge Eberesche.

    Auch die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger hob in ihrem Grußwort den Mut des Grundstückseigentümers hervor, hier seine Vision zu verwirklichen. Bereits für mehr als die Hälfte aller Todesfälle werde von den Angehörigen eine Urnenbestattung gewählt. Deshalb sei es wertvoll, dass hier wieder ein Ort entstanden ist, an dem solche Bestattungen in der Heimat möglich sind.

    Das Gelände wird geprägt von fünf Themen-Rondells (links) und dem überdachten Andachtsplatz. Urnenbestattungen sind zudem auf der weitläufigen Waldfläche (oberer Bildrand) möglich (Foto: Duschl)

    „Und heute stehe ich nun hier als katholischer Priester und weihe einen kommunalen Friedhof ein, auf dem nur Feuerbestattungen erlaubt sind und habe sogar noch den Segen und die Erlaubnis des Bischofs dabei“, schloss der Geistliche, bevor er an Bürgermeister Schano und Grundstückseigentümer Toni Sammer die Weiheurkunde überreichte.

    Im Anschluss an die Einweihungsfeier waren die Anwesenden zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen, das von einem Catering-Service geliefert wurde. Und am Nachmittag nahmen zahlreiche Besucher die Gelegenheit wahr, das Gelände des neuen Naturfriedhofs zu besichtigen.

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